Geht’s noch, Herr Dobrindt ?

Das denkbar dümmlichste Projekt der letzten Jahre soll 2016 starten: Die Kfz-Maut. Tatsächlich bleiben auch Motorradfahrer von dem Unfug nicht verschont, wie das Manager-Magazin berichtet. Wohin soll ich die Vignette kleben, auf den Helm? Oder vielleicht von innen ins Visier ??

Dass die Kanzlöse noch im TV-Duell mit dem damaligen Kanzlerkadidaten Peer Steinbrück eine Einführung von Pkw-Maut noch ausgeschlossen hat (wenn auch nur nach einigem Nachhaken), sei nur am Rande erwähnt.

Wieso Frau Merkel angeblich die Pkw-Maut ausbremst, Ihr Verkehrsminister jetzt dennoch vorprescht, ist die nächste Frage.

Dessen Bemerkung, dass derjenige, der Straßen nutzt, auch dafür zahlen solle, ist an Unverfrorenheit wohl kaum zu überbieten – jedenfalls was deutsche Autofahrer betrifft, wie die ZEIT sehr schön vorrechnet:

Dabei verfügt der Bund durchaus über die fehlenden Milliarden. Allein im vergangenen Jahr nahm der Staat 33 Milliarden Euro aus der Mineralölsteuer ein – mehr als sechs Mal so viel, wie er für den Straßenbau ausgegeben hat. Die Einnahmen aus der Steuer zu nutzen, um damit Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren, wäre die beste aller Varianten. Wer viel fährt, also die Straßen stark nutzt, tankt auch häufig – egal ob Ausländer oder Deutscher. Eine gesonderte Maut bräuchte es dafür nicht.

EBEN! Aber Hauptsache, die CSU-Stammtischstrategen sind glücklich.

Abgesehen davon, dass einige Nachbarländer schon mit Klage drohen: Wetten, dass das ganze Projekt so oder so gewaltig nach hinten losgeht?

Wolfgang Tiefensee, Peter Ramsauer, Alexander Dobrindt – irgendwie scheint das Amt des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung traditionell nicht unbedingt mit hochkarätigen Kräften besetzt zu werden.

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10 Gedanken zu “Geht’s noch, Herr Dobrindt ?

  1. da sich die fahrer von sparsamen fahrzeugen auf hinterhältige art und weise der mineralölsteuer entziehen, sollte man diesen halunken die kfz-steuer drastisch erhöhen. je sparsamer das auto desto höher die kfz-steuer!

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  2. „Wohin soll ich die Vignette kleben, auf den Helm? Oder vielleicht von innen ins Visier ??“

    Zumindest diese dumme Frage kann beantwortet werden: auf den Tank.

    Zum Leerzeichen vor den Fragezeichen und der Fragezeichendoppelung sage ich nichts weiter.

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    • Die Vignette muss deutlich sichtbar angebracht werden.
      Auf dem Tank scheidet insofern aus.
      Bleibt nur noch die Vignette mitten auf das Visier zu kleben 🙂

      Das Leerzeichen vor Fragezeichen dient der besseren Lesbarkeit.

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    • „Dumm“ finden diese Frage insbesondere Leute, die den Hintergrund nicht verstehen – und mit denen lohnt es sich auch nicht, nicht über Stilmittel zu diskutieren.

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  3. Die österreichische Vignette wird beim Motorrad an einem nicht oder nur schwer zu entfernenden Teil des Motorrades angebracht, üblicherweise der Gabel.

    Warum die Österreicher mit Klage drohen, sollte eigentlich jedermann einleuchten: natürlich braucht man auch in der Alpenrepublik eine Vignette, aber die müssen alle unterschiedslos bezahlen und bekommen sie nicht über die Kfz-Steuer zurück.

    Eine Steuer, die de factor nur Ausländer trifft, wird der EuGH wohl nicht goutieren. Falls aber wider Erwarten doch, gibt es schon jede Menge analoger Pläne für Deutsche in Österreich.

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