Energiesparlampen – Volksvera……. ?

Wie u.a. bei n-tv.de nachzulesen ist, sind Energiesparlampen kaum wirklich empfehlenswert:

Verheerendes Öko-Test-Urteil: Miese Energiesparlampen
Energiesparlampen sind kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühbirnen. So schlicht lassen sich die verheerenden Ergebnisse der ÖKO-TEST-Untersuchung zusammenfassen. Selbst die Hersteller geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass es sich lediglich um eine Übergangstechnologie handelt. Gerade in einer Zeit, wo Strom immer teurer wird, satteln viele Verbraucher auf Energiesparlampen um allerdings ist das tatsächliche Sparpotenzial deutlich geringer als angenommen. Statt 80 Prozent gegenüber einer Glühlampe sparen die meisten untersuchten Modelle lediglich 50 bis 70 Prozent Energie. Unterm Strich spart das nicht mehr als 7,50 Euro im Jahr. Die Swiss Lights Classic 68 verbraucht sogar mehr Strom als die Glühbirne. …

Naja, die Tage werden kürzer, Kerzen sind eh romantischer, verbrauchen gar keinen Strom und das bisschen CO2 mehr …

Prädikatsunsinn

Die Kollegen bei jurabilis machen auf ein wirklich bemerkenswertes Portal aufmerksam, das der „Internet-Suchservice Vereinigung Deutscher Prädikatsanwälte GmbH“, kurz vdp. Was’n das? Selbstdarstellung:

Die VdP ist eine Interessengemeinschaft hoch qualifizierter Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die Ratsuchenden hilft, für ihre Sachfrage einen besonders fähigen Juristen zu finden und gleichzeitig Spitzenjuristen einen echten Vorteil zur Gewinnung von neuen Mandaten verschafft. Sie gehören zu der kleinen Gemeinschaft von ca. 25 Prozent aller Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die durch einen herausragenden Studienabschluss brilliert haben. Damit haben Sie bewiesen, juristische Strukturen besser als Ihre Kollegen erfassen zu können.

Donnerwetter, ein herausragender Studienabschluss kennzeichnet „hoch qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte“, allesamt natürlich „Spitzenjuristen“.

Apropos Studienabschluss: Aufnahmekriterium ist der „Abschluss des 2. juristischen Staatsexamens mit einer Mindestpunktzahl, die das örtlich zuständige Landesjustizprüfungsamt als Prädikatsexamen* wertet“ (Deutschlandweit 9,0 Punkte, nur in Bayern schon ab 6,5 Punkten zu haben). Dumm nur, dass das 2. juristische Staatsexamen gerade nicht der Abschluss des Studiums ist, das bekanntlich schon mit dem 1. Staatsexamen endet, sondern der Referendarzeit, einer Art Praktikum, wenn man denn so (bescheiden sein) will.

Und dass ein „Spitzenjurist“ noch lange kein guter Rechtsanwalt sein muss, dürfte in Insiderkreisen durchaus bekannt sein. Aber egal, Hauptsache, das rechtssuchende Publikum glaubt diesen Unfug, oder?

Interessant auch, dass der Geschäftsführer dieser GmbH selbst wohl „nur“ als „Dipl. Jurist – Rechtsanwalt“ firmiert, tatsächlich aber im offiziellen Rechtsanwaltsregister gar nicht aufzufinden ist. Noch’n Etikettenschwindel?

P.S. Vgl. zu letzterer Frage das Update.

P.P.S. Das oben verlinkte Profil des angeblichen „Dipl. Jurist – Rechtsanwalt“ bei XING ist inzwischen gelöscht. Warum wohl?

GULP

„Im bekannten Portal für Freiberufler „GULP“ können Freiberufler in einem Anwaltsverzeichnis einen Rechtsanwalt empfehlen, wenn sie mit dessen Beratung oder Vertretung, z.B. beim Thema „Scheinselbständigkeit“, Vertragsfragen etc. zufrieden waren.“

– und ich dachte, das sei ein spontaner Ausruf angesichts der Selbstbeweihräucherung Eigenwerbung, die manche Kollegen in ihrem Blog treiben. 😉

Wat denn nu?

Gegen die Mandantin wird wegen Verdachts fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. So etwas kommt vor, ebenso wie (leider) nachfolgender Text in der Vorladung zur Vernehmung:

„Sehr geehrte Frau …,
zu Ihrer Vernehmung als Zeugin/Beschuldigte wegen Klärung der vorliegenden Anzeige …“

Dass zwischen einer Vernehmung als Zeugin oder Beschuldigte himmelweite Unterschiede bestehen und die Mandantin als Mutter des (angeblichen) Opfers ohnehin ein umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht hat, wird der brave Vernehmungsbeamte ihr sicherlich gleich zu Beginn der Vernehmung erklären. Sicher …

Allianz-Inkasso

Die Allianz Rechtsschutzversicherung lässt einen rückständige Versicherungsprämie durch eine Inkassobude anmahnen. Daraufhin teile ich dieser mit, ohne Vorlage einer Vollmacht könne ich meinem Mandanten ohnehin nicht zur Zahlung raten und weise im Übrigen darauf hin, dass der Mandant in dieser Sache noch in Korrespondenz mit der Allianz steht, die bisher noch nicht einmal beantwortet wurde.

Das Inkassobüro antwortet mit Schreiben vom o9.o7.2008, man habe „die Allianz Vers.- AG angeschrieben und um Klärung des Sachverhaltes gebeten“. Sobald eine Mittelung vorliege, käme man auf den Vorgang zurück.

Das ist nun 2 Monate, 2 Wochen und 6 Tage her. Offensichtlich ist die Allianz in Inkassosachen auch nicht schneller als in der Schadensregulierung. 😉

Nicht vorsagen!

In einem Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Beleidigung schreibt die Polizei eine Zeugin an und bittet diese um eine Zeugenaussage. Das wäre je noch nichts besonderes, nur dass in diesem Anschreiben sämtliche angeblichen Beleidigungen ausführlich und wörtlich wiedergegeben werden, gibt doch zu denken.

Glücklicherweise ließ die Zeugin sich hierdurch jedoch nicht verleiten, sondern gab an, sie habe auf den Inhalt des Gesprächs nicht geachtet.

Naja, versuchen kann man’s ja mal, oder?