Großzügig, also netto?

Eine Kollegin vertritt ständig eine Wohnungsgesellschaft, daher sollte ihr (anders als scheinbar (?) ihrer Mandantschaft) die Berechnung einer Mietminderung von der Bruttomiete (vgl. BGH XII ZR 225/03) eigentlich geläufig sein. Der Leitsatz ist eindeutig:

Bemessungsgrundlage der Minderung nach § 536 BGB ist die Bruttomiete (Mietzins einschließlich aller Nebenkosten). Dabei ist unerheblich, ob die Nebenkosten als Pauschale oder Vorauszahlung geschuldet werden.

Nach Auffassung der Kollegin gilt dies aber anscheinend dann nicht, wenn’s zu teuer wird. Sie meint:

Eine Minderung nach der Bruttomiete scheidet hier auf jeden Fall (!) aus, da die angebotene Mietminderung von monatlich 75,12 € äußerst großzügig ist.

Aha! Sollte man hier nicht vielleicht eher BGH-kompatibel und gesichtswahrend den angemessenen Prozentsatz diskutieren, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, eine immerhin fünf Jahre alte Grundsatzentscheidung schlicht nicht zu kennen? 😉

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