Netter Versuch

Der gegnerische Kollege rief an und fragte nach Vergleichsmöglichkeiten hinsichtlich einer Schadensersatzforderung meines Mandanten gegen den Gegner wegen Sachbeschädigung. Gleichzeitig war er jedoch bemüht, das Interesse seines Mandanten an einem Vergleichsschluss herunterzuspielen:

Die drohende Verurteilung seines Mandanten zu mehreren Tausend Teuro nebst Zinsen über mehrere Jahre sei nicht so dramatisch: Wenn man sich nicht einige, würde sein Mandant eben flugs das Privatinsolvenzverfahren betreiben und so die Forderung so loswerden.

Tolle Idee – wäre da nicht § 302 InsO, der Verbindlichkeiten des Schuldners aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung von der Restschuldbefreiung ausschließt.

„Diese versteckte Vorschrift ist weiten Teilen der Bevölkerung unbekannt“, wie ein anderer Kollege einmal formulierte – dem gegnerischen Kollegen offensichtlich auch. Auf entsprechenden Hinweis meinerseits war das Thema dann auch schnell vom Tisch. 😉

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Ein Gedanke zu “Netter Versuch

  1. zumindest im eröffnungstermin wird dem befreiungswilligen die vorschrift förmlich aufs butterbrot geschmiert, damit man auch brav die unerlaubte handlung bestreitet.

    deshalb bei schmerzensgeld immer gleich den feststellungsanspruch im hinblick auf §302 inso stellen – danach kostets nur sinnlos geld.

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