Ärmlich – die 2.

Der gnadenlose Blogkiller hat sich nun doch als 314. Kommentator in seinem Blog eingereiht:

Ich weiß nicht, ob ich Gesprächsangeboten von „Ballmann“ nachgekommen wäre. Spielt aber auch keine Rolle, weil es solche Angebote in Form einer direkten Ansprache (per Anruf, Mail oder DM) nie gab.

Ich glaube auch eher, er meint, ich hätte mich in meinem Blog oder seinem Blog zu seinen Beiträgen äußern sollen. Dazu war ich in der Tat nicht bereit, schon aus Zeitgründen und Antriebsschwäche.

Soso, aber Zeitgründe und Antriebsschwäche hinderten offensichtlich nicht an dem Fax und dem Blogbeitrag, die die Lawine in’s Rollen brachten. Wenig überzeugend, Herr Kollege! Einem professionellen Verteidiger sollte da schon etwas mehr einfallen.

Und in welcher Form auch immer es nun Diskussionsangebote gab oder auch nicht – es stehen immer mindestens zwei Varianten zur Verfügung, auf Angriffe und/oder Polemik von außen zu reagieren: Schlicht ignorieren oder den Angreifer argumentativ öffentlich plattmachen. Mit beiden hätten Sie eine gute Figur gemacht. Stattdessen ihn aber so bloßzustellen, dass er sein Blog zwingend abschalten muss – und das war vorhersehbar – ist sicherlich keinen überzeugende Alternative – und zwar völlig unabhängig davon, dass sicherlich auch Ballmann teilweise überzogen und eine Reaktion provoziert hat.

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12 Gedanken zu “Ärmlich – die 2.

  1. LiKo Melchior,

    „dass er sein Blog zwingend abschalten muss – und das war vorhersehbar“

    Wir haben doch nicht ohne Grund Jura studiert. Es gibt fast immer Mittel und Wege, das zu tun, was man gerne möchte.

    Das geht auch mit einem Richterblog, in dem er aus seinem Alltag berichtet.

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  2. Dass Ballmann seinen Blog „zwingend“ abschalten mußte, kann man wohl nicht sagen. Es spricht sicher vieles dafür, aber zwingend ist das nicht. In der Sache haben sich beide nicht vorbildlich verhalten, UV´s Nennung der wahren Identität war in der Tat ein gemeiner Hieb, dessen Auswirkung sich UV sicher gut vorher überlegt und bedacht hatte. Von der Abschaltung des Ballmann-Blogs hat nun niemand etwas, auch UV nicht ud bei aller Kritik, die ich auch an Ballmanns Blog hatte und dort vor allem wegen der enormen Zunahme an Werbeeinblendungen nicht mehr oft reingeschaut habe, ist das Verschwinden des Blogs aus meiner Sicht doch ein Verlust.

    Was mich wundert ist, dass der sonst schlagfertige Herr Hoenig, der für Ballmann als „Strohmann“ bei der Domainregistrierung aufgetreten ist, zu der Sache noch nichts gesagt hat, aber gut, vermutlich haben die hunderte von kommentatoren bereits das Meiste zur Sache gesagt.

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  3. Sehr treffend ausgedrückt, Herr Kollege. Es geht aber nicht nicht um Verteidigung, sondern um professionelle Selbstdarstellung (Superanwalt ./. Rest der Welt). Da kann eine Diskussion doch nur Streifen in den Glanz bringen. Der Schuss traf zwar ins Schwarze, aber den Rückschlag wird Vetter lange spüren. Mir nicht erklärlich ist die ungewohnte Schweigsamkeit des offiziellen Impressumgebers.

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  4. Sicher wird UV auch Mandaten vertreten haben, die den einen oder anderen “kleineren” Rechtsverstoß begangen haben, warum einen da so ein triviales fehlendes Impressum beschäftigt, muss dann noch weit tiefere Gründe haben, die mir jedoch angesichts der Konsequenz der Einstellung eines der bedeutendsten deutschen juristischen Weblogs eher egal sind.

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  5. Irgendwie scheint B. genau die Retourkutsche dafür bekommen zu haben, dass er durchgängig auf unterstem Niveau Angriffe gegen UV gefahren hat. Das haben ihm nun auch zahlreiche (Stamm)Leser geschrieben. Er hätte besser auf sie reagiert.
    Man mag von beiden Blogs halten, was man will. Das Niveau fehlte im gegenseitigen Verhalten aber eher auf Seiten des Richters – schon alleine, weil UV sich weitgehend zurückhielt. Und sich am Ende mit einer kleinen, unaufwändigen Aktion der Störung entledigte. Kein großes Trara, wie es B. veranstaltete.
    Und das quasi kommentarlose Verschwinden spricht auch Bände.

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  6. @ Malte S.

    a) Unterste Niveau? Dann sind sie aber entweder sehr zartbesaitet oder doch recht unerfahren, was blog wars angeht.

    b) Das Ende des Blogs wurde von ballmann doch kommentiert; was soll man noch mehr dazu sagen? Die Anonymität des Richters war nunmal die „Geschäftsgrundlage“ und die ist nun entfallen.

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  7. Das ist doch alles sehr fadenscheinig. Wie man läuten hört, hat UV nur ausgesprochen, was jeder interessierte bereits wusste. Gemeiner Hieb in die Nieren vielleicht, wie Ballmann aber selbst bereits postete: Zu Ende war es bereits beim Fax.
    Die eigentliche Frage lautet also: wieso war ihm das erst beim Fax klar?

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  8. Ich habe nichts von unterstem Niveau geschrieben, sondern nur, dass B. weniger Niveau hatte als UV. Über die eigentliche Niveauhöhe beider Blogs geht es hier ja auch nicht, oder?
    Und der „Kommentar“ von B. wirkt mE auch eher ein wenig nach „ich bin beleidigt, weil das Spiel nicht nur nach meinen Regeln gespielt wurde.“ Ein wenig mehr Diskurs- oder Konfrontationsfähigkeit hätte ich dem aggressiven B. dann doch zugetraut…

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  9. Ich glaube nicht, dass es Ballmann in dieser oder einer ähnlichen Form nach seinem Zwangs-Outing hätte geben können. Es ist eine Sache, ob für „qualifizierte Einzelne“ nach ein wenig Recherche auf einen Namen stoßen, oder obs die Spatzen von den Dächern pfeifen.

    Ein von mir recht gern gelesenes Weblog, das Bestatterweblog verfremdet nach eigenen Angaben die geschilderten Sachverhalte so, dass weder auf Namen, Ort und Zeit der Geschehnisse geschlossen werden kann.

    Bei Ballmann wäre das allerdings schon thematisch schwieriger, denn es kommt beim Thema Recht doch ein Bisschen mehr auf die Aktualität der Beiträge an. Und auch die Konsequenzen, wenn doch einmal ein Fall „enttarnt“ wird sind bei Ballmann schlimmer. Beim Bestatter sind es manchmal wenig schmeichelhafte Charakterisierungen, aber es geht doch nur um Folgeaufträge.
    Wenn mein Richter allerdings seine Einschätzung vor dem Urteil öffentlich in einem Blog diskutierte, würde ich alles dran setzen, einen anderen Richter zu bekommen (natürlich nur, wenns für mich schlecht aussieht).

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