Es wär’ ja auch zu schön gewesen …

… wenn der wirklich mehrheitsfähige Kandidat gewonnen hätte und die ganze Veranstaltung nicht wieder dem Parteienproporz bzw. der undemokratischten Institut aller Zeiten um Opfer gefallen wäre, dem (natürlich stillschweigenden) Fraktionszwang und auch den Kasperlespielen der Linken. Laut ARD haben wir nun wohl den personifizierten Schwiegersohn als Präsi.

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Harndrang meets Wahlgang …

… schreibt SPON. Ob und inwieweit sich auch Mitglieder der Linken entleert haben, ist nicht überliefert. Jedenfalls tragen sie anscheinend noch eine Menge Verzichtbares mit sich herum:

Gysi deutet an, dass sich die Mehrheit der linken Wahlfrauen und -männer wohl bei der Wahl enthalten wird. Das würde bedeuten, dass Wulff vermutlich doch Bundespräsident wird.

Also anscheinend soll die Chance vertan werden, es der Koalition einmal so richtig zu zeigen. So kann man auch den Leuten Recht geben, die die Linke weder für wahl- noch gar für regierungsfähig halten.

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Eigenes Gewissen? Wozu?

Deutlicher kann man die (ggf. zu erzwingende) Unterordnung des freien Willens bzw. einer freien Gewissensentscheidung unter die politische Disziplin kaum demonstrieren als es Kanzlöse & Co. derzeit praktizieren:

Hinter den verschlossenen Türen des Fraktionssaals schwört Merkel die Wahlleute der Union ein: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die gemeinsamen politischen Ziele“, sagt sie. „Wir sind eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten.“

Ekelhaft!

P.S. Herrlich auch folgendes:

Dramatischer Appell der Kanzlerin: Angela Merkel hat die Wahlleute in ihren Reihen dazu aufgerufen, im zweiten Durchgang geschlossen für Christian Wulff als Präsidenten zu stimmen. Sonst sei man im dritten von den Linken abhängig.

„… von den Linken abhängig“ – der Kanzlöse ist wirklich kein Argument zu peinlich. Glaubt sie etwa wirklich, dass auch nur annähernd die Chance besteht, die Linke würde „ihren“ Kandidaten wählen? Und selbst wenn – wo wäre da bitte die Abhängigkeit?

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Kurzfristige Spielchen oder langfristige Taktik?

Es wäre eigentlich ganz einfach:

Auf Christian Wulff entfielen im ersten Wahlgang 600 Stimmen, für Joachim Gauck stimmten 499 Mitglieder der Bundesversammlung und Luc Jochimsen erhielt 126 Stimmen.

Wenn die Linke jetzt auf ihr parteipolitisches Kasperspielchen verzichten würde, wäre die Sache geritzt. Aber die Gefahr besteht wohl nicht wirklich, oder? Lieber Wulff passieren lassen als Gauck wählen?

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The same procedure – once more

Im ersten Wahlgang in der Bundesversammlung gab’s also noch keine Entscheidung. Also jedenfalls nix mit überzeugenden Blitzsieg. 😉 Mit 600 Stimmen fehlen Wulff 23 Stimmen zur absoluten Mehrheit. Auf Joachim Gauck entfielen knapp 40 Stimmen mehr, als Rot-Grün in der Bundesversammlung zugerechnet werden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. 😉

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