Weg mit den Blitzern !

SPON berichtet:

Eine bunte Truppe macht sich in Schleswig-Holstein gegen stationäre Radarkontrollen stark. Verkehrsschilder sollen vor den Blitzern warnen. Was absurd klingt, könnte tatsächlich die Sicherheit im Straßenverkehr steigern.

Es klingt nicht einmal wirklich absurd: Die Frage ist doch eher, was man wirklich will – Eine tatsächliche Reduzierung der Geschwindigkeit oder nur nachträgliches Abstrafen?

Bei näherem Hinsehen klingt das Ganze sogar vernünftig – zu vernünftig, um mehrheitsfähig zu sein. :-/

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12 Gedanken zu “Weg mit den Blitzern !

  1. In Großbritannien ist es schon lange Pflicht, auf Radarmessungen, mobil oder stationär, hinzuweisen. Trotzdem gibt es auch dort genug Düffeldaffel, die es nicht raffen oder sie sich nicht darum scheren. Aber ausschließlich mit der vorherigen Ankündigung durch Warntafeln kann man dem oft leider nur zu berechtigten Argument der Abzocke wirksam entgegentreten. Warnschilder sind vernünftig. Her damit!

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  2. Bei näherem Hinsehen klingt das ganze vor allem für Gegner von Geschwindigkeitskontrollen vernünftig. Aber auch nur auf den ersten Blick.

    Der Sinn der Geschwindigkeitskontrolle ist die Steigerung der Verkehrssicherheit dadurch, dass Verkehrsteilnehmer durch die Möglichkeit der Ahndung einer Geschwindigkeitsübertretung angehalten werden, sich an die Vorschriften zu halten. Dass es nur um’s „abkassieren“ geht ist doch nur das Feigenblatt derjenigen,die sich eben nicht an die Vorschriften halten. Es obliegt nunmal nicht dem einzelnen Autofahrer, im Einzelfall selbst zu entscheiden, wie schnell man den entsprechenden Streckenabschnitt gefahrlos durchfahren kann.

    Würde man nun flächendeckend vor allen „Blitzern“ warnen, hätte das den Effekt, dass Autofahrer an den Messstellen tatsächlich langsamer fahren würden – was dort die Sicherheit erhöhen würde. Andererseits könnten (und würden) viele dann an anderen Stellen, nämlich an denen, an denen nicht gewarnt (und daher nicht gemessen wir) umso mehr rasen. Einzige Abhilfe dagegen: Flächendeckende Geschwindigkeitskontrollen.

    Ich glaube nicht, dass mir dieses Szenario lieber wäre…

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  3. wer geblitzt wird, findet alle Blitzer überflüssig und sieht keinen Grund, warum ausgerechnet an jener Stelle, wo es ihn erwischt hat, geblitzt werden muß. Das ist die Erfahrung, die man immer wieder machen kann. Wir Autofahrer können im Allgemeinen aber gar nicht beurteilen ob ein Blitzerstandort gerechtfertigt ist. Es sind eben nicht nur Unfallschwerpunkte, die das Blitzen nötig machen sondern auch jene Orte, die erst gar nicht zum Unfallschwerpunkt werden sollen. Es geht also um eine grundsätzliche Erziehung zur Einhaltung von Verkehrsregeln. Aber natürlich dürfen betroffene Mandanten und ihre bezahlten Anwälte das gerne anders sehen. Ich hab aber noch einen Tip für diese Spezies Autofahrer: Öfter mal auf den Tacho blicken und das Tempo korrigieren. Dann klappt auch die sogenannte Abzocke nicht mehr und Anwälte haben keinen Grund mehr von „nachträglichem Abstrafen“ zu schwafeln. Natürlich ist der Nachteil dabei, daß sie dann auch ein paar uneinsichtige Mandanten weniger haben.

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    • Sehr schön staatstragend argumentiert! Geschwindigkeitsbeschränkungen sind per se sakrosankt – egal welcher Sesselpuper sie angeordnet hat – und der Bürger hat sich daran zu halten, wenn er sich nicht einen dieser geldgierigen Anwälte beschäftigen kann oder will.

      Ansonsten trifft ihn eben die verdiente Strafe – auch wenn das die bereits begangene Geschwindigkeitsüberschreitung natürlich nicht ungeschehen macht und der Lerneffekt sich bekanntlich in engen Grenzen hält.

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      • Und was wäre Ihnen lieber? Dass künftig jeder während der Fahrt spontan selbst entscheidet, ob die Geschwindigkeitsbeschränkung angemessen ist, und sie verneinendenfalls einfach ignoriert?

        Mit der Argumentation Ihres 2. Absatzes könnten sie auch das gesamte StGB abschaffen. Strafrechtliche Sanktionierung mach kein Delikt ungeschehen. Und manche lernen’s ohnehin nie.

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      • Was ich damit sagen will? Dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nur dort angeordnet werden sollten, wo sie wirklich (!) erforderlich sind. Wenn das erkennbar wäre, würden diese auch eher akzeptiert werden (s. § 45 Abs. IX StVO, wonach Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen nur dort anzuordnen sind, wo dies auf Grund der besonderen Umstände zwingend (!) geboten ist – also auch Geschwindigkeitsbeschränkungen). Gegen diese Norm verstoßen grob geschätzt die Hälfte aller Geschwindigkeitsbeschränkungen.

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      • na, na, na, lieber Herr Melchior, da kommt der wohl kleine Honda-Raser in Ihnen durch. :p
        JEDE Einschränkung der Freiheiten im Verkehr ist nur dort/dann zulässig, wo sie signifikanten Zugewinn an Sicherheit bringt. Sagen die StVO + angrenzende Bestimmungen.

        Da sie angeordnet wurden bringen sie per se jenen Zugewinn (Par. 1: Der Staat hat immer Recht).
        Wollen Sie also bitte nicht so zersetzerisch sein? 😉

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      • Schnell geht anders!!!!!

        Wo es passt ja, aber nicht auf der kurvenreichen unübersichtlichen Strecke mit vielen Urlaubern und Ortsunkundigen.
        Aber manchmal muss man ja Frust ablassen oder zeigen was man kann…………….

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