VHV – völlig gaga

Mein Mandant hat leider aus nicht nachvollziehbaren Gründen das Pech, immer wieder mit VHV-Versicherten aneinanderzugeraten. Dass die Schadensregulierung in keinem einzigen Fall problemlos lief, wird Insider nicht erstaunen.

Dieses Mal hat der Gegner plötzlich und ohne den Blinker zu betätigen, über eine durchgezogene Linie hinweg plötzlich die Fahrspur gewechselt und so den PKW meines Mandanten seitlich gerammt. Eigentlich ganz einfach – nicht so mit der VHV auf der Gegenseite:

Sie kürzt das geltend gemachte Sachverständigenhonorar von 535,58 € um sage und schreibe 12,07 €, da der geforderte Betrag nach ihrer Auffassung „den zur Schadensbeseitigung erforderlichen Kostenaufwand übersteigt.“ Es folgen drei weitere Absätze voller BlaBla.

Dann natürlich auch wieder der selbstgestrickte „Prüfbericht“, in dem die Lohnkosten um eingesamt 179,72 € gekürzt werden. Dass die VHV erfahrungsgemäß hierbei auch gern Stundensätze benennt, welche die angegebenen Firmen so nicht oder jedenfalls nicht am freien Markt anbieten, sei nur am Rande erwähnt.

Gekrönt wird der ganze Unfug dann aber von der Behauptung, der Unfallhergang sei wegen sch angeblich widersprechender Angaben der Parteien. „unaufklärbar“. Die aufnehmenden Polizeibeamten hätten den Unfall nicht gesehen und seien „somit keine Zeugen“. Immerhin haben sie die einzige kurze Äußerung des Unfallgegners vor Ort notiert: „Der Andere war auf einmal da.“ Dass (nur) gegen diesen ein Verwarnungsgeld verhängte und gezahlt wurde, sei nur nebenbei bemerkt.

Also Klage – und siehe da: VHV zahlt die Klagforderung und bittet um Klagrücknahme. Wieder ein paar Hundert Teuro zu Lasten der Versichertengemeinde verschleudert. Eben typisch VHV.

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4 Gedanken zu “VHV – völlig gaga

    • vom wirtschaftlichen Standpunkt nicht, aber rechtlich gesehen begibt sich der rücknehmende Kläger selbst in die Rolle des Unterlegenen (wozu er nicht verpflichtet ist) und gegen die Versicherung ergeht -wieder einmal- keine gerichtliche Entscheidung, was bei einer Erledigungserklärung nicht der Fall ist. Und ein Beschluß nach 91a ZPO ist auch eine gerichtliche Entscheidung, welche die Versicherung nicht mehr wegdiskutieren kann

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