Keine Verweisung auf Alternativwerkstätten in Hamburg

Das AG Hamburg schrieb der HUK Coburg mit Urteil 16 C 103/15 vom 10.12.2015 Folgendes ins Stammbuch:

Der Schädiger kann den Geschädigten aber unter dem Gesichtspunkt der Schadensminderungspflicht gemäß § 254 Abs. 2 BGB auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne Weiteres zugänglichen „freien“ Fachwerkstatt verweisen, wenn er darlegt und gegebenenfalls beweist, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt dem Qualitätsstandard der Reparatur in einer rnarkengebundenen Fachwerkstatt entspricht, und wenn er gegebenenfalls vom Geschädigten aufgezeigte Umstände widerlegt, die diesem eine Reparatur außerhalb der markengebundenen Fachwerkstatt unzumutbar machen würden (vgl. BGH a.a.O.).

Der Kläger muss sich jedoch von den Beklagten nicht auf die günstigeren Verrechnungssätze der von ihnen benannten „freien“ Fachwerkstätten Fa. D. KG, Hamburg bzw. Fa. Autolackiererei K verweisen lassen.

Denn ihr Vortrag zu einer im Verhältnis zu einer markengebundenen Fachwerkstatt gleichwertigen Reparaturmöglichkeit in diesen Werkstätten ist nicht ausreichend substantiiert und beschränkt sich auf floskelhafte Textbausteine. Es wird weder dargelegt, über welche Ausstattung die jeweilige Werkstatt verfügt und welche Kapazitäten dort zur Verfügung stehen, noch werden detaillierte Angaben zur Qualifikation der Mitarbeiter und den Erfahrungen zur Reparaturen des beschädigten Fahrzeugtyps gemacht. Auch haben die Beklagten nicht spezifiziert, über welche Zertifizierungen genau diese Werkstätten verfügen sollen und wie die jährlich Qualitätsüberprüfung konkret ausgestaltet ist. Auch der Prüfbericht der DEKRA vom 15.06.2015, Anlage B1, erschöpft sich in allgemeinen Ausführungen, ohne auf die tatsächlich benannten Werkstätten einzugehen. Auf das Erfordernis eines entsprechend detaillierten Vortrags sind die Beklagten mit Verfügung vom 24.08.2015 durch das Gericht hingewiesen worden.

Ob in den dortigen Werkstätten UPE-Aufschläge anfallen, ist somit für die Entscheidung unerheblich. Es bleibt bei dem Grundsatz, dass nach ständiger Rechtsprechung der erkennenden Abteilung des Amtsgerichts UPE-Aufschläge auch bei fiktiver Schadensabrechnung erstattungsfähig sind.

Na also, geht doch! 🙂

P.S. Der Mandant hatte das Pech, zum zweiten Mal mit einem HUK-Kunden zusammenzuscheppern. Zwei Unfälle, zwei Prozesse, zwei Mal vollumfänglich gewonnen. Aber HUK braucht das wohl. 😉

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