Zu Guttenberg – Dr. weg, jetzt auch das Prädikatsexamen ?!

Ein Kommentator macht auf folgende Merkwürdigkeit aufmerksam:

Vor zwei Tagen war auf der HP des Bundesministers für (Selbst)verteidigung noch zu lesen: „Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen“. Nun ist davon keine Rede mehr, das Prädikatsexamen ist verschwunden. Nanu?

Glücklicherweise gibt es aber noch das Webarchiv und insbesondere den Google-Cache:

„Studium der Rechts- und Politikwissenschaften, Prädikatsexamen, Promotion im Jahr 2007 zum jur. (summa cum laude)“

Der Doktor ist weg, weil erschlichen – sollte ähnliches auch für das Prädikatsexamen gelten? Fragen über Fragen! 😉

Aber wie heißt doch der Titel seiner Seite: „Karl-Theodor zu Guttenberg | Verantwortung verpflichtet“ – fragt sich nur, wozu?

Update: Der Google-Cache wurde inzwischen überschrieben, aber im Webarchiv findet sich immer noch das eine oder andere Schmankerl. 😉

2. Update o1.o3.2011: … und jetzt auch der Ministerposten – leider zu spät, um noch halbwegs in Ehren zu gehen.

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15 Gedanken zu “Zu Guttenberg – Dr. weg, jetzt auch das Prädikatsexamen ?!

  1. Ich möchte Ihnen nur zwei Anmerkungen liefern:
    1. „Ich entschuldige mich“ ist eine unbedeutende Phrase, denn ich kann mich nicht selbst entschuldigen!
    Schau nach bei den Leuten, die das Vaterunser beten
    …und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..
    2. Gilt das Sprichwort nicht mehr, das da lautet:
    „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er nur die Wahrheit spricht!“ ???

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  2. Prädikatsexamen = befriedigend

    „Verteidigungsminister zu Guttenberg konnte nur mit einer Ausnahmegenehmigung promovieren, weil er in seinem Examen nur die Note „befriedigend“ erreichte. Die Genehmigung erteilte neben anderen der damalige Dekan, der Vorsitzender der Jungen Union der CSU in Schwandorf war.“
    Quelle FAZ online
    http://www.faz.net/s/Rub1ED0C280BBA14ACAB16800E2F760DF3E/Doc~E980FC446E8E9434687F407E07744151A~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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  3. Ein „befriedigend“ reicht nicht für ein juristisches Prädikatsexamen. Dazu ist ein „voll befriedigend“ notwendig, das Herr zu Guttenberg ganz offenbar nicht vorzuweisen hat.

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  4. Auch noch heute früh, 1.3.2011, war in der Biographie des Bundestages das Prädikatsexamen genannt. Stand 10:43 ist es weg.
    Mal sehen, wie lange man noch was von der Salami schneiden kann.

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  5. also wirklich,
    Prädikatsexamen wird im allgemeinen Sprachgebrauch in 15 Bundesländern als 9 P. + verstanden. In Bayern meint man, man habe ab 6,5 P. ein „kleines Prädikat“. Promovieren darf man man der jeweiligen Promotionsordnung der Hochschule ab 9 P., dass heisst ab dann hat man einen Anspruch auf das Durchlaufen des Promotionsverfahrens. Auch mit einem Examen unter 9 P. kann kann in der Regel promovieren, wenn man von dem jeweiligen Fakultätsrat einen sog. Dispens erhält. Hat man gleichwohl zwar nicht 9 P., aber doch ein ordentliches Examen ( 7,5 P. +), und findet man einen Doktorvater, so kann man im Regelfall gleichwohl promotieren, unter Einhaltung gewisser weiterer Voraussetzungen. Als ich 2000 in Marburg promoviert wurden, waren ca. die Hälfte v.b.-Leute und die andere Hälfte solche mit Dispens. Das ist nichts außergewöhnliches, sagt

    Dr. Pagels
    (dem im ersten Examen am v. b. auch 0,38 P. fehlten).

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  6. Herr Dr. Pagels,

    das ist ja schön und gut – dennoch an verschiedenen Stellen mit Prädikatsexamen für sich zu werben, obwohl das eindeutig irreführend ist zu dem an Hochschulen üblichen Sprachgebrauch, ist bezeichnend!

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  7. @Pagels:
    Laut Wiki wird in
    – Sachsen und Bayern ein „Befr.“ als Prädikatsexamen angesehen
    – in BW ein Befr. als „kleines Prädikat“
    Zumindest in Sachsen waren jahrelang die Examensnoten auf derart niedrigem level, dass man schon bekloppt sein musste, dort überhaupt das Examen anzutreten.

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  8. Ich lache mich tot, der Doktor der Herzen hat auch noch ein bfr „im unteren Bereich“ (siehe: http://deutschlandecho.wordpress.com/2011/02/28/unions-filz-csu-naher-professor-erteilte-guttenberg-ausnahmegenehmigung-fur-promotion/); d.h. wohl gerade knapp über 6.5 Punkte erreicht. Jedenfalls ist KTG nicht schlecht, wenn es darum geht, den Lebenslauf etwas zu frisieren (zB berufliche Stationen in FFM und NY… waren auch nur Stationen im Referendariat).

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  9. Das ist schon dreist. Kein Anderer würde auf die Idee kommen, in seinem Lebenslauf „prädikat“ reinzuschreiben, obwohl es nicht so ist. Aber Guttenberg kann es ja machen…
    Für mich ist er entgültig unten durch!!!

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