Klage-, äh, Kachelmann

Der gute Jörg kann den Hals wohl nicht voll genug bekommen. Wie LTO vermeldet, ist jetzt die StA Mannheim dran:

Der frühere Wettermoderator verklagt die Staatsanwaltschaft Mannheim. Diese hatte vor Stern TV geäußert, seine DNA sei an dem wichtigen Beweismittel, einem Messer gefunden worden. Kachelmanns Anwalt Ingo Baum sieht darin eine „boshafte Nachverurteilung“, die vom VG Karlruhe untersagt werden soll.

… und vielleicht ist ja auch noch ein bisschen Schmerzensgeld drin?

P.S. „Der frühere Wettermoderator“ – bei so viel juristischer Aktivität bleibt fürs Wetter ja auch kaum noch Zeit. 😉

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11 Gedanken zu “Klage-, äh, Kachelmann

  1. Soso, er kann den Hals also nicht voll bekommen. Klingt ja, als wären die Folgen der Anschuldigung bereits ein Bombengeschäft für ihn gewesen.

    Das Gegenteil dürfte jedoch der Fall sein. Und hier meine ich durchaus nicht nur die Kosten, die über die der notwendigen Verteidung hinausgehen, sondern auch die Einbußen, die durch das defensive Verhalten der Sender entstanden sind und bis heute fortbestehen.

    Wenn dann das gemeinsam benutzte Tafelmesser öffentlich zum Beweismittel für eine Tat stilisiert, mithin zur „Tatwaffe“ wird, für die es keinerlei widerspruchsfreien Belege gibt, darf man an Untersagung und Entschädigung denken.

    Wie Sie hier mit wenigen Sätzen den Sachverhalt pervertieren und berechtigte Interessen des Betroffenen mit Häme begleiten, ist auch aus Standessicht erstaunlich.

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  2. Der Fall Kachelmann hat doch anschaulich die Abgründe und die systematische Fehlerhaftigkeit unserer Justiz und der Rechtsprechung aufgezeigt.

    Dass Kachelmann nun versucht, in diesen Abgründen nach den bestehenden, festgelegten Regeln, welche auf systematischen Fehlern basieren, etwas zu erreichen, zeugt nicht gerade von seiner Lernfähigkeit. Kachelmann war und bleibt damit Mittäter.

    Interessanter und neu wäre, wenn Kachelmann nicht gegen die vermeintlichen Verursacher seiner Leiden vorgehen würde, sondern gegen die, welche den Juristen geglaubt und Kachelmann aus seiner Karrierebahn geworfen haben.

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  3. @Vor“redner“: +1
    Das ist wirklich unter Ihrem gewohnten Niveau, bester Herr Melchior.
    Greifen Sie lieber ihren Internet-ausdruckenden Abzocker Kollegen an, der „Kopierkosten“ für 85.000 Seiten haben will.

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    • Wie schon unten gesagt, manchmal etwas lästerliche Berichte über die juristischen Aktivitäten von Jörg Kachelmann bedeuten keineswegs, dass ich dafür kein Verständnis hätte – eher im Gegenteil, schon weil in der deutschen Justiz so einiges schief läuft und insbesondere diverse Staatsanwaltschaften sich nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert haben (man denke nur an den Fall unseres Ex-Präsi).

      Ob der Kollege mit seinen 85.000 Kopien nun wirklich ein „Abzocker“ ist – oder schlicht gnadenlos blauäugig, kann ich nicht beurteilen. Die tägliche zermürbende Praxis mit den notorisch kürzenden Rechtspflegern und Bezirksrevisoren halte ich aber für eher angreifenswert.

      P.S. Lesen Sie doch mal beim Kollegen Burhoff nach.

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  4. Naja, LTO liegt da offenbar etwas daneben (oder zumindest ist die von Ihnen zitierte Kurzfassung im Teaser arg misslungen).

    Nach dem, was sich sonst aus der Berichterstattung entnehmen lässt, hat sich die Staatsanwaltschaft nicht „vor Stern TV geäußert“, sondern – in Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten nach dem Landespressegesetz – eine Presseanfrage schriftlich beantwortet. Sie hat auch nicht mitgeteilt, „seine DNA sei an dem wichtigen Beweismittel, einem Messer gefunden worden“, sondern vielmehr, dass sich an dem Messer neben weiblicher DNA auch minimale Spuren männlicher DNA gefunden haben, die zum DNA-Muster des damaligen Beschuldigten gepasst habe. Das ist wohl auch zutreffend.

    Was sie offenbar nicht mitgeteilt hat und worauf die Klage gestützt wird, ist, dass die Spuren so minimal waren, dass eine genauere Bestimmung des DNA-Identifizierungsmusters nicht möglich war und die Spuren daher zumindest auf eine große Vielzahl von männlichen Personen gepasst hätten. Ob in dem Weglassen dieser Tatsache bereits eine Rechtsverletzung liegt, hängt m.E. unter anderem auch davon ab, wie die Frage gestellt war (und wie die Antwort genau formuliert wurde).

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  5. Es ist offensichtlich, dass Sie von Herrn Kachelmann nicht viel halten.
    Peinlich ist aber, wie Sie Häme verbreiten und ihm den Verlust seines Jobs zum Vorwurf machen. Natürlich hat Herr Kachelmann viel Zeit für eine juristische Aufarbeitung eines Prozesses, der ihm unabhängig vom Urteil seinen Job und seinen Ruf gekostet hat.

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    • Irrtum, ich berichte lediglich gelegentlich kurz über seine – doch wohl recht umfangreichen – juristischen Aktivitäten. Sein Sieg über die sog. Journalistin Alice Sch. hat mir z.B. sehr gut gefallen.

      Manches klingt vielleicht auch etwas provokant – aber dass ich „Häme verbreite und ihm den Verlust seines Jobs zum Vorwurf mache“, ist schlicht abwegig. Mit Häme hat das gar nichts zu tun – und den Verlust seines Jobs finde ich durchaus bedauerlich. Tatsächlich halte ich es für inakzeptabel, dass man ihn nach seinem Freispruch nicht wieder eingestellt hat. Das riecht eher nach dem Geist der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wo z.B. ein damals prominenter Showmaster wegen einer außerehelichen Affäre „abgeschossen“ wurde.

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  6. Dieser Beitrag ist vom Niveau her wirklich unterirdisch. Soll man es etwa hinnehmen, dass eine Staatsanwaltschaft noch ein Jahr nach dem Freispruch immer noch rumschwadroniert, dass an dem Messer DNA gefunden wurde, die zu K. passt?

    Es ist auch falsch, was Herr Hochstein schreibt, denn natürlich ist es die Pflicht der Staatsanwaltschaft umfassend aufzuklären und sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen zu picken wie es denen gerade passt.

    Mann darf mitteilen, man habe an dem Messer männliche DNA-Spuren gefunden, die aber keiner konkreten Person zugeordnet werden konnten. Punkt! Herr K. hat damit überhaupt nichts zu tun, da praktisch jeder für die Spur infrage käme. Das ist klar durch Gutachten belegt worden. Die Staatsanwaltschaft teilt also wissentlich falsche Fakten mit, die sie damals schon ebenso falsch an die Presse gelassen hat. Da wird man ja wohl Unterlassung verlangen dürfen und sogar müssen! Schließlich würde ich es auch nicht hinnehmen, wenn ich ständig nachverurteilt werden, obwohl ich freigesprochen wurde!

    Aber gönnen wir dem Rechtsanwalt aus Wismar die paar Klicks auf seine Seite. Er scheint es ja besonders nötig zu haben.

    P.S.: Dass Herr Schälike hier K. als „Mittäter“ bezeichnet, wäre m.E. genauso abmahnwürdig.

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