Fahrfremde Tätigkeiten?

Laut Communicationconsultants bzw. Auto Bild soll der Bundesverkehrskasperminister schon wieder neue tolle Ideen haben, wie man Autofahrer bevormunden und mit Bußgeldern abzocken kann:

Essen, rauchen, lesen und dabei Auto fahren, das kann künftig teuer werden. Nach Informationen von AUTO BILD plant Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine weitere Verschärfung des Bußgeldkataloges. Demnach sollen sogenannte „fahrfremde Tätigkeiten“ verboten und geahndet werden. Dazu könnten nicht nur das Suchen nach der Zigarettenkippe im Fußraum, das Studieren einer Straßenkarte oder das Lesen von Lieferpapieren gehören, sondern auch das Rauchen selbst, das Essen eines Brötchens oder das Einlegen einer CD.

Verkehrs- und Justiz-Ressort arbeiten bereits an gerichtsfesten Formulierungen, um den interpretationsfähigen Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu präzisieren. … Auslöser war eine Petition an den Bundestag, in dem 102 Unterzeichner fordern, dass „Handlungen von Fahrzeugführern, die vom Verkehrsgeschehen ablenken, ausdrücklich verboten werden müssen.“ Eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) soll mit Zahlen und Fakten den Unterbau für die geplanten Verschärfungen liefern.

Wie „praktikabel“ derartige Vorschriften sind, zeigt doch schon das (grundsätzlich durchaus sinnvolle) Handyverbot am Steuer:

  • Es wird von der Bevölkerung nicht angenommen, wie man täglich auf den Straßen erlebt.
  • Es werden relativ wenige Bußgeldverfahren eingeleitet.
  • Kommt es allerdings zu einem Verfahren, wird der Tatbestand von Gerichten des öfteren deutlich über die Grenzen verbotener Analogie hinaus ausgedehnt, um den – um die abenteuerlichsten Ausreden nie verlegenen – Bürger abzustrafen.

Zudem: Dass zumindest Essen, Rauchen und Trinken während der Fahrt mehr schadet als nützt, halte ich für ein glattes Gerücht. Interessanterweise sah der Bundesverkehrskasperminister das laut Focus u.a.im Februar letzen Jahres auch noch anders:

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Verkehrssicherheit durch Rauchen am Steuer beeinflusst wäre, sagte der Politiker am Samstag in Berlin. Daher gebe es keine Überlegungen in seinem Hause, das Rauchen am Steuer zu verbieten.

Aber wenn 102 Sesselpuper Petenten (wer auch immer das war) das denn nun fordern, muss man natürlich das Stöckchen aufnehmen, oder? :crazy:

Stoppt Tiefensee!

tiefensee

Ein Gedanke zu “Fahrfremde Tätigkeiten?

  1. 102 Petenten? Das werden doch nicht 102 Abgeordnete sein, oder? Bekommt man so einfach auch die Absetzung diverser Minister hin?
    Ein Kettenraucher, der auf einer langen Fahrt keine Kippe rauchen darf, wird eher ein Verkehrsrisiko darstellen als einer, der rauchen darf. Noch vielmehr ist Essen und Trinken bei langen Fahrten dringend erforderlich. Kann man zwar auch auf den Parkplätzen, aber was soll man machen, wenn man merkt, dass der Kreislauf absackt? Rechts ranfahren und da essen / trinken? Ach, das war doch auch ein OWiG, oder?

    Liken

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