Telekom – ohne Auftrag keine Info?

Für mein privates Telefon habe ich bei dem Provider xyz u.a. einen DSL-Anschluss bestellt. Die Formalitäten sollen von diesem übernommen werden. Von dort erreicht mich nun eine Mitteilung: Nach Angaben der Telekom könne der Anschluss nicht zur Versorgung mit DSL freigegeben werden. Hä???

Also zunächst Internetanfrage bei T-Com bezüglich mmeiner Telefonnummer. Es erscheint folgender Text:

Eine Aussage zur Verfügbarkeit von DSL oder Fernsehen mit Entertain an Ihrem Anschluss ist online leider nicht möglich.*
Die verbindliche Prüfung, ob DSL oder Fernsehen mit Entertain an Ihrem Telefonanschluss verfügbar ist, kann erst nach Ihrer Bestellung durchgeführt werden. Dazu erforderliche manuelle Messungen durch unsere Servicemitarbeiter sind für Sie selbstverständlich kostenfrei. Wir benötigen hierfür jedoch vorab unbedingt Ihre Bestellung. Suchen Sie sich deshalb einfach Ihr Lieblingsprodukt aus und bestellen Sie es gleich online.

Falls DSL für Sie verfügbar ist, wird Ihnen der Anschluss zur Verfügung gestellt. Details finden Sie in der schriftlichen Auftragsbestätigung Ihrer Kundenniederlassung. Sollte DSL für Ihren Telefonanschluss derzeit nicht verfügbar sein, werden Sie ebenfalls schriftlich von uns informiert.

Wir freuen uns auf Ihren Auftrag!

* Bitte beachten Sie:
Die Verfügbarkeitsprüfung bietet eine unverbindliche Prüfung Ihres Anschlusses. Erst bei der konkreten Bestellung und anschließenden Realisierung kann eine verbindliche Netzprüfung durchgeführt werden.

Aha, ohne Auftrag keine Prüfung. SEHR kundenfreundlich, oder? Ist der Anschluss verfügbar, habe ich dann gleich einen Jahresvertrag für monatlich 39,95 Teuro an der Backe und der preiswertere andere Provider ist erst einmal draußen vor.

Nett immerhin, dass man mir auf telefonische Nachfrage dann doch auch ohne Auftrag eine Auskunft zur Verfügbarkeit erteilen will – was allerdings mehrere Tage dauern soll. Aber wahrscheinlich wird man dann ggf. versuchen, mich per Telefon zum Vertragschluss zu überreden.

Komisch allerdings auch, dass die Verfügbarkeitsprüfung per Internet bei dem Provider xyz ohne Weiteres von einer Verfügbarkeit ausgeht.

Man darf gespannt bleiben!

Anwaltsregress für "lau"?

Thomas Mann ist jedem Literaturkenner wohlbekannt und erfreut sich noch immer großer Popularität. Ein Namensvetter – dazu noch Dr. iur. – dürfte sich weniger beliebt machen:

3 Schritte zu Ihrem risikolosen Erfolg: Partnerschaft – Risikoübernahme – Beiderseitiger Nutzen

Am Anfang steht die Prüfung, ob eventuelle Ansprüche Aussicht auf Erfolg haben. Sind die Erfolgsaussichten schlecht oder die Bonität des Gegners ist nicht gegeben, ist der Fall für uns erledigt. Die Kosten für die Prüfung tragen wir.
Wenn Ihr Anspruch Aussicht auf Erfolg hat, übernehmen wir sämtliche Anwalts-, Gutachter- und Verfahrenskosten. Wird der Prozess verloren, tragen wir sämtliche Kosten, auch die Honorare für die gegnerischen Anwälte. Sie gehen also kein Risiko ein!
Gewinnen Sie den Prozess erhalten wir eine faire Erfolgsbeteiligung. Der Anteil bewegt sich zwischen 15% und 30%, je nach eingeklagtem und vom Gegner bezahlten Betrag.

Sieh an, ein Prozessfinanzierer für Anwaltsregresse.- Interessant wäre nur, ob diese Firma die Verfahren selbst betreibt, oder Anwälte beauftragt (um diese dann ggf. selbst in Regress zu nehmen, falls diese den selbigen vergeigen). 😉
Aufschlussreich auch ein Bespiel für einen „Regressfall“:

Herr X wurde von seinem Anwalt in ein Berufungsverfahren geführt. Nachdem die 1. Instanz verloren war, sagte der Anwalt, das Urteil kann keinen Bestand haben, bitte vereinbaren Sie einen Termin, ich werde Ihnen mehrere Gründe darlegen, warum die 1. Instanz angefochten werden muss. Herr X ließ Berufung einlegen und die Berufungsinstanz schrieb nach einiger Zeit, die Berufung wird nach § 522 Abs. 2 ZPO zurückgewiesen, da die Sache keine Erfolgsaussicht habe. Herr X ist sehr verwundert, weshalb der Anwalt nicht von der Berufung abgeraten hat, wenn es für die Berufungsinstanz so klar war, dass das Berufungsgericht nichtmal eine mündliche Verhandlung anberaumt

Jaja, der böse 522 II ZPO! Ergo: Jedes Mal dann, wenn ein Berufungsgericht nach § 522 II ZPO verfährt, hat der Berufungskläger-Vertreter einen Fehler gemacht, ist doch logisch, oder? Wäre das richtig, würden die Kolleg(inn)en (nicht zuletzt auch im Bezirk des mit § 522 ZPO recht großzügig umgehenden OLG Rostock) sich vor Regressen wohl kaum retten können!

Oder auch schön:

Herr F. hat sich eine Eigentumswohnung gekauft. Nach Einzug erhält er Kenntnis von Mängeln. Er geht zum Anwalt, der Anwalt rät ihm vor Gericht zu ziehen. Bei Gericht verliert Herr F. den Prozess. Nun muß F. hohe Anwalt- und Gutachterkosten bezahlen, obwohl ihm sein Anwalt zu einem Rechtsstreit geraten hat.

Fazit: Rate nie einem Mandanten zum Prozess, es könnte ein Regressfall werden!

Auf diese Art Literatur von Thomas Mann kann ich wohl eher verzichten.

Fahrfremde Tätigkeiten?

Laut Communicationconsultants bzw. Auto Bild soll der Bundesverkehrskasperminister schon wieder neue tolle Ideen haben, wie man Autofahrer bevormunden und mit Bußgeldern abzocken kann:

Essen, rauchen, lesen und dabei Auto fahren, das kann künftig teuer werden. Nach Informationen von AUTO BILD plant Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine weitere Verschärfung des Bußgeldkataloges. Demnach sollen sogenannte „fahrfremde Tätigkeiten“ verboten und geahndet werden. Dazu könnten nicht nur das Suchen nach der Zigarettenkippe im Fußraum, das Studieren einer Straßenkarte oder das Lesen von Lieferpapieren gehören, sondern auch das Rauchen selbst, das Essen eines Brötchens oder das Einlegen einer CD.

Verkehrs- und Justiz-Ressort arbeiten bereits an gerichtsfesten Formulierungen, um den interpretationsfähigen Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu präzisieren. … Auslöser war eine Petition an den Bundestag, in dem 102 Unterzeichner fordern, dass „Handlungen von Fahrzeugführern, die vom Verkehrsgeschehen ablenken, ausdrücklich verboten werden müssen.“ Eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie bei der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) soll mit Zahlen und Fakten den Unterbau für die geplanten Verschärfungen liefern.

Wie „praktikabel“ derartige Vorschriften sind, zeigt doch schon das (grundsätzlich durchaus sinnvolle) Handyverbot am Steuer:

  • Es wird von der Bevölkerung nicht angenommen, wie man täglich auf den Straßen erlebt.
  • Es werden relativ wenige Bußgeldverfahren eingeleitet.
  • Kommt es allerdings zu einem Verfahren, wird der Tatbestand von Gerichten des öfteren deutlich über die Grenzen verbotener Analogie hinaus ausgedehnt, um den – um die abenteuerlichsten Ausreden nie verlegenen – Bürger abzustrafen.

Zudem: Dass zumindest Essen, Rauchen und Trinken während der Fahrt mehr schadet als nützt, halte ich für ein glattes Gerücht. Interessanterweise sah der Bundesverkehrskasperminister das laut Focus u.a.im Februar letzen Jahres auch noch anders:

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Verkehrssicherheit durch Rauchen am Steuer beeinflusst wäre, sagte der Politiker am Samstag in Berlin. Daher gebe es keine Überlegungen in seinem Hause, das Rauchen am Steuer zu verbieten.

Aber wenn 102 Sesselpuper Petenten (wer auch immer das war) das denn nun fordern, muss man natürlich das Stöckchen aufnehmen, oder? :crazy:

Stoppt Tiefensee!

tiefensee

AG Plön – stay tuned

Anruf beim AG Plön. Es meldet sich eine freundliche Stimme:

Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
Guten Tag, unsere Telefonzentrale ist im Moment überlastet. Bitte legen Sie nicht auf.
…………….

Nach der 10. Wiederholung fragt man sich dann doch, warum nicht?

Der dumme Spruch des Tages …

… stammt mal wieder von OSM, den heise wie folgt zitiert:

„Wir müssen jetzt Überzeugungsarbeit leisten“, meinte der Minister, dass die Aufnahme der Fingerabdrücke im Interesse der Bürger sei. „Viele Menschen haben eine gewisse Verunsicherung wegen der angeblichen Datenspeicherwut.“

„Gewisse Verunsicherung, angebliche Datenspeicherwut“ – Ignorant!

Ärztliche Schweigeflucht

Zur Geltendmachung eines Schmerzensgeldanspruchs benötigen wir ein Attest. Der Mandant bittet also seinen Arzt, mir ein solches zu übersenden. Dies lehnt der Arzt ab und meint, dies müsse von mir angefordert werden.

Also entsprechendes Schreiben nebst Schweigepflicht-Entbindungserklärung und unter Ausdruck leichter Verwunderung an den Herrn Dr. – und was antwortet der?

Ihr Schreiben versetzt mich in Erstaunen. Ihr Mandant hat mitgeteilt, dass er ein Schreiben für seinen Rechtsanwalt in Bezug auf seine Verletzungsfolgen benötigen würde. Sie wissen an dieser Stelle besser als ich, dass wir für derartige Auskünfte eine Schweigepflicht-Entbindungserklärung benötigen.

Richtig! Und was bitte, verehrter Herr Dr., beinhaltet die Bitte des Patienten/Mandanten, mir ein Attest zu übersenden?

Wech is wech …

Beim rückwärts Ausparken ist der Verursacher auf den vorderen Stoßfänger des Geschädigten mit langsamer Geschwindigkeit ausgefahren, ist ohne anzuhalten gleich weitergefahren.

Besser war das – das Ermittlungsverfahren wegen Verdachts Unerlaubten Entfernens vom Unfallort wurde eingestellt. 😉

Wie gewonnen …

Mal wieder eine nette Mail aus Spananien:

OFFIZIELLE GEWINNBENACHRITIGUNG

Die auf ihrem Namen stehende Ticketnummer 031-1127-841 mit der Seriennummer 3214-09 hat die Glucksnummern 09-22-37-39-41-49 2-7 gezogen, mit der sie folglich die Lotterie in der dritten Kategorie gewonnen haben. Somit wird ihnen die Pauschalsumme von €615.810,00 (SECHS HUNDERT UND FUNFZEHN TAUSEND, ACHTHUNDERT UND ZEHN EURO) in bar gut geschrieben fur die dantei mit der Referenznummer ILC 25456009 NM und Bearbeitungs-nummer: 8800133/IPD/08. …

N.B. Any Bruch der Vertraulichkeit von seiten der Sieger resultiert zur Disqualifikation.

„Any Bruch der Vertraulichkeit …“ Tja, dann habe ich jetzt wohl 615.810.- Teuro verschleudert. B)

Mehrfertigung

Immer wieder schön, welche komplizierten Begriffe Juristen sich für einfache Sachen einfallen lassen, so z.B. ein Hinweis auf Briefbögen des AG Celle:

Für Mehrfertigungen von Telefax-Schriftsätzen an das Gericht müssen 0,50 € je Seite berechnet werden (KV Nr. 9000 GKG)

O.K., wenn ich einen Schriftsatz ein Mal per Fax an das Gericht sende und dieser dann (z.B. für die Gegenseite) dort kopiert wird, ist das eine Mehrfertigung.

Wenn ich aber ein und denselben Schriftsatz zwei Mal per Fax sende, ist das zweite Exemplar dann auch eine Mehrfertigung?

Fragen über Fragen …

P.S. Wie wäre es mit einfachen Begriffen, wie Kopie, Ausdruck, o.ä.?