Sparkasse non calculat??

Schon erstaunlich, welche Zicken sich „unsere“ (?) Sparkasse nach Zustellung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses leistet:

Pfändungs- und Überweisungsbeschluss des AG Wismar 6 M 1***
Ihr Kunde: xyz

Sehr geehrte Damen und Herren,

bezüglich des o.a. Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses rief am 31. d.M. eine Mitarbeiterin Ihres Hauses hier an und meinte, wenn wir Ihr nicht eine aktuelle Forderungsaufstellung mit Zinsberechnung übersendeten, könne der o.a. Pfändungs- und Überweisungsbeschluss „nicht bearbeitet“ werden. Diesbezüglich erlaube ich mir, Folgendes anzumerken:

Dass bei zumindest Hunderten inzwischen hier ausgebrachter Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse bisher noch kein Geldinstitut eine Forderungsaufstellung verlangt hat, sei nur am Rande erwähnt. Es erscheint auch nur schwer vorstellbar, dass die Berechnung von Zinsen i.H.v. fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz auf eine Hauptforderung von 585,12 € und auf Kosten von 105,11 € über den bereits berechneten Zeitraum Ihrerseits nicht möglich sein sollte.

Jedenfalls aber sollte gerade in Ihrem Hause als öffentlich-rechtlichem Institut bekannt sein, dass ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss eine hoheitliche Maßnahme eines Gerichts darstellt, dessen Bearbeitung sicherlich nicht im Ermessen einer Ihrer Sachbearbeiterinnen liegt. Dementsprechend darf ich bitten, diese nunmehr unverzüglich vorzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen
RA J. Melchior

Mal sehen, was denen jetzt einfällt. 😉

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9 Gedanken zu “Sparkasse non calculat??

  1. „Es erscheint auch nur schwer vorstellbar, dass die Berechnung von Zinsen i.H.v. fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz auf eine Hauptforderung von 585,12 € und auf Kosten von 105,11 € über den bereits berechneten Zeitraum Ihrerseits nicht möglich sein sollte. “

    Da muss ich Ihnen allerdings widersprechen; nach meinen Erfahrungen mit Banken und insbesondere der örtlichen Sparkasse halte ich das im Gegenteil für sehr gut vorstellbar.

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  2. Da fragt sich aber sehr, wer hier weniger Ahnung vom Vollstreckungsrecht hat. Der gerichtliche Pfändungs- und Überweisungsbeschluss verbietet dem Drittschuldner nur, an den Schuldner zu leisten. Er gebietet ihm aber keineswegs, die „Pfändung zu bearbeiten“ oder gar an den Vollstreckungsgläubiger zu leisten. Der Vollstreckungsgläubiger muss ggf den Drittschuldner genauso verklagen wie jeden anderen Schuldner auch.

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    • Ach wirklich? Dann sehen Sie doch mal in die §§ 829, 835 ZPO. Da gibt es durchaus einiges zu bearbeiten. Im Übrigen gibt es wohl kaum eine Bank, die nicht schon aus ganz vitalem Eigeninteresse nach Ablauf der Schonfrist das gepfändete + zur Einziehung überwiesene (!) Geld auszahlt.

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    • Verehrter Herr Kraemer,

      gehen Sie einfach davon aus, das ich wohl schon Hunderte von Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen auf den Weg gebracht habe und noch nie (!) einen Einziehungsprozess gegen eine Bank führen musste – nicht einmal gegen die Deutsche Bank, die sonst gerne mal Pfändungsgläubiger auflaufen lässt.

      Warum wohl nicht?

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      • Die Antwort ist einfach: Rechtsanwälte sind bekanntermaßen üble rechthaber und schreiben gerne ein paar längere Briefe, statt einfach mal etwas zu machen, was sie nicht einsehen (Anschauungsmaterial s. „Vollmachtsblog“).

        In Banken versteht man dagegen ökonomisch zu denken und unter diesem Aspekt die Weisheit des Satzes zu beherzigen, dass der Klügere nachgibt.

        Abgesehen davon glaube ich Ihnen schlicht nicht, dass Sie grundsätzlich keine Forderungsaufstellungen machen (oder Sie vertreten immer nur Kleingläubiger mit einer einzigen Forderung, bei der außer dem, was im Titel steht, nichts zu rechnen ist).

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      • Na, so langsam outet sich der Troll – oder der Universalsachverständige für Vollmachtsvorlage und Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse.

        Kleiner Tipp zur Güte: Bleiben Sie bei Ihren Leisten und ich bei meinen. Dass Sie die Thematik des VollMachtsBlogs nicht verstanden haben, wurde soeben deutlich, mit den Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen sieht’s anscheinend nicht viel besser aus.

        Abschließend: Dass ich grundsätzlich keine Forderungsaufstellungen mache, habe ich nie behauptet, ganz in Gegentum. Aber auch hier offenbart sich Ihre mangelnde Sachkenntnis:

        In einem Antrag auf Erlass eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses wird die Hauptforderung aufgeführt, daneben die Verzinsung für einen bestimmten Zeitraum. Es liegt aber nun einmal in der Natur der Sache, dass der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss gelegentlich erst nach dem vorausberechneten Zeitraum zugestellt wird – und dann müssen eben weitere Zinsen ausgerechnet werden. Darum ging es – und nur darum – und dass die hiesige Spaßkasse die erste war, die hier Probleme hatte. Nehmen Sie es einfach so hin.

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