Fondsgebundene Lebensversicherung ? Eher nicht !

Ein Fall aus der Praxis: Für eine Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung hat der Mandant 24 Monate lang jeweils Prämien i.H.v. 331,47 € gezahlt – insgesamt also 7.955,28 €. Dann begriff er, dass diese Versicherung als die geplante Altersvorsorge eines Selbständigen wohl eher nicht der Hit war, zumal er daneben auch noch monatlich Vermittlungsgebühren von 494,89 € (!) zahlte. Seit Februar 2011 ist die Versicherung daher beitragsfrei gestellt. Vermittlungsgebühren wurden nicht mehr gezahlt.

Nach Auskunft des Versicherers beläuft sich der aktuelle Rückkaufswert jetzt auf 3.577,48 € – also 4.377,80 weniger als eingezahlt.

Dass dazu (jedenfalls derzeit) noch gezahlte Vermittlungsgebühren von insgesamt (24 x 494,89=) 11.877,36 € als Verlust zu buchen sind, sei nur nebenbei bemerkt.

Von der Zahlung weiterer Vermittlungsgebühren i.H.v. 16.865,85 € hat das OLG Koblenz den Mandanten allerdings mit Urteil 3 U 1413/13 vom 22.o7.2014 befreit. 😉

Update 28.o9.2015: Und die bereits gezahlten Vermittlungsgebühren in Gesamthöhe von 11.877,36 € gibt es jetzt laut Urteil des LG Koblenz 9 O 12/15 vom 22.o9.2015 auch zurück. 😉

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8 Gedanken zu “Fondsgebundene Lebensversicherung ? Eher nicht !

  1. Da informieren Sie uns aber sehr unvollständig (oder haben einen verdammt schlechten Job gemacht).
    Für 494,89 € „Vermittlungsgebühren“ monatlich bekommt man *weit* mehr, als eine LV mit 331 € Einzahlung. Da steckt noch eine hohe Finanzierung dahinter o.ä.
    Oder Sie haben eben einen schlechten Job gemacht und einen sittenwidrigen Vertrag (z.B. Wucher) nicht für nichtig erklären lassen (das AZ ist leider nicht online, konnte nicht nachlesen).

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      • Für den Fall meines Irrtumes bitte ich Sie in aller Form um Verzeihung (normalerweise relativire ich selbst, hier erschien es „eineindeutig“).
        Gestatten Sie mir dann aber eine Frage:
        Ihr Mandant hat schon wenigstens Grundschulabschluss? Er weiss, dass 494 >> 331 (i.e. „Spar“beitrag (schon vor dem gesetzeskonformen „Versicherungsbetrug“) wesentlich kleiner als die verbrannten „Vermittlungsgebühren“)?

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      • Auch das ist typisch für diese Vertragskonstruktion: Die in den ersten 60 Monate zu zahlenden Vermittlungsgebühren fallen i.d.R. höher aus als der Versicherungsbeitrag.

        Mit Hauptschule hat das wenig zu tun, wohl aber mit Verkaufsstrategien und dem möglicherweise primären Ziel – und das ist nicht der Verkauf von Lebensversicherungen.

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  2. Hallo Stefan,

    die Versicherungen verdienen an jedem Abschluss ordentlich mit. Auch mit jeder Einzahlung, die du tätigst. Wenn du aber kündigst, verdient die Versicherung erst Recht mit und du verlierst noch mehr von deinem eingesparten Kapital. Statt Kündigung würd ich lieber verkaufen =>

    Editiert: Bitte keine Werbung hier. jm.

    Beim Verkauf erhälst du deutlich mehr Kapital als bei einer Kündigung.

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