Die Huffington Post und die „absurdesten Gesetze aus Deutschland"

Offensichtlich ist jetzt Saure-Gurken-Zeit und deshalb Gelegenheit, mal wieder über (angeblich) absurde Gesetze zu schreiben. Dumm nur, wenn dann nur Blödsinn berichtet wird:

§ 307 StGB – Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie – mag zwar wenig praktisch sein, aber absurd?

Erschießt eine deutsche Frau ihren Ehemann, hat sie keinen Anspruch auf Witwenrente. Das ist schon kein „Gesetz“, sondern ein (wohl schon ziemlich altes) angebliches Urteil des BSG.

„In der Straßenverkehrsordnung heißt es: Nackt Autofahren ist erlaubt.“ Tatsächlich kommt das Wort „nackt“ in der StVO weder vor, noch ist Nacktfahren ausdrücklich erlaubt.

„Wer aber unbekleidet aus dem Wagen steigt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro“ – auch das ist bloße Theorie (vgl. § 118 OwiG – Belästigung der Allgemeinheit – einerseits und § 183 StGB – Exhibitionistische Handlungen – andererseits.

„Wenn ein Arbeitnehmer bei der Arbeit einschläft und von seinem Bürostuhl fällt, gilt das als Arbeitsunfall“ – wieder kein „Gesetz“, sondern ein (letztlich stringentes) Urteil.

Also, liebe Huffingtonposter, wenn schon, dann auch ordentlich!

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2 Gedanken zu “Die Huffington Post und die „absurdesten Gesetze aus Deutschland"

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