Die VHV und ihre „Prüfberichte“

Einen Unfall zu haben, ist schon Pech.

Als Eigentümer mehrerer Fahrzeuge in zwei Monaten gleich drei Unfälle zu haben, ist noch größeres Pech.

Wenn dann diese drei Gegnerfahrzeuge auch noch sämtlich bei der VHV versichert sind, kann man schon verzweifeln.

In allen drei Fällen wurde ein ordnungsgemäßes Sachverständigengutachten erstellt und fiktiv abgerechnet, in allen drei Fällen kürzt die VHV anhand offensichtlich hausintern erstellter „Prüfberichte“ unter Hinweis auf angeblich günstigere Alternativwerkstätten die fiktiven Reparaturkosten kräftig herunter.

Aber da war doch schon mal was …

… handelte es sich bei den Preisen der Firma E. nicht um deren (markt-)übliche Preise, sondern um Sonderkonditionen aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung mit der Beklagten zu 2). Wie die Revision mit Recht geltend macht, hatte der Kläger … vorgetragen, dass die Firma E. eine Vertragswerkstatt der Beklagten zu 2) sei, die dieser geringere als die marktüblichen Preise in Rechnung stelle. Der Kläger hatte dabei ausdrücklich auf das Ergänzungsgutachten des Sachverständigen … Bezug genommen, dem ein Lichtbild des am Büroeingang der Firma E. angebrachten Hinweisschildes mit der Aufschrift „Schadenservice Spezial-Partnerwerkstatt VHV Versicherungen“ beigefügt war.

So schon der BGH im Urteil VI ZR 337/09 vom 22.o6.2010.

Dass die drei von der VHV benannten Alternativwerkstätten die behaupteten Preise auf Nachfrage eben nicht bestätigten, sei nur am Rande erwähnt. Und dass hier das AG Mitte zuständig ist, das der VHV im Urteil 110 C 3178/10 vom 25.o8.2010 schon einmal den Marsch geblasen hatte, lässt zusätzlich Hoffnung aufkommen. Die erste Klage ist schon raus. 😉

Update 22.o3.2014: Die zweite auch. 😉

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5 Gedanken zu “Die VHV und ihre „Prüfberichte“

  1. In der zitierten BGH-Entscheidung VI ZR 337/09 (= NJW 2010, 2725) hatte der BGH im Hinblick auf den boslang ungeklärten o.a. Klägervortrag zurückverwiesen. Nach Zurückverweisung hat der Kläger dann endgültig verloren (LG Hannover, Urteil vom 12. Januar 2011 – 12 S 36/09, Schaden-Praxis 2011, 149).

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  2. Verloren deshalb, weil der klägerische Anwalt nicht für den Kläger gearbeitet hat.

    Selbst auf die einfachste Übung, das Bestreiten der Gleichwertigkeit der Reparatur, hat der Anwalt des Klägers verzichtet.

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