Nötigt GMX seine Nutzer?

Beim Versuch, sich bei GMX einzuloggen, kommt man jedenfalls als FreeMail-Nutzer derzeit an einer Seite mit folgendem Angebot nicht vorbei:

Sie haben genau den richtigen Login entdeckt! Mit diesem exklusiven Test-Zugang geht´s direkt zum GMX ProMail Postfach: Das werbefreie Postfach im schicken Design und mit unzähligen Premium-Funktionen. Gehen Sie einen Monat lang auf Entdeckungsreise: Nutzen Sie Ihren Test-Zugang voll aus!

Derartige Werbung gibt’s dort zwar öfter, anders als sonst jedoch keine Schaltfläche für „Weiter zum Postfach“. Das heiß, de facto muss man wohl zumindest den „kostenlosen Test“ von ProMail akzeptieren, um überhaupt an sein Postfach zukommen. Wer das nicht will, hat offensichtlich Pech.

Eine Beschwerdemail an GMX brachte keine konkrete Reaktion, sondern nur eine automatische Antwortmail. In dieser fand sich aber immerhin die Adresse der Supportseite http://www.gmx.net/de/go/support

Dass ein Anruf beim Technikservice für „bescheidene“ 0,99 Euro/Minute nicht in Frage kommt, versteht sich von selbst. Aber es gibt auf der Supportseite ein Login, das ohne diesen Werbeunfug zum eigenen Postfach führt.

Es bleibt abzuwarten, wie lange GMX seine User mit diesem Unsinn nervt.

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Marcus J. – Ein schnelles Ende in Sicht?

Wie die OZ und der NDR berichten, soll der ehemalige Radiomoderator für heute Nachmittag ein Geständnis angekündigt haben. Offensichtlich wurde ein „Deal“ dahingehend abgeschlossen, dass er in diesem Falle mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und zwei Monaten bzw. drei Jahren und sechs Monaten zu rechnen hat. Das Urteil könnte dann noch heute verkündet werden.

Die Ostseewelle wird dann wohl einige Zeit ohne ihn auskommen müssen.

P.S. Wenn es nach mir ginge, gäbe es für das Tragen eines solchen dämlichen Deppendeckels vor Gericht drei Monate extra.

Update 16.00 Uhr: Laut Ostseewelle gab es heute Nachmittag drei Jahre und zwei Monate – und man erklärt die Zusammenarbeit für endgültig beendet.

2. Update 21.o5.2013: Es ist noch nicht vorbei.

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Marcus J. – Jetzt geht’s los

Am 6. November 2012 beginnt also die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen Radiomoderator Marcus J., wie u.a. der Nordkurier berichtet. Angeblich soll er – neben seinem Pflichtverteidiger Norbert Wendorff – auch noch von der Hamburger Kollegin Annette Voges vertreten werden.

Es bleibt abzuwarten, ob die Ostseewelle ihrem einstigen Zugpferd morgen jedenfalls eine kurze Nachrichtennotiz widmet.

P.S. Sie hat.

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Schneidige Mandatsbedingungen

Eine Veröffentlichung von Allgemeinen Mandatsbedingungen auf einer anwaltlichen Homepage mag sicherlich in Ordnung sein. Wenn sich dort allerdings nicht nur „Pflichten der Kanzlei“, sondern in ebensolchem Umfang auch „Obliegenheiten des Mandanten“ finden, die Pflichten der Kanzlei sich wiederum in Selbstverständlichkeiten (Rechtliche Prüfung, Verschwiegenheit, Verwahrung von Geldern, Datenschutz) erschöpfen, die „Obliegenheiten des Mandanten“ hingegen schon eher speziell sind, können sie auch abschreckend wirken.

Mandanten sollen auch „alle aus dem Mandatsverhältnis entstehenden Ansprüche auf Kostenerstattung durch u.a. die Rechtsschutzversicherung“ an die Kanzlei in Höhe der Honorarforderung abtreten. Dass eine solche Abtretung ohne Genehmigung der Rechtsschutzversicherung allerdings unwirksam ist, steht dort nicht.

Interessant auch, dass Mandanten ihre Gelder dort erst „auf schriftliche Aufforderung“ ausbezahlt erhalten. Nach § 43 a Abs. V S. 2 BRAO / § 4 BORA sind Fremdgelder unverzüglich an den oder die Empfangsberechtigten weiterleiten oder auf ein Anderkonto einzahlen – von „schriftlicher Aufforderung“ ist dort nicht die Rede. …

Schön allerdings auch eine Klausel, wonach „eine Aufrechnung gegen Forderungen der Kanzlei … nicht mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig“ sein soll. Ob sich da wohl ein kleiner Fehler eingeschlichen hat?

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Akteneinsicht – Wünsch’ Dir was ?

Bei Verkehrsrecht aktuell wird eine bemerkenswerte Rechtsauffassung des AG Langenfeld (Beschluss 16 OWi 89/12 (b) vom 30. August 2012) publiziert:

… ist festzustellen, dass die vom Verteidiger aufgelisteten Unterlagen nicht standardmäßig in jede Akte gehören. Vielmehr ist es Sache des Verteidigers bereits bei der ersten Beantragung einer Akteneinsicht klarzustellen, was er alles im Einzelnen einzusehen wünscht. So dann ist es Pflicht eines Verteidigers als Organ der Rechtspflege nach einer aus seiner Sicht unvollständigen Akteneinsicht die Objekte exakt zu benennen, die er bei seiner Akteneinsicht vermisst hat. Alles andere ist nicht praktikabel.“

So, so: Ist es demnach „praktikabel“, dem ersten Akteneinsichtsgesuch einen Wunschzettel beizufügen, was man denn gerne hätte? Ist man (als Organ der Rechtspflege, hört, hört!) ggf. auch hierzu schon verpflichtet?? Sind hier dann sämtliche Unterlagen aufzuführen, die eine Akte (möglicherweise) beinhaltet, oder nur die „nicht standardmäßigen???

Fragen über Fragen – oder einfach eine schlicht abwegige ungewöhnliche Rechtsauffassung eines Amtsrichters, der es einem querulatorischen Verteidiger mal so richtig zeigen wollte?

Mehr zum Thema s. auch hier.

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