Heult sie jetzt in’s Dinkelkissen?

Wie bei Jus@Publicum berichtet wird, hat das legendäre LG Mannheim die einstweiligen Verfügungen gegen Wetterfrosch Kachelmann und den Heyne Verlag aufgehoben. Jörg Kachelmann darf seine ehemalige Geliebte Claudia D. doch wieder mit vollem Namen in der Öffentlichkeit nennen.

Soviel zu Sinn und Unsinn des Versuchs die Veröffentlichung eines Namens zu verbieten, den spätestens danach jeder kannte. Frau Streisand lässt mal wieder grüßen. Aber damit ist der Spaß noch nicht zu Ende:

Die Mannheimer Richter erließen zugleich eine weitere einstweilige Verfügung, wonach Kachelmann seine ehemalige Geliebte Claudia D. zwar nicht mehr in der Öffentlichkeit als Kriminelle, aber als Falschbeschuldigerin weiterhin bezeichnen darf.

Da steht uns wohl eine weitere Runde bevor. … 😉

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs

9 Gedanken zu “Heult sie jetzt in’s Dinkelkissen?

  1. Es gibt auch Anwälte, denen ist nichts zu blöde, Entschuldigung, zu dämlich. Atze Schröder wurde vertreten von Prof. Dr. Christian Schertz.

    Kachelmanns Anwalt Prof. Dr. Ralf Höcker versucht Schertz zu übertreffen, ohne Schertz seine Fehler zu wiederholen. Prof. Höcker möchte sich nicht lächerlich machen. Tut er aber schon.

    Schuld daran sind natürlich immer wieder die Mandanten und die Richter.

    Liken

  2. Höcker kann man mögen oder nicht. Bisher fand ich weder seine belanglosen Bücher noch die dazu gehörigen TV-Unterhaltungssendungs-Auftritte besonders schätzenswert.

    Die gesamte causa Kachelmann arbeitet er indessen höchst professionell ab. Chapeau.

    Liken

  3. Bei Herrn Kachelmann hieß es zurecht, dass er vor und während seines Prozesses (jetzt ist es ja aufgrund des Urteils eh klar) nicht „Vergewaltiger“ genannt werden dürfe, weil die Unschuldsvermutung gilt. Ich wundere mich, dass jetzt Anwälte auch auf die m.E. falsche Entscheidung des LG in Bezug auf die Bezeichnung „Falschbeschuldigerin“ mit Häme reagieren (die Überschrift gilt ja für den ganzen Eintrag).

    Denn dass es eine Falschbeschuldigung war, ist mit dem Freispruch aufgrund des Grundsatzes in dubio pro reo genausowenig erwiesen, wie die Vergewaltigung, oder anders gesagt, Kachelmann wurde nicht wegen erwiesener Unschuld freigesprochen und eine Anklage wegen Falschbeschuldigung ist meines Wissens noch nicht erhoben worden oder sogar mit einer Verurteilung geendet.

    Auch wenn es keinen Freispruch 2. Klasse geben sollte, bedeutet dieser Freispruch eben, dass es keine Falschbeschuldigung gegeben haben muss. Insofern sollte auch bei Claudia D. die Unschuldsvermutung gelten. Dass daraus der paradoxe Fall folgt, dass beide Parteien Unrecht haben, sollte zumindest einen Anwalt nicht überfordern.

    Liken

    • Sorry, aber um den Terminus Falschbeschuldigung geht es hier gerade nicht, sondern um den verzichtbaren Medienzirkus und das m.E. nicht erklärbare Phänomen, weshalb von Leuten, die es besser wissen sollten, immer wieder der Streisand-Effekt losgetreten wird.

      Liken

      • Dann halte ich den Eintrag für unglücklich formuliert. Von der die Richtung vorgebenden Überschrift „Heult sie jetzt in’s Dinkelkissen?“ wird doch über den kurzen Bericht vom Ergebnis des Namensnennungsstreits mit „Aber damit ist der Spaß noch nicht zu Ende:“ – was in meinen Ohren ebenfalls recht hämisch klingt – direkt auf die Entscheidung zur „Falschbeschuldigerin“ weitergeleitet. Ich hab die Überschrift jedenfalls auf den ganzen Bericht bezogen. Aber nix für Ungut.

        Und die gute Barbra wird mir zu inflationär gebraucht: Hier ist der Streisand-Effekt doch gar nicht wirklich zum Tragen gekommen. Die allermeisten Nachrichtenseiten nennen sie (glücklicherweise) Claudia D. und nicht mit vollem Namen (ich kenne ihn immer noch nicht, wobei er mir auch egal ist). Im Gegensatz zum Bild von Streisands Haus.

        Liken

      • Als ich mir Gedanken über die Überschrift gemacht habe, hatte ich zwar eine Vermutung (die Sie jetzt ja auch bestätigt haben), aber ich habe den Namen nicht gewusst. Wie ich geschrieben habe, er ist mir ja auch egal. Und ich halte eine Verbreitung des Namens durch unbeteiligte Dritte auch nicht für richtig. Mir scheinen beide Parteien schon gestraft genug.

        Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s