Arme Richter !

Wie LTO berichtet, klagen Stuttgarter Richter über Arbeitsbelastung. Außerdem tropfe es von der Decke:

Die zunehmende Belastung bekommen die Richter nach eigenen Angaben deutlich zu spüren: „Für uns sind eigentlich 41 Stunden in der Woche an Arbeitszeit vorgesehen, selten sind es – in meinem Fall – unter 50″, sagte Oliver Mosthaf, der Vizepräsident des Landgerichts.“

Von Arbeitszeiten von 41 – 50 Stunden in der Woche dürften die meisten Anwälte nur träumen. Dafür tropft es vielleicht nur selten von der Decke. 😉

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13 Gedanken zu “Arme Richter !

  1. Richter arbeiten ja auch nicht, sondern leisten Dienst.

    Da kann sich dann so manche Stunde im Straßenkaffee, bei der Dienstbesprechung in der Kantine oder dem Selbstversuch der Sonnencreme auf Mangelhaftigkeit ansammeln.

    Möglich wäre vielleicht auch eine Versetzung nach München – dort dauern Verfahren bekanntermaßen nie sehr lange.

    MfkG

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  2. Wer Richter arbeiten, dann arbeiten sie.

    Was Anwälte Arbeit nennen, besteht zumindest bei forensisch tätigen Anwälten zu einem großen Teil aus An- und Abreise, Warten, Essen mit Mandanten, beruflichem Smalltalk – alles auch kein Vergnügen, aber eben bei weitem weniger anstrengend als das Bearbeiten von Akten und das Verfassen von juristischen Texten.

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  3. Liebe Kollegen, wer wie wir Anwälte uns das selbst aus Faulheit (vorm Examen) oder wegen dem Geld selber ausgesucht (es ist ja keiner Anwalt geworden weil er zu dumm für ein besseres Examen war) hat, darf sich nicht beschweren, dass er viel Arbeiten muss.

    Arbeitnehmer und Beamte die über ihre verpflichtende Arbeitszeit hinaus eingesetzt werden dürfen sich sehr wohl beschweren. Höhnische Kommentare sind da ggü. den Richter meines Erachtens Fehl am Platz, dafür ist aber wohl doch Zeit da.

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    • Lieber Kollege,

      bei mir war es weder Faulheit vorm Examen und auch nicht wegen des Geldes, sondern eine Entscheidung, die ich heute so nicht wieder treffen würde – wenn ich das Preis/Leistungsverhältnis mit einem RiAG vergleiche.

      Ob hier wirklich jemand über eine „verpflichtende Arbeitszeit hinaus eingesetzt“ wird, wäre noch zu prüfen. Die leidige Erfahrung lehrt, dass auch und gerade Richter jede Menge Zeit unnütz durch (vorsichtig ausgedrückt) suboptimale Verfahrensführung verschwenden.

      Und ja, bei Arbeitszeiten von sicherlich kaum unter 70 Stunden pro Woche ist hier auch noch Zeit für Kommentare bzw. Blogbeiträge übrig. 😉

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    • LiKo Franz,

      beschweren sich denn Rechtsanwälte wirklich?

      Arbeitnehmer sollten nicht mit Beamte gleichgesetzt werden und Letztere bitte auch nicht mit Richtern (denn das sind sie nicht).

      Aber Lästern und Frotzeln muss schon erlaubt sein, wenn man so etwas lesen muss:

      http://ra-bohle.blog.de/2013/04/09/richterliches-possenspiel-15735435/

      Und ja, der Vorteil der Tätigkeit als Rechtsanwalt ist, dass man sogar bloggen kann, wenn die Termine bei Gericht wieder derart in Verzug sind, dass auf dem Flur weniger freier Platz ist, also im Sitzungssaal.

      MfkG

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  4. >>Liebe Kollegen, wer wie wir Anwälte uns das selbst aus Faulheit (vorm Examen) oder wegen dem Geld selber ausgesucht (es ist ja keiner Anwalt geworden weil er zu dumm für ein besseres Examen war) hat, darf sich nicht beschweren, dass er viel Arbeiten muss.<<

    Muss es nicht heißen: „Wegen des Geldes“???

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  5. Den Sozialneid einmal außen vor gelassen:
    Ich freue mich über Richter, die genug Zeit haben, sich mit dem Fall auch intensiv zu befassen. Die heutige Arbeitswirklichkeit mancher Richter sieht dagegen so aus, dass sie als Subsumtionsautomaten im Akkord Akten abarbeiten. Dem Recht dient das sicher nur sehr begrenzt.

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  6. Am LG Stuttgart tropft es in aller Regel nicht in den Richterbüros, sondern in dem einen oder anderen Sitzungssaal. Also sitzen Anwälte und Richter sozusagen im selben Boot bzw. benötigen künftig ein solches….

    Besonders lustig ist es aber eigentlich nicht. Zuletzt hat es – wie passend – beim Wasserwerferprozess getropft, und ich frage mich manchmal schon, welches Bild unser Land gegenüber den teils schwerstverletzten Nebenklägern abgibt, wenn es ihren Fall, der ihr ganzes Leben verändert hat, in einer Bruchbude verhandeln lässt, in der nichtmal das Dach dicht ist.

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