Zu spät !

Ein Vater möchte sein Leid klagen – allerdings nur unter einer Bedingung:

Bitte nur weiterlesen, wenn Sie jemanden ohne Rechtsschutzversicherung helfen wollen!!!

Naja, diese Bedingung akzeptiere ich so ohne Weiteres nicht und neugierig bin ich auch nicht – aber interessiert an dem Thema. Also weiter:

Mein Sohn hat einen Netto-Policenvertrag und eine Vermittlervereinbarung unterschrieben. Heute wurde er vom Amtsgericht xyz zu einem Vergleich gezwungen, weil er keine Rechtsschutzversicherung hat und die Richterin von vorne hinein mit einem feststehendem Urteil erschienen ist. …

Naja, gezwungen? Ist aber wohl auch wirklich dumm gelaufen:

Leider hatte mein Sohn Pech bei der Auswahl seines Anwaltes, welcher vollkommen ahnungslos von dieser Materie ist und mit Pauken und Trompeten verloren hat. Er konnte kein einziges logisches Argument vorbringen und wirkte vollkommen hilflos.

Erst in der Verhandlung dürfte es ohnehin wohl schon zu spät gewesen sein. Dass dieses Gebiet zudem einige Kenntnisse voraussetzt und keine Spielwiese für Hobbybastler ist, sollte doch langsam klar sein.

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt:

Sollten Sie also einen hilfreichen Weg wissen, wären wir über eine wohlwollende Antwort sehr erfreut.

Klar weiß ich – und die gibt’s auch kostenlos:

Sehr geehrter Herr xyz,
so wie Sie den Fall schildern, gibt es wohl nichts mehr zu tun – es sei denn, Ihrem Sohn wäre noch eine Widerrufsfrist einräumt worden. Anderenfalls ist der Vergleich bereits bestandskräftig und nicht mehr angreifbar.

Im Klartext: Zahlen und freundlich sein – und das nächste Mal rechtzeitig jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt.

SCNR !

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4 Gedanken zu “Zu spät !

    • Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach. Jedenfalls aber kann man sich rechtzeitig ein wenig im Internet umsehen, hinterher hatte es hier auch geklappt. 😉

      Andererseits sollte ein Anwalt aber auch so fair sein, ein Mandat abzulehnen, von dessen Materie er nichts versteht.

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  1. Aha. Vergleiche werden also „bestandskräftig“ und sind dann unanfechtbar, ja? Ziemlich mutig, ohne weitere Kenntnis der Einzelheiten eine so pauschale Antwort zu geben und nicht mit einer Silbe darauf hinzuweisen, dass, anders als eine gerichtliche Entscheidung, ein Vergleich eben nur Prozesshandlung und Vetrag ist. Und materiellrechtlich ggf. sehr wohl angreifbar. Aber das weiss der gute Mann ja nicht. Und wenn man schon nicht zu zahlen bereit ist…

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    • Ja, dem ist so, ein Vergleich wird bestandskräftig, rechtskräftig werden Urteile. Und wenn selbiger (zudem von einem Anwalt) ohne Widerrufsmöglichkeit geschlossen wurde, gehen die Anfechtungsmöglichkeiten regelmäßig gegen Null. Was soll das also?

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