Hobbyphysiologie

„Der Zeuge M. musste zur Vermeidung des Umfalles eine Gefahrenbremsung einleiten. Dies hatte für Sie vorhersehbar (!) und vermeidbar zur Folge, dass der Geschädigte M. ein Schädel-Hirn-Trauma sowie eine Prellung im Brustbereich erlitt.

Sie werden daher beschuldigt, durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht zu haben.“

Mit Verlaub – ziemlicher Unsinn, Frau Staatsanwältin! :no: Dass ein PKW-Fahrer beim Bremsen, ggf. auch bei einer Vollbremsung, aber ohne Aufprall auf ein Hindernis, eine Schädel-Hirn-Trauma sowie eine Prellung im Brustbereich erleidet, erscheint nahezu ausgeschlossen. Und im Übrigen: wenn diese Verletzungen denn – entgegen aller Wahrscheinlichkeit – tatsächlich eingetreten und auch vorhersehbar gewesen sein sollten, wäre der Beschuldigte wegen vorsätzlicher, nicht aber wegen fahrlässiger Körperverletzung zu belangen (Bedingter Vorsatz reicht bekanntlich aus).

Die einzig richtige Entscheidung ist allerdings die Einstellung des Verfahrens gem. § 170 Abs. II StPO mangels hinreichenden Tatverdachts. Weder sind die Verletzungen tatsächlich nachgewiesen, noch waren diese in irgendeiner Weise vorhersehbar, sondern absolut unwahrscheinlich, was der StA bereits vor drei Monaten mitgeteilt worden ist. Wie lange das wohl noch dauert, bis die StA sich zu einer Entscheidung durchringt?

Nachtrag:

Die Sache hat nun ein – für die Staatskasse unnötig teures – Ende gefunden, s.
http://ra-melchior.blog.de/2006/11/15/teure_hobbyphysiologie_einer_staatsanwal~1331885

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