Copy & Paste by OLG?

Der gegnerische „Kollege“ – mit dem mich (leider) eine Vielzahl von nahezu identischen Fällen „verbinden“ – hat wenig bekanntlich wenig Verständnis für ihm missliebige Urteile. Jetzt ist das OLG Koblenz dran:

„Etwas Gegenteiliges ergibt sich auch in keiner Weise aus dem Urteil des OLG Koblenz. Denn das OLG Koblenz hatte lediglich das rechtsirrige Urteil des LG Düsseldorf 8 O 11/09 abgeschrieben.“

Das dürfte dann wohl die Geburt eines neuen Textbausteins sein. Substantiierter Vortrag geht allerdings anders. Auch das Amtsgericht im konkreten Fall war von dieser unsachlichen Polemik wenig beeindruckt und hat die Klage schon wegen erheblicher Fehlleistungen der Vermittlerin abgewiesen – natürlich auch völlig rechtsirrig. 😉

Update 23.11.2011: In einem aktuellen Schriftsatz kriegt auch das LG Düsseldorf nochmals sein Fett weg: Der Kollege versteigt sich zu der polemischen Behauptung, dessen Urteil sei „nicht einmal das Papier wert, auf dem es steht.“

Naja, wenn er meint. A.A. z.B. das OLG Koblenz, das AG Westerburg, das AG Geislingen, das AG Pforzheim sowie das AG Bad Schwalbach – weitere werden wohl folgen.

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10 Gedanken zu “Copy & Paste by OLG?

  1. Ach Gott der Arme! Jetzt kriegt er nochmal ein rechtsirriges Urteil aus dem Süden! Wieviele Niederlagen gleicher Art kann ein Mensch denn aushalten?
    Leider hatte ich gestern nicht das Vergnügen den Kollegen aus München kennen zu lernen. Der Richter war auch ziemlich enttäuscht darüber. Aber vielleicht kommt ja ne Berufung, wenn die Richter doch alle irren!

    Grüße

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    • Frei nach weiland Nobby Blüm: Die Berufung is‘ sischer!

      Falls das LG dann allerdings nicht gleich mit 522 ZPO kommt, aber auch nicht wirklich überzeugt ist, wird gerne auch ein VU riskiert – um dann in der Einspruchsschrift nochmals ausführlich auf alle Rechtsirrigkeiten dieser Welt einzudreschen, dann aber die Berufung schmucklos zurückzunehmen, falls das Gericht immer noch nicht ehrfürchtig zu Boden sinkt. So z.B. neulich vor dem LG Frankfurt/Main und dann vor dem LG Ellwangen, demnächst vielleicht in Wiesbaden? 😉

      Verraten Sie mir, was bei Ihrer Sache herausgekommen ist?

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  2. klar mach ich! Verkünder ist am 12.12.
    Würde mich fast freuen, wenns noch ne Runde gibt. Allerdings brennt es einem ja schon unter den Fingern, „Geheimnisse“ in die Schriftsätze zu streuen. Ich musste bei meiner Duplik sehr oft wieder die Entf-Taste drücken.
    Das LG freut sich bestimmt auch darauf mal das Vergnügen zu haben. Wir hatten ein Publikum von Richtern in der Verhandlung. Aber wir wurden ja alle durch seine Abwesenheit enttäuscht.
    Vielleicht klappts ja doch noch.

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    • Dann warten wir doch mal hoffnungsfroh den 12.12. ab!

      Tja, das immer wieder gerne bemühte Geheimnis, das kann ja nur Kollege M. aus der Kanzlei B., K. & Co. in M. sein. Der Maestro pflegt allerdings nach meiner Erfahrung nie persönlich zu erscheinen, schade eigentlich! Zumindest Hunderte von Fällen diese Art fordern aber eben ihren Tribut – wie man auch an den permanenten Fristverlängerungsanträgen sieht. 😉

      Und keine Sorge: Falls das Urteil nicht in seinem Sinne ausfällt, wird er weder Kosten noch Mühe noch insbesondere Papier scheuen, gegen diese (selbstverständlich) absolut „rechtsirrige“ Entscheidung vehement zu Felde zu ziehen – wenn auch oft mit nur mäßigem Erfolg, s.o. 😉

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  3. Bei dieser Gelegenheit nochmal vielen Dank Herrn Kollegen Melchior für die kurzfristige Unterstützung.

    Das letzte mir vorliegende Schreiben des Kollegen M. aus der Kanzlei B., K. & Co. in M. war übrigens höchst amüsant. Ich hatte in der Klageerwiderung einigen rechtlichen Vortrag gemacht.
    Der Kollege M. „bestreitet“ u.a. eine erweiterte Aufklärungspflicht, dass die mit der Widerklage geltendgemachten Schadensersatzansprüche bestehen, dass eine Rückzahlungspflicht für bezahlte Teile der Vermittlungsgebühr besteht, dass seine Mandantschaft sich in Verzug befindet, dass der Beklagte und Widerkläger einen Schaden erlitten hat…

    Da fragt man sich doch, ob man das noch ernst nehmen kann.

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    • Nicht zu vergessen, die sich über Seiten hinziehenden Beweisangebote „wie vor“ „wie vor“ „wie vor“ das ewige „falsch“, „falsch“, „falsch“, die permanenten Fristverlängerungsanträge des völlig Fertigen Unterfertigten …

      Wirklich ernst nehme ich das schon lange nicht mehr. Lästig ist nur, immer wieder 30-seitige Textbausteinwüsten vorsorglich auf versteckte Tretminen untersuchen zu müssen. 😥

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  4. So, das Urteil ist da. Wieder einmal nix mit Vermittlungsvergütung.
    Zu meiner Enttäuschung hat der Richter leider das Urteil ziemlich berufungssicher gemacht. Die „Glaubwüridkeit“ des Kläger-Zeugen wurde total demontiert, in sehr deutlichen Worten.

    Aber man weiß ja nie. Zwischen Genie und Wahnsinn ist ja bekanntlich ein schmaler Grad. Vielleicht schafft es der Kollege mit seinen Textbausteinen eine Berufung zu zaubern.
    Vielleicht wünsche ich mir das sogar zu Weihnachten. Alle am Prozess Beteiligten würden nämlich den Kollegen gerne mal in Aktion sehen, einschließlich mir. Obwohl ich dann nicht mehr verhandeln dürfte, nur zuschauen.
    Aber vielleicht traut er sich ja ins Ländle für die Berufung?

    Grüße
    DC

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    • Hallo zurück,

      Glückwunsch erst einmal! Und keine Angst, so „berufungssicher“ kann ein Urteil gar nicht sein, dass es den Textbausteinkönig überzeugt. Da werden dann unter weitgehender Wiederholung erstinstanzlichen Vortrags diverse „Behauptungen“ des Amtsgerichts heftigst „gerügt“ – alle natürlich völlig „rechtsirrig“. 😉

      Ggf. wird auch in der ersten Berufungsverhandlung auf entsprechende Hinweise erst einmal ein VU kassiert, um dann mit dem Einspruch nochmals die Textbausteinkiste auszuschütten – und ggf. in der nächsten Verhandlung die Berufung zurückgenommen, wenn man dann staunend erkennt, dass das Gericht immer noch nicht überzeugt ist.

      Auf ein persönliches Duell werden Sie allerdings vergeblich warten – der Gegner ist bekanntlich permanent überlastet und hat keine Zeit zum Reisen. 😉

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