„Bagatellunfälle" ohne Polizei?

Der GDV informiert bei Verivox:

Wie Bagatellunfälle abgewickelt werden, erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Wegen eines Bagatellschadens wie einem abgefahrenen Spiegel, einem Kratzer oder einer kleinen Delle muss niemand die Polizei rufen“, sagt Stephan Schweda. Die Schadensregulierung sei bei Bagatellunfällen in der Regel kein Problem.

„Außerdem spart man sich Zeit, bis die Beamten vor Ort sind und behindert den Verkehr gegebenenfalls nicht unnötig“, gibt der GDV-Sprecher weiter zu bedenken. Auch zur Klärung der Schuldfrage sei die Polizei meist nicht nötig: „Bei einem Großteil der Unfälle ist die Schuldfrage eindeutig.“

So, so „Schuldfrage eindeutig“, sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. – aber allenfalls im Moment, am nächsten Tag sieht erfahrungsgemäß oft vieles ganz anders aus. Daher der Tipp aus der Praxis: Sicherheitshalber die Polizei rufen, auch bei sog. „Bagatellunfällen“.

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4 Gedanken zu “„Bagatellunfälle" ohne Polizei?

    • dann muß man einen grund herbeizaubern :verdacht auf alkohol aggressives verhalten oder ähnliches.

      und bei fremdverschulden schadenregulierung grundsätzlich durch fachanwalt

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      • Was in der Folge dann schnell mal zu Ermittlungen gegen die eigene Person führen kann. Polizisten reagieren mitunter allergisch, wenn sie allzu offensichtlich nur zur Durchsetzung eigener Interessen mit falschen Informationen gefüttert werden.
        Man vergisst schnell, dass es bei der polizeilichen Unfallaufnahme weniger um die Sicherung von Schadensersatzansprüchen geht. Das ist nicht Aufgabe des Staates. Vielmehr geht es darum, einen, wie auch immer gearteten, Rechtsverstoss aufzudecken, aufzuklären und ggf. zu ahnden.
        Dass die dazu erhobenen Daten und Beweismittel letztlich hilfreich bei der Durchsetzung seiner berechtigten Ansprüche sein können, liegt in der Natur der Sache. Fraglich ist jedoch, ob sie dann auch uneingeschränkt zur Verfügung stehen oder gestellt werden.

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  1. Kommt wohl eher drauf an, wo man sein Wägelchen schrottet. Bei uns wird jeder Unfall bearbeitet. Pauschalisierte Vorwürfe enthalten wenig Wahrheit.
    Wenn Unfallverursacher und Schadensregulierer bei eindeutiger Sachlage fair und ehrlich wären, wäre überhaupt keine Polizei nötig. Stattdessen wird gelogen und verdreht, dass sich manche Eltern in Grund und Boden schämen würden…
    Bagatellunfälle nicht polizeilich aufnehmen zu lassen öffnet, meiner Meinung nach, den ohnehin vorhandenen Betrugsfällen Tür und Tor.

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