„Machtergreifung" ???

Heute vor 75 Jahren ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg einen Mann namens Adolf Hitler zum Reichskanzler. Zuvor hatte von Hindenburg schon einige Politikern zum Reichskanzler gemacht: Im Abstand von wenigen Monaten hatte er die Reichskanzler Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher eingesetzt, um sie bald wieder abzusetzen.

Mit Adolf war das etwas anders, was dann folgte, ist zumindest den Älteren bekannt. Aber weil man ja eigentlich nichts gewusst hatte und natürlich auch nichts dafür konnte, wurde speziell für diesen (leider) durchaus legalen Vorgang das schöne (?) Wort „Machtergreifung“ erfunden, das so schön kaschiert, was wirklich geschehen war.

Der Ausdruck „Machtergreifung“ suggeriert, dass die NSDAP dem frei gewählten Parlament und dem von diesem eingesetzten Rechtsstaat die Macht gegen deren Willen und ausschließlich mit illegalen Mitteln weggenommen habe. Tatsächlich jedoch hatte die NSDAP eine nicht unerhebliche Unterstützung in der Bevölkerung und verfügte über größeren parlamentarischen Rückhalt als vorherige Weimarer Regierungen, vor allem die Präsidialkabinette. Der Regierungsantritt Hitlers war legal, ebenso weitere Elemente der Machtergreifung wie die Neuwahl am 5. März. Quelle: Wikipedia

Dass der knapp einen Monat später stattgefundene Reichstagsbrand durchaus vergleichbare Konsequenzen zeitigte wie jetzt „9-11“, sei nur am Rande erwähnt …

2 Gedanken zu “„Machtergreifung" ???

  1. O weh, da hat der Blogger leider genauso wenig Ahnung wie der anonyme Wikipedia-Autor.

    Der Begriff „Machtergreifung“ wurde schon von den Nationalsozialisten geprägt, die deren Jahrestage feierlich begingen und zB auf Sonderbriefmarken würdigten.

    Zu kritisieren an dem Begriff ist also die unreflektierte Weiterbenutzung eines NS-Begriffs. Mit den Reinwaschungsbemühungen der Nachkriegszeit hat er nicht das Geringste zu tun.

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  2. Selbst wenn es sich hier um eine „unreflektierte Weiterbenutzung eines NS-Begriffs“ handeln sollte, dient sie doch genau den „Reinwaschungsbemühungen der Nachkriegszeit“ – die auch heute noch andauern.

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