Goldsparplan – bei Vermittlungsgebührenvereinbarungen abgekupfert?

Dass parallel zu Nettopolicen abgeschlossene Vermittlungsgebührenvereinbarungen den Charme haben, dass die Vermittlungsprovision in voller Höhe zu zahlen sein soll, auch wenn die Lebensversicherung nicht mehr besteht, ist bekannt.

Eine nette Variante dieses Prinzips ist der sog. GoldTresor-Sparplan der Multi-Invest GmbH. Hier soll ein monatlicher „Sparbetrag“ von z.B. 50.- € angelegt und hiervon dann Gold in 1-Gramm-Barren angekauft werden. Eine an sich schon fragwürdige Idee, denn:

Der Kaufpreis pro Gramm Gold ist bei kleineren Barren höher als bei großen Barren.

Eben! Aber trotzdem:

Wie kaufen und lagern Gold bewusst ausschließlich in 1 Gramm Barren, um für die Anleger eine bessere Verfügbarkeit in Notsituationen zu gewährleisten.

Naja, nicht wirklich überzeugend, oder? Es kommt aber noch besser: Das Projekt kostet Eintrittsgeld, und zwar bescheidene 1.500.- €. Diesbezüglich beauftragt der Kunde die Multi-Invest GmbH:

… aus den ersten monatlichen Sparbeträgen die Abschlusskosten bis zur vollständigen Zahlung der Abschlusskosten einzubehalten.

Im Klartext: Die ersten 30 (!) Monatsraten zu je 50.- € sind w-e-c-h, sprich weg, ohne dass auch nur ein Gramm Gold gekauft worden wäre – jedenfalls vorerst. Aber immerhin:

Sobald der Kunde Einzahlungen zum Erwerb von Feingold in einer Höhe von € 10.000.- geleistet hat, erhält er die Einrichtungsgebühr bzw. die Abschlusskosten durch MultiInvest in Form von 1/1000 Kilogramm Goldbarren gutgeschrieben.

Tja, sobald: Bei monatlich 50.- € hat man dieses Ziel ja schnell erreicht, nämlich „schon“ nach 200 Monaten – oder auch 16,67 Jahren. 😉

Und nun die Parallele zu den Vermittlungsgebührenvereinbarungen:

Der Bestand der Einrichtungsgebühr bzw. der Abschlusskosten ist rechtlich unabhängig von der tatsächlichen Durchführung des Goldsparplans. Das heißt, dass die Verpflichtung zur Zahlung der Gebühr nicht durch die Kündigung oder sonstige vorzeitige Beendigung des Sparplans entfällt. Stellt der Kunde die Zahlung der monatlichen Sparbeiträge vor der vollständigen Tilgung der Einrichtungsgebühr ein, so wird die gesamte zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Einrichtungsgebühr sofort zu Zahlung fällig.

Wer schreibt, der bleibt, oder wie? Wie gerichtsfest dieser Vertrag ist, wird sich ggf. zeigen. 😉

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4 Gedanken zu “Goldsparplan – bei Vermittlungsgebührenvereinbarungen abgekupfert?

  1. Ich weiß gar nicht, warum Sie so eoinen Wind machen?
    Einfach nur rechnen. xbeliebige Lebensversicherung 20-30% Kosten für Verwaltung und Provision plus 10-15% Risikokosten plus 5-7% Kosten für Protektor ist gleich im günstigsten Fall bei Direktversicherungen 35-50% Kosten.50€ x12 Monatex30 Jahre = 18.000.-€. Die Kosten können Sie sich alleine ausrechnen.
    Und Rentenversicherung und Riester ist nich viel besser.
    Aber an dise Produkte mit den dazugehörigen Gesellschaften trauen Sie sich nicht ran.
    MfG

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  2. Zitat: „Der Bestand der Einrichtungsgebühr bzw. der Abschlusskosten ist rechtlich unabhängig von der tatsächlichen Durchführung des Goldsparplans. Das heißt, dass die Verpflichtung zur Zahlung der Gebühr nicht durch die Kündigung oder sonstige vorzeitige Beendigung des Sparplans entfällt. Stellt der Kunde die Zahlung der monatlichen Sparbeiträge vor der vollständigen Tilgung der Einrichtungsgebühr ein, so wird die gesamte zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Einrichtungsgebühr sofort zu Zahlung fällig.“ Zitat ende.

    Ist so etwas tatsächlich Rechtlich einwandfrei?
    Man müsste die Summe selbst dann Zahlen wenn kein Vertrag zustande kommt. Das würde heißen allein die Unterschrift auf dem Antrag zum Sparplan hätte demnach die Zahlung zur Folge. Selbst bei fristgerechter Kündigung?
    Und wäre das nicht vornherein zum Nachteil des Kunden?
    Hab ich das so richtig verstanden?

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    • Das haben Sie so richtig verstanden. Und ob das tatsächlich legal ist, müsste ggf. gerichtlich geklärt werden – wenn die Multi-Invest GmbH sich denn traut, Klage zu erheben. 😉

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      • Lieber Ra…ich bin über ihre Kommentare entsetzt…nur mal zur Info..
        Wenn kein Vertrag zustande kommt muss auch niemand etwas bezahlen.
        Desweiteren verstehe ich ihre Argumentation nicht..Kosten die zurück erstattet werden..hmm..das ist jetzt schlecht?…einem 50,-Sparer der eine 1g Stückelung erhält ist abzuraten?Was bekomm ich denn für 50,- anderswo?..
        Auch wenn ich dann rund 17 Jahre benötige…ich den Vertrag als Anlage für die Rente betrachte…wo ist das Problem..keine Lv oder RV..zahlt die gigantischen Kosten zurück….auch dort zahle ich unter umständen die ersten 3 oder 4 Jahre ein ohne eine RW zu haben…also bitte…..nicht alles ist schlecht nur weil sie es nicht mögen….

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