Laserdrucker als Datenleck?

PC WELT berichtet:

Eine neue, verheerende Sicherheitslücke in Druckern könnte Millionen Endkunden, Gewerbetreibende und sogar Regierungsmitarbeiter gefährden. Forscher der Columbia University sind im Rahmen einer aktuellen Studie auf eine gravierende Sicherheitslücke gestoßen. In diesem Fall geht es nicht um die eigentlichen PCs, auf denen sich Malware einschleusen lässt, sondern um Peripherie in Form von Druckern. Entdeckt wurde die Lücke in der LaserJet-Reihe von Hersteller Hewlett-Packard, die es Hackern ermöglichen, die Geräte über das Internet fernzusteuern. Dabei könnten persönliche Daten gestohlen, Netzwerke angegriffen oder gar physische Schäden verursacht werden.

Sich jetzt still zu freuen, dass man keinen HP-Drucker besitzt, wäre wahrscheinlich zu einfach. 😦

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Was macht eigentlich S. ?

Damals:

1980 wurde S. von der 2. Großen Strafkammer beim Landgericht Berlin wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt, da er am Aufbau der RAF nach der ersten Verhaftungswelle 1972 mitgearbeitet habe und in das illegale Informationssystem der RAF involviert gewesen sei. Dieses Urteil wurde 1982 von der 10. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts auf 10 Monate reduziert. S. bestreitet die Vorwürfe und erklärte, das Informationssystem habe lediglich der Arbeit als Verteidiger für die Gefangenen Mitglieder der RAF in den Jahren 1970 bis 1975 gedient.

(Zitat aus Wikipedia) Offensichtlich ein harter Hund – möchte man meinen.

Und heute?

Zeigt S. strafunmündige Kinder an, die Talgkugeln mit einer Futterschleuder ins Wasser schossen, um Fische anzulocken, wobei S.’ illegal badende Gattin versehentlich am Kopf getroffen wurde.

Naja. …

Update 25.11.2011: Wie einem Blogbeitrag des Kollegen Vetter vom heutigen Tage zu dieser Geschichte zu entnehmen ist, soll nicht S., sondern dessen Gattin die Anzeige erstattet haben. Ob sich dadurch eine gänzlich andere Beurteilung ergibt, ist eine andere Frage.

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Aktenmeyers Halbwahrheiten – die 2.

Gestern Abend zog Uli Meyer in seiner Akte 2011 wieder gegen die Schlechtigkeit der Welt zu Felde: Ein böser Bube hatte auf den Namen einer ahnungslosen und todtraurigen Frau ein Konto eröffnet, dieses kräftig überzogen und nun sollte sie die Zeche zahlen – was sie natürlich überhaupt nicht einsah.

So weit, so schlecht. Dass den tränenauslösenden Vollstreckungsversuchen gegen die alleinerziehende Mutter allerdings ein rechtskräftiges Versäumnisurteil eines Landgerichts zugrunde lag, war nur am Rande erkennbar. Es wurde lediglich mitgeteilt, ihr (anscheinend selbst eingelegter) Einspruch sei verspätet gewesen. Dass vor einem LG bekanntlich Anwaltszwang herrscht, wurde ebenso wenig erwähnt wie die Tatsache, dass Landgerichte hierüber und die einzuhaltenden Fristen ausdrücklich zu belehren pflegen. Die Dame traf so wohl ein ganz gehöriges Mitverschulden an ihrer misslichen Lage.

Schade eigentlich, der Fall warf wirklich einige interessante Fragen auf, z.B. wie jemand mit gefälschten Unterlagen Konten auf fremde Namen eröffnen kann, obwohl nicht einmal die Adressen übereinstimmten, wie er gleich mehrere Tausend Euro von diesem Konto abheben kann, etc. pp. Das bleib letztlich offen – aber Ist ja auch egal, im Ergebnis hatte die Akte jedenfalls wieder heldenhaft und erfolgreich gekämpft, oder ?

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Copy & Paste by OLG?

Der gegnerische „Kollege“ – mit dem mich (leider) eine Vielzahl von nahezu identischen Fällen „verbinden“ – hat wenig bekanntlich wenig Verständnis für ihm missliebige Urteile. Jetzt ist das OLG Koblenz dran:

„Etwas Gegenteiliges ergibt sich auch in keiner Weise aus dem Urteil des OLG Koblenz. Denn das OLG Koblenz hatte lediglich das rechtsirrige Urteil des LG Düsseldorf 8 O 11/09 abgeschrieben.“

Das dürfte dann wohl die Geburt eines neuen Textbausteins sein. Substantiierter Vortrag geht allerdings anders. Auch das Amtsgericht im konkreten Fall war von dieser unsachlichen Polemik wenig beeindruckt und hat die Klage schon wegen erheblicher Fehlleistungen der Vermittlerin abgewiesen – natürlich auch völlig rechtsirrig. 😉

Update 23.11.2011: In einem aktuellen Schriftsatz kriegt auch das LG Düsseldorf nochmals sein Fett weg: Der Kollege versteigt sich zu der polemischen Behauptung, dessen Urteil sei „nicht einmal das Papier wert, auf dem es steht.“

Naja, wenn er meint. A.A. z.B. das OLG Koblenz, das AG Westerburg, das AG Geislingen, das AG Pforzheim sowie das AG Bad Schwalbach – weitere werden wohl folgen.

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Superior hat Recht

Eine Vertreiberin der beliebten Nettopolicen der Atlanticlux nebst Vermittlungsgebührenvereinbarungen, die Superior Vertriebsmanagement GmbH, bedroht informiert eine Kundin:

Wir dürfen höflich darauf hinweisen, dass eine gerichtliche Beitreibung von Vergütungen regelmäßig mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

Stimmt – fragt sich nur, für wen. Der letzte Rechtsstreit vor dem AG Heilbronn kostet Superior konkret 1.439,15 €. 😉

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Die Abzockklitsche trickst

Die hier schon erwähnte Abzockklitsche fährt ein neues Geschütz auf:

Die Mandantin erreicht jetzt ein Schreiben mit dem Briefkopf „Concept Payment – Factoring, Ecommerce, Consulting“. Wichtig, wichtig – soll wohl nach Inkassobüro aussehen. Tatsächlich hat diese ominöse „Firma“ aber keine entsprechende Zulassung – und ist wohl auch nicht wirklich eine Firma, vgl. § 19 HGB:

(1) Die Firma muß, auch wenn sie nach den §§ 21, 22, 24 oder nach anderen gesetzlichen Vorschriften fortgeführt wird, enthalten:
1.
bei Einzelkaufleuten die Bezeichnung „eingetragener Kaufmann“, „eingetragene Kauffrau“ oder eine allgemein verständliche Abkürzung dieser Bezeichnung, insbesondere „e.K.“, „e.Kfm.“ oder „e.Kfr.“;

Aber immerhin hat sie einen „Geschäftsführer“, nämlich einen gewissen Alexander Hennig, der wiederum auch als Inhaber der ebenso ominösen „Firma“ Miranavo Content Plus auftritt. Dieser Herr hat Wichtiges mitzuteilen:

Sehr geehrte/r …
hiermit teilen wir Ihnen mit, dass Miranavo Content Plus die Ihnen mit dem Schreiben vom 31.08.2011 in Rechnung gestellte Forderung für die Nutzung des ServicePortaIs PremiumDownIoaden.de an uns abgetreten hat. In der vorbezeichneten Angelegenheit mussten wir leider feststellen, dass Sie bis heute auf die berechtigten Forderungen keine Zahlungen geleistet haben. Zu ihren Gunsten gehen wir davon aus, dass dieses lediglich irrtümlich geschehen ist und Sie die bisherigen Mahnungen lediglich aus Versehen nicht beachtet haben. Wir geben Ihnen daher eine letzte Chance Ihren offenen Kontostand in Höhe von 136,90 EUR zu begleichen.

· 12-Monatszugang – http://www.premiumdownIoaden 96,00 EUR
· Mahngebühren 13,50 EUR
· Porto und Auslagen 4,22 EUR
· Bearbeitungsgebühren gem. §§ 284, 286 BGB 23,18 EUR
noch zu zahlender Betrag 136,90 EUR

Wie Sie aus den bisherigen Mahnschreiben erkennen können, haben Sie durch die Anmeldung vom 16.08.2011 über Ihre IP-Adresse 87.18B.81.117 bei wwwpremium-downloadende gemäß § 611 BGB einen Dienstleistungsvertrag geschlossen. Da Sie diesen Vertrag auch nicht gemäß § 312d BGB widerrufen haben, sind Sie verpflichtet die oben benannte Summe zu zahlen. Aufgrund der Mahnungen befinden Sie sich bereits entsprechend § 283 BGB im Verzug. Eine Verweigerung der Zahlung stellt zudem eine Verletzung Ihrer Vertragspflichten dar, die Schadensersatzansprüche gemäß §§ 281, 280 Abs, 1 BGB zur Folge haben kann. Sollte Sie diese letzte Frist verstreichen lassen, müssen wir annehmen, dass Sie sich unlauter diese Dienstleistungen erschleichen wollten und werden die berechtigten Forderungen gerichtlich geltend machen, vorsichtshalber machen wir Sie darauf aufmerksam, dass Ihr Verhalten einen Eingehungsbetrug gemäß § 263 StGB darstellen könnte. Daher behalten wir uns die Möglichkeit einer Strafanzeige nach Prüfung des Sachverhaltes durch unseren Rechtsanwalt ausdrücklich vor!

Man beachte: Miranavo Content Plus hat eine Forderung an Concept Payment abgetreten – beides bestenfalls Einzelfirmen einer und derselben Person, nämlich Alexander Hennig.

Herr Hennig tritt also eine Forderung an sich selbst ab – oder tritt er hierbei als Vertreter seiner „Firmen“ auf und verstößt gegen § 181 BGB? Fragen über Fragen!

Tolle Drohkulisse, nett auch die pseudojuristischen Belehrungen, viele Paragraphen machen Eindruck, oder? Und dann noch die Drohung mit einer Strafanzeige!

Die wird allerdings tatsächlich erstattet werden – und zwar gegen Herrn Hennig. 😉

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