Aktenmeyers Halbwahrheiten – die 2.

Gestern Abend zog Uli Meyer in seiner Akte 2011 wieder gegen die Schlechtigkeit der Welt zu Felde: Ein böser Bube hatte auf den Namen einer ahnungslosen und todtraurigen Frau ein Konto eröffnet, dieses kräftig überzogen und nun sollte sie die Zeche zahlen – was sie natürlich überhaupt nicht einsah.

So weit, so schlecht. Dass den tränenauslösenden Vollstreckungsversuchen gegen die alleinerziehende Mutter allerdings ein rechtskräftiges Versäumnisurteil eines Landgerichts zugrunde lag, war nur am Rande erkennbar. Es wurde lediglich mitgeteilt, ihr (anscheinend selbst eingelegter) Einspruch sei verspätet gewesen. Dass vor einem LG bekanntlich Anwaltszwang herrscht, wurde ebenso wenig erwähnt wie die Tatsache, dass Landgerichte hierüber und die einzuhaltenden Fristen ausdrücklich zu belehren pflegen. Die Dame traf so wohl ein ganz gehöriges Mitverschulden an ihrer misslichen Lage.

Schade eigentlich, der Fall warf wirklich einige interessante Fragen auf, z.B. wie jemand mit gefälschten Unterlagen Konten auf fremde Namen eröffnen kann, obwohl nicht einmal die Adressen übereinstimmten, wie er gleich mehrere Tausend Euro von diesem Konto abheben kann, etc. pp. Das bleib letztlich offen – aber Ist ja auch egal, im Ergebnis hatte die Akte jedenfalls wieder heldenhaft und erfolgreich gekämpft, oder ?

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Aktenmeyers Halbwahrheiten

Dienstag Abend zog die Akte 2011 wieder gegen Abzocker und andere Vermögensverminderer zu Felde – so auch gegen Vermieter, die Kautionen einbehalten. Hierzu wurde eine Kollegin interviewt, die durchaus zutreffend und deutlich darauf hinwies, dass einfache Schreiben nicht helfen und nur eine gerichtliche Geltendmachung die Verjährungsfrist von drei Jahren hemmt und. So weit, so gut + richtig. Dann Aktenmeyers Abmoderation:

„Wenn Sie Ihre Ansprüche nicht schriftlich geltend machen, verjährt Ihre Kaution nach drei Jahren.“

Stimmt – aber ansonsten auch. Kennt der Mann eigentlich die eigenen Beiträge nicht?

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Daneben, Herr Meyer!

Uli AktenMeyer präsentierte am Dienstag Abend stolz den Betreiber der Webseite iShrareGossip, den das Akte-Team nach ausführlich dargestellten Recherchen ausfindig gemacht und interviewt haben wollte. Kurz danach schlug die StA zu – und traf den Falschen, wie u.a. bei SPON berichtet wird:

Er gab sich als Betreiber der Mobbing-Website iShareGossip aus und wurde vorläufig festgenommen. Nun ist der 25-Jährige wieder frei. Er sei nur ein Trittbrettfahrer, so der Staatsanwalt. Das Team der Website distanzierte sich in einem Blog von dem Lübecker.

Kann ja mal vorkommen … 😉

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Aktenmeyers Halbwissen – die 2.

Gestern Abend kämpften Uli Meyer und Co. mal wieder heldenhaft für die abgezockten Verbraucher, Thema dieses Mal: Überzogene Handygebühren. Eigentlich ganz informativ – wäre da nicht Aktenmeyers toller Tipp am Ende gewesen:

Gegen überhöhte Handyrechnungen sollte man klagen. Klar, der (angebliche) Schuldner klagt und trägt das Kosten- und Prozessrisiko mit unsicherem Ausgang, anstatt abzuwarten und sich ggf. verklagen zu lassen – vorerst ohne Risiko. Kein wirklich toller Tipp – jedenfalls nicht aus Sicht des Verbrauchers. Beschäftigt SAT 1 eigentlich keine Anwälte, die Sendungsmanuskripte überprüfen können?

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Aktenmeyers Halbwissen

Gestern kämpfte die Akte 2010 mal wieder heldenhaft, u.a. für eine AKTE-Zuschauerin, die in einen Unfall mit einem Geisterfahrer verwickelt war:

Totalschaden an ihrem Auto. Doch nun will die Versicherung nicht zahlen. AKTE erklärt warum und hilft.

… und das sah so aus: Man interviewte den Kollegen der die Geschädigte vertritt (seines Zeichens Fachanwalt für Versicherungsrecht), wo denn nun die Problematik lag. Dieser schilderte den Fall als eigentlich ganz klar, das Problem lag allerdings darin, dass hier ein vorsätzliches Handeln durch den Gegner (potentieller Suizident) in Betracht kam und die Versicherung deshalb mauerte. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, sähe es schlecht aus für die Mandantin.

Bei Vorsatz entfällt der Versicherungsschutz, soweit richtig, § 103 VVG. Dass bei fehlendem Versicherungsschutz aber die Verkehrsopferhilfe eintritt, schien dem Kollegen eher nicht geläufig zu sein – und „Robin“ Meyer setzte noch richtig einen drauf:

In der Abmoderation sprach er die VOH zwar ausdrücklich an, meinte aber, diese wäre nur dann zuständig, wenn der gegnerische Fahrer unbekannt wäre – unausgesprochen im Ergebnis hier also nicht, da der Gegner bekannt war.

Wie war das? Akte erklärt warum: Weil der Kollege anscheinend nicht wirklich fit ist. Und hilft? Nicht wirklich, oder?

Vielleicht hätte Uli Meyer doch besser mal jemanden fragen sollen, der sich mit so was auskennt – oder nur diese Seite lesen.

P.S. Wetten dass ein Link auf diesen Artikel per mail an die Akte die „Akteure“ eher kalt lässt?

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