Fake oder Schnorrer?

Soeben erhalte ich eine e-mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich hätte gerne mal eine Baratung. Und zwar geht es um folgendes.
Eine Gartenversicherung.

Wir haben von meinem Schwiegervater 2001 einen Garten bekommen wo allerdings er noch der Pächter war. Damals ist der Garten abgebrannt und ich habe mit meinen Mann den Garten wieder aufgebaut und mein Schwiegervater hat aber das geld von der versicherung erhalten aber uns das geld für die wiederbeschaffung nicht gegeben. Also haben wir den Garten aus unsere Tasche wiederaufgebaut haben auch die Quittungen da. Nun hat mein Schwiegervater den garten verkauft und dieses Geld auch behalten. Nun meine Frage wie kann ich mein geld wieder bekommen weil ja mein schwiegervater das geld von der versicherung garnicht für den wiederaufbau genommen hat. Ich bitte um ihre hilfe da ich mein geld onst nie sehe.

Das ich das nicht wirklich für einen ernsthaften Auftrag zu einer – natürlich zu vergütenden – anwaltlichen Beratung halte, kann man mir doch nicht verübeln, oder?

Gerhart Baum spendet für FoeBuD

Aus dem Newsletter des FoeBuD e.V., Ausgabe 12, April 2009:

1) Gerhart Baum stiftet Teil seines Preisgeldes an den FoeBuD

Gerhart Baum spendete 3.000 Euro des mit insgesamt 10.000 Euro ausgelobten Preisgel-des des Erich-Fromm-Preises an den FoeBuD. Der Preis wurde am 23. März in Stuttgart von der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft an den Bundesminister a.D. verliehen. Baum erhielt den Preis „wegen seines Eintretens für die Menschenrechte und für die im Grundgesetz verbürgten Grund- und Freiheitsrechte“. Mit dem Preis wird außerdem „sein mutiges Vorgehen gegen unverhältnismäßiges Sicherheits-streben gewürdigt“.

Baum spendete das Preisgeld an 4 Projekte, die er in seinem „Lebensumfeld hautnah erle-be“ und „die im Sinne von Erich Fromm vorbildliches gesellschaftliches Engagement zei-gen.“ Neben der Geldspende möchte der Bundesminister a.D. auf Organisationen wie den FoeBuD „aufmerksam machen, in der Hoffnung, dass mehr Menschen kreativ ihre Bürger-rechte wahrnehmen und aktiv unsere gemeinsame Zukunft mitgestalten.“

Es gibt also auch noch anständige Politiker – selten genug!

Attraktive Angebote vom Anwalt?

Gefunden im Impressum von Kollegen unter „Datenschutzhinweis:“

Wir nutzen Ihre Daten, um Ihnen attraktive Angebote zusenden zu können. Wir nutzen Ihre Daten für eigene Zwecke, geben diese jedoch NICHT an Dritte weiter.

Attraktive Angebote? Vielleicht „Scheidungen diese Woche zum halben Preis“ oder ähnliches? Oder schlicht geklauter Text? Immerhin findet sich diese Passage bei Google „ungefähr 25.100″ mal. 😉

Der sicherste Browser der Welt …

… ist laut PC WELT mein Lieblingsbrowser Opera:

Der in vieler Hinsicht hervorragende Browser Opera führt seit Jahren ein Schattendasein – kaum beachtet von den Anwendern und, so weit bekannt, gar nicht beachtet von Virenprogrammierern und anderen Angreifern. Darum gilt Opera unsere Sicherheitsempfehlung!

Na also! 😉

Abzocker an den Online-Pranger

PC WELT will Download-Abzocker entlarven – Helfen Sie mit!

Nennen Sie uns neue Abzock-Seiten!
Das Geschäft mit den sündig-teuren Downloads, Online-Horoskopen und Hausaufgaben-Sites ist so lukrativ, dass zunehmend mehr Abzocker-Sites entstehen. Da fällt es schwer, die Übersicht zu behalten. Doch damit ist jetzt Schluss! Wir fordern alle Internet-Surfer auf: Mel-den Sie uns Websites, die Anwender abzocken. Wir prüfen alle Einsendungen und stellen die ertappten Abzocker an den Online-Pranger. Sie sind auf einen Abzocker im Netz gesto-ßen? Dann schicken Sie uns eine Mail an hammer@pcwelt.de

Keine schlechte Idee, oder?

Die Kuh muss vom Eis …

… egal wie – scheint die StA Darmstadt zu denken, die laut Stern und der Blöd-Zeitung jetzt Haftverschonung für Nadja B. unter Auflagen beantragt hat. Über diese Auflagen zu spekulieren, verbietet wohl der Geschmack.

Allerdings sei an dieser Stelle eine kleine Kontrollüberlegung erlaubt: Der Haftbefehlsantrag wurde auf Wiederholungsgefahr gestützt. Eine HIV-Infektion gilt nach bisherigem Stand der Wissenschaft als unheilbar. Die Gefahr, dass ein(e) HIV-Infizierte(r) ungeschützten GV ausübt, ohne über ihre/seine Infektion zu informieren, besteht also lebenslang, zumindest theoretisch, also auch die Wiederholungsgefahr. Aber vielleicht sollte man diese Überlegung gar nicht zu Ende führen. …

Interessant auch, was Stern weiter vermeldet:

Zudem hat die Staatsanwaltschaft ein immunologisches Gutachten bei medizinischen Experten in Auftrag gegeben. Damit soll geklärt werden, ob ein Mann, der die HIV-Infizierte angezeigt hat, tatsächlich von ihr mit dem Virus angesteckt wurde.

Ach? Und auf diese Idee ist man nicht gekommen, bevor man diese bisher wohl beispiellose Lawine lostrat?

Rechtsanwaltskanzleien wirken an Gesetzgebung mit

Nach einer Pressemitteilung des Deutschen Bundestages ist die Rechtsanwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP vom Bundesfinanzministerium als externer Berater beauftragt worden und hat an der Finanzmarktgesetzgebung mitgewirkt. Ein weiterer Beratungsauftrag ging an die Rechtsanwälte White & Case LLP im Zusammenhang mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (16/12255). Ferner beauftragte das Bundeswirtschaftsministerium die Kanzlei Linklaters LLP im Zusammenhang mit der Erstellung eines Restrukturierungsverwaltungsmodells.

Grundsätzlich keine schlechte Idee, Rechtsanwaltskanzleien an Gesetzgebung mitwirken zu lassen. So dürften manche Gesetzgebungsvorhaben mit etwas mehr Sacherstand ausgestattet werden, als es ersichtlich derzeit bei so manchen legislatorischen Meisterleistungen der Fall ist.

Interessant allerdings die Auffassung der Regierung über ihre Verpflichtung zur Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen:

Die Höhe des Auftragsvolumens will die Bundesregierung nicht angeben. Zur Begründung heißt es: „Die Bundesregierung ist auch im Verhältnis zum Deutschen Bundestag zur Wahrung der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der mandatierten Rechtsanwälte verpflichtet.“

Das Honorar als Geschäftsgeheimnis der Anwaltskanzleien? Oder doch wohl eher der Regierung? 😉

Noch’n Scher(t)z?

Manche Kollegen veröffentlichen anscheinend gerne Pressemitteilungen, notfalls sogar anonym – oder ist es nur ein Versehen, dass in dieser PM bei newsroom der Name des Mitteilenden nicht auftaucht? Es ist allerdings offensichtlich, wer auch hinter dieser Meldung steckt:

Berlin – Als Medienanwälte von Frau Nadja Benaissa weisen wir Sie auf Folgendes hin:
Es wird gegenwärtig gemeldet, Herr Rechtsanwalt Groepper habe das strafrechtliche Mandat niedergelegt. An anderer Stelle heißt es, er habe das Mandat „hingeworfen“. Diese Aussagen sind falsch. Von Anfang an waren andere Kollegen mit der Strafverteidigung beauftragt. Ein rechtswirksames Mandat an Herrn Groepper ist zu keinem Zeitpunkt erteilt worden.

Er hat ohne Rücksprache mit der Klientin mit Boulevardmedien Interviews geführt. Dies habe ich ihm unverzüglich untersagt. Nicht Herr Groepper hat das Mandat niedergelegt, vielmehr hat Frau Nadja Benaissa ausdrücklich erklärt, dass er nicht mehr weiter in ihrem Namen auftreten darf und er weiterhin nicht berechtigt ist ihre Rechte wahrzunehmen.

Hm, dass ein bekannter Strafverteidiger einfach ohne jede Grundlage behauptet. von Nadja B. beauftragt worden zu sein, sie in der JVA besucht und Statements abgibt, glaube ich mal nicht. Interessant daher auch der offensichtliche Widerspruch in der PM der „Medienanwälte“:

Einerseits darf der Kollege Groepper „nicht mehr (!) weiter (!) in ihrem Namen auftreten“, andererseits ist ihm ein rechtswirksames Mandat … zu keinem Zeitpunkt (!) erteilt worden. Tja, wat denn nu’???

Tatsache ist jedenfalls nach wie vor, dass Nadja einsitzt und so richtig wirksame Schritte der Verteidigung- wer auch immer diese führt – wohl noch nicht bekannt geworden sind. Deshalb wird es wohl auch noch ein bisschen dauern. …

Update: Schon komisch, dass auch die hier verlinkte Nachricht zwischenzeitlich verschwunden ist. …

Liste der „Zensur-Provider"

Über den Kollegen Siebers wurde ich auf eine Liste der „Zensur-Provider“ aufmerksam.

Dort finden sich also die willfährigen Unterstützer das aktionistischen Unfugs der Frau von Leyenhaft, die laut Chip ca. rund 75 Prozent des deutschen Anbietermarktes abdecken.

Wenn sich die Kunden dieser Provider gegen diese Bevormundung mit einem kleinen Kündigungsschreiben wehren, könnten sich diese Marktanteile schnell rapide verkleinern. B)

Filter-Uschi …

… wird Frau von der Leyenhaft von Torsten Kieslich genannt, der bei Computerwissen Daily resümiert:

Die Woche begann mit einem großen Zweifel, nämlich dem Zweifel daran, ob Filter-Uschi auch nur annähernd weiß, wovon sie bei ihrer vermeintlichen Kinderpornografie-Sperre eigentlich spricht. Ihr umstrittenes Vorhaben gründet sich nämlich auf fehlinterpretierte Statistiken. Die angeblichen Fakten erweisen sich bei näherer Analyse als nicht belegbar, so das Computermagazin c’t in seiner Ausgabe 9/09. Viele Argumente von der Leyens erweisen sich als nicht stichhaltig und der Verdacht liegt nahe, dass nicht chronische Dummheit der Antrieb für diesen Unfug ist, sondern Populismus und gänzliche andere politische Ziele hinter dem aufgesetzten Engagement stehen.

Weiteres in seinem Blog. Inhaltlich volle Zustimmung, nur: Die Wahrscheinlichkeit, dass von unseren (?) leider noch Regierenden irgendjemand auch nur annähernd weiß, wovon er/sie eigentlich spricht, dürfte zumindest im Bereich Internet doch eher gegen Null gehen, oder?