Kosten für Polizeieinsätze im Fußball

„Bremer Senat bittet DFL zur Kasse“ – so titelt z.B. SPON:

Die Bremer Landesregierung will die Deutsche Fußball Liga (DFL) noch in diesem Jahr an den Kosten für Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen des SV Werder im Weserstadion beteiligen. Eine entsprechende Gesetzesänderung beschloss der Bremer Senat trotz massiver Kritik aus Politik und Sport.

Laut Tagesspiegel erläuterte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die geplante Neuregelung so:

Bei friedlichen Spielen seien etwa 200 Polizisten im Einsatz. Diese „normale Grundlast“ bleibe auch künftig immer gebührenfrei. Bei Begegnungen mit Krawallrisiko müsse der Veranstalter aber die darüber hinaus entstehenden Kosten tragen. Zum Beispiel seien im März beim Nordderby Werder gegen HSV rund 1 200 Beamte im Einsatz gewesen. Künftig müsse die DFL als Bundesliga-Gesamtveranstalter die Differenz zwischen 1200 und 200 Beamten bezahlen. Das könnten 300.000.- bis 500.000.- Euro pro Spiel sein, so Senator Mäurer. Der Stundensatz pro Polizist betrage 55.- Euro; hinzu kämen Fahrzeug- und Unterbringungskosten.

Ob die Unterscheidung von „friedlichen“ und Spielen „mit Krawallrisiko“ nun wirklich überzeugt, mag einmal dahinstehen.

Was aber spricht dagegen auch hier nach dem alten Motto zu verfahren: „Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch“? Warum, bitte, sollen Nicht-Fußballfans anteilig für diese Spektakel mitbezahlen? Wohlgemerkt, es geht um Veranstaltungen von millionenschweren Wirtschaftsunternehmen – und nicht etwa um Kaffeekränzchen von (ggf. als e.V. eingetragenen) kleinen Sportvereinen. Auch ansonsten ist es absolut üblich, Kosten für Polizeieinsätze den jeweiligen Veranlassern in Rechnung zu stellen. Warum soll bei Deutschlands Lieblingssport Anderes gelten?

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3 Gedanken zu “Kosten für Polizeieinsätze im Fußball

  1. Ich spiele und schaue gelegentlich Fussball und bin sicher nicht der schärfste Kritiker, stimme aber völlig zu: Der Polizeieinsatz muss komplett von der Liga oder dem Vereinen bezahlt werden, solange das Aufbegbot nicht nötig ist um externe (fanatische Fussballgegner oder Ballschützer) die Veranstaltung stören wollen.

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  2. Zum einen zahlen die Vereine Steuern – angeblich mehr als der Polizeiaufwand kostet.
    Zum anderen benötigt das Volk Brot und Spiele, damit es zufrieden ist.
    Man könnte es also als notwendige gesellschaftliche Kontinenz bezeichnen 😉

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    • Mag sein, aber auch andere Wirtschaftsunternehmen zahlen ebenso Steuern – und verursachen nicht regelmäßig teure Polizeieinsätze (für die sie ansonsten sicherlich extra zur Kasse gebeten würden).

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