Frag die Rechtsschutzversicherung – Wirklich?

Laut capital.de wünschen sich Verbraucher im Streitfall Unterstützung und Orientierung bei der Suche eines kompetenten Anwalts. … Danach erwarten zwei Drittel der Befragten, dass der Rechtsschutzversicherer einen kompetenten Anwalt empfiehlt.

„Eine erste Orientierung bei rechtlichen Fragen leisten Rechtsschutzversicherer durch externe, anwaltliche telefonische Beratung“, sagt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung im GDV. Außerdem können sich Kunden von ihrem Rechtsschutzversicherer einen für ihren Streitfall spezialisierten und erfahrenen Anwalt empfehlen lassen. Bei mehr als 158.000 Rechtsanwälten in Deutschland den passenden zu finden, ist für Laien nicht leicht. „Rechtsschutzversicherer achten bei ihrer Empfehlung von Anwälten auf Fachqualifikation, Berufserfahrung und hohe Servicequalität, damit der Versicherte bestmöglich beraten und vertreten wird“, so Fürstenwerth. Davon profitieren Kunde und Versicherer.

Letztere bestimmt – indem sie versuchen, die Sache möglichst schon per Telefonberatung zu erledigen und den Kunden ansonsten zu einem Vertragsanwalt zu lotsen, der gegenüber der RSV eben nicht das volle Honorar abrechnet. Honi soit …

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„Bagatellunfälle" ohne Polizei?

Der GDV informiert bei Verivox:

Wie Bagatellunfälle abgewickelt werden, erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Wegen eines Bagatellschadens wie einem abgefahrenen Spiegel, einem Kratzer oder einer kleinen Delle muss niemand die Polizei rufen“, sagt Stephan Schweda. Die Schadensregulierung sei bei Bagatellunfällen in der Regel kein Problem.

„Außerdem spart man sich Zeit, bis die Beamten vor Ort sind und behindert den Verkehr gegebenenfalls nicht unnötig“, gibt der GDV-Sprecher weiter zu bedenken. Auch zur Klärung der Schuldfrage sei die Polizei meist nicht nötig: „Bei einem Großteil der Unfälle ist die Schuldfrage eindeutig.“

So, so „Schuldfrage eindeutig“, sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. – aber allenfalls im Moment, am nächsten Tag sieht erfahrungsgemäß oft vieles ganz anders aus. Daher der Tipp aus der Praxis: Sicherheitshalber die Polizei rufen, auch bei sog. „Bagatellunfällen“.

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Allianz lässt nicht nur Geschädigte hängen

Dass die Allianz die Regulierung eines Haftpflichtschadens mal wieder bis zum Erbrechen hinauszögerte und deshalb Klage gegen deren Versicherungsnehmerin erhoben werden musste, ist zumindest für Insider sicherlich nichts Neues.

Der gegnerische Kollege zeigte dann auch artig Verteidigungsabsicht an und bat wegen des bevorstehenden Jahreswechsels um Fristverlängerung um (immerhin) einen Monat für die Klagerwiderung.

Ob das Gericht ihm diese gewährte, blieb unklar, da es den entsprechenden Schriftsatz nur zur Kenntnisnahme übersandte. Zwischenzeitlich hatte man aber bei Aliianzen offensichtlich eingesehen, ziemlich wenig Chancen zu haben und zahlte ohne jeglichen Kommentar die Klagforderung (wenn auch ohne Zinsen). Daraufhin habe ich gegenüber dem Gericht entsprechend Erledigung erklärt.

Bemerkenswerterweise erfuhr auch der gegnerische Kollege offensichtlich erstmals durch diesen Schritsatz von der Zahlung. Er teilte dem Gericht jetzt mit,

„ … dass er die Beklagte nicht mehr vertrete, das der Vorgang direkt vom Versicherer der Beklagten bearbeitet wird, der seine Einstandspflicht offenbar zwischenzeitlich anerkannt hat.“

Professionelle Schadensregulierung geht anders.

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Mir san mir ?

Das Selbstverständnis bzw. Selbstbewusstsein der Bayern ist legendär – ob das auch hinter dieser Information der RAK München stand?

Die Zulassung von Rechtsanwälten bei einem bestimmten Gericht ist aufgehoben. Seit Einführung des Gesetzes zur Stärkung der Selbstverwaltung am o1.o6.2007 besteht keine Zulassung bei einem bestimmten Gericht, sondern nur bei der Rechtsanwaltskammer München.

Soso, „nur bei der Rechtsanwaltskammer München“. Das wird „meine“ Kammer interessieren. Gaaanz so weit sind wir aber wohl noch nicht. 😉

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Erst Dschungelcamp, dann Wetten, dass …

Wie bei Stern.de nachzulesen ist, findet Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit Gerüchte über „Verbindungen“ zwischen ihm und der Dschungelcamp-Queen Olivia Jones nicht wirklich witzig. Unter der Überschrift „Wowereit leitet rechtliche Schritte ein“ heißt es (etwas abschwächend): „Ein Senatssprecher bestätigte auf Anfrage von stern.de, dass der SPD-Politiker rechtliche Schritte gegen die Äußerungen im Dschungelcamp und ihre Verbreitung prüft.“

Wetten, dass das dann ganz gewaltig nach hinten losgeht? 😉

Und Übrigens: Hat Wowi eigentlich keine anderen Sorgen?

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Direktwahl ins Jobcenter

Wie bei kostenlose-urteile.de nachzulesen ist, muss nach einem Urteil des VG Leipzig das Jobcenter einer Anwaltskanzlei die Diensttelefonliste mit Durchwahlnummern der Sachbearbeiter zugänglich machen. Diensttelefonnummern unterliegen nicht dem persönlichen Datenschutz des einzelnen Behördenmitarbeiters.

Also Schluss mit Büroschlaf! 😉

P.S. Die hiesige StA hält ihre Telefonliste auch eher für ein Dienstgeheimnis. Ob man mal … 😉

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Richterliche Sachkunde bezüglich Knubbelnasen

Schon etwas älter immer noch schön, der Beschluss des BGH 1 StR 109/99 vom 12.10.1999 (und die Ausführungen der Vorinstanz):

1. Es ist nicht zu beanstanden, daß der Antrag auf Einholung eines morphologischen bzw. anthropologischen Sachverständigengutachtens zum Beweis der Tatsache, die Nasenform des Angeklagten („Knubbelnase“) sei bei über 30 % der mitteleuropäischen Bevölkerung vorhanden, wegen eigener Sachkunde des Gerichts (§ 244 Abs. 4 Satz 1 StPO) abgelehnt wurde. Zur Begründung hat das Landgericht ausgeführt: „Die vier Mitglieder der Strafkammer – Durchschnittsalter 50 Jahre – haben im Laufe ihres überwiegend in Mitteleuropa verbrachten Lebens zigtausende von Nasen gesehen und sehen täglich neue, so daß sie in der Lage sind zu beurteilen, wie häufig die dem Angeklagten eigene Nase in etwa vorkommt.“ … Die Zeugin hat drei Wochen vor der Urteilsverkündung ausgesagt, so daß die Richter ausreichend Zeit für intensive Vergleichsbeobachtungen hatten.

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