Idiotenfest

Ob sich auf den Verkehrsgerichtstag in Goslar nun unbedingt die Creme der Verkehrsrechtler versammelt, habe ich schon öfter bezweifelt. Diese Vermutung wird nun durch die Nachricht bestärkt, der Verkehrsgerichtstag habe empfohlen, Alkoholsünder sollten künftig bei der ersten Auffälligkeit bundesweit einheitlich schon ab einem Promillewert von 1,1 die MPU absolvieren müssen, wenn sie den Führerschein zurückerhalten wollten.

Die MPU (salopp Idiotentest genannt) wird jedenfalls von seriösen Psychologen als schematische Massenabfertigung ohnehin sehr kritisch gesehen. Und ein Alkoholwert von 1,1 – 1,6 Promille ist sicherlich keineswegs in Ordnung, aber auch kein Grund, die Delinquenten generell unter den Generalverdacht des notorischen Trinkers zu stellen, der auch in Zukunft alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehmen wird – und dann in einem fragwürdigen Procedere das Gegenteil beweisen muss. Wer schon einige dieser Textbaustein-Gutachten gelesen hat, weiß, was gemeint ist.

Bleibt also nur (die allerdings bescheidene) Hoffnung, dass der Gesetzgeber sich dieser abwegigen „Empfehlung“ verweigert.

P.S.: Schön, in den Nachrichten zu hören, dass auch der Präsident des Deutschen Verkehrsgerichtstages Kay Nehm sowie der ADAC diesen Vorschlag durchaus kritisch sehen.

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