Mal wieder Bayernrecht ?

Der BayernUli soll u.a. laut FAZ jedenfalls mehr als ca. 28,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen, also definitiv nicht gezahlt haben. Dafür gab’s dann im Prozess wegen Steuerhinterziehung bekanntlich eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Das letztlich eher arme Schwein, das den Uli um – in Relation doch eher sehr bescheidene – 215.000.- Euro erpressen wollte (aber nicht erhalten hat), fing sich dafür nun eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten – also drei Monate mehr.

Vorstrafen hin oder her – irgendwie schief, oder?

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5 Gedanken zu “Mal wieder Bayernrecht ?

  1. So sehr wie man sich über das Strafmass für UH streiten kann, ist das hier doch vollkommen gerechtfertigt:
    Der Mann hat bereits 11 Einträge im BZR, sass über 10 Jahre im Gefängnis. Ich zitiere die BILD ja ungern, aber „Berufsverbrecher“ trifft es schon ganz gut.
    Dann hat er zwar gestanden, aber im Gegensatz zu Hoeness war da alles schon klar, er hat sich also im Gegensatz zu UH nicht weiter reingeritten.
    Und 3. – und das ist meine Meinung nach der Hauptunterschied zwischen den beiden – das was UH gemacht hat ist so etwas wie Betrug. Niemand nimmt körperlichen Schaden, es geht nur um Geld. Hier aber hatten sowohl UH als auch seine Frau Angstzustände etc. Das ist einfach eine ganz andere Dimension, die auch ganz anders bestraft wird. Die Summe ist dabei eher nebensächlich, aber das wissen Sie ja sicher auch, Herr Melchior 😉

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    • … und auf den Dampfer gehe ich eben nicht: „Angstzustände etc.“ glaube ich weder UH noch seiner holden Gattin, die ja auch nicht unmittelbar bedroht war. Und ob derartige psychische Zustände bei der Strafzumessung für eine Erpressung relevanter sind als die (potentielle) Beute, mag bezweifelt werden.

      Und übrigens: Laut SPON entfielen (allein) sechs Jahre Haft schon auf einen „Betrug in Höhe von 220.000 Mark“ – womit wir wieder bei der angemessenen Relation wären.

      Und schließlich: 11 Einträge im BZR sind per se wenig aussagekräftig, dort wird sehr viel eingetragen – und nicht nur Straftaten als solche.

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  2. Wenn man bedenkt, wie viele Polizisten man für 28,5Mio einstellen kann, finde ich ihr Behauptung es käme niemand körperlich zu schaden mutig. Durch die Erpressung kam außerdem auch niemand körperlich zu Schaden.

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  3. Der Ansatz für den Vergleich ist falsch. Man kann sicherlich trefflich darüber streiten, ob die Strafe gegen U.H. angemessen ist.
    Ob die Strafe für den Erpresser angemessen ist, kann man daran aber nicht festmachen. Hier müsste andere Erpressungen zur Grundlage eines Vergleichs machen. Mit Bayern-Recht hat das nichts zu tun.
    Der Vergleich hinkt. Zwei Paar Schuhe. Ganz wie Sie wollen.

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  4. Man sollte bedenken das Uli H. eine Selbstanzeige abgegeben hat. Dem Urteil konnte man entnehmen das diese nicht wirksam war, jedoch strafmildernd angerechnet wurde. Ohne die Selbstanzeige wäre es für die Behördern schwer geworden zu ermitteln.

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