Die VHV bittet um Klage

Manche Versicherungen sind offensichtlich wenig lernfähig. Das AG Mitte schrieb der VHV im Urteil 110 C 3178/10 vom 25.o8.2010 u.a. Folgendes ins Stammbuch

„Der Verweis auf eine konkrete günstigere Reparaturmöglichkeit in einer anderen Fachwerkstatt setzt nämlich voraus, dass dem Geschädigten insoweit annahmefähige Angebote der betreffenden Werkstätten unterbreitet werden. Die bloße Benennung von Name und Anschrift eines Reparaturbetriebes ist insoweit nicht ausreichend, da der Geschädigte anhand des Namens und der mitgeteilten Stundenverrechnungssätze nicht erkennen kann, ob die angegebene Werkstatt in der vom Sachverständigen vorgesehenen Art und Weise repariert. Hierzu hätte die Beklagte dem Kläger zumindest einen Kostenvoranschlag der betreffenden Firma vorlegen müssen. Da der Kläger sein Fahrzeug unstreitig zwischenzeitlich verkauft hat, muss er sich auch nicht auf einen eventuellen nachträglich einzuholenden Kostenvoranschlag verweisen lassen.“

Offensichtlich hat die VHV aus diesem Urteil nichts gelernt. Wieder kürzt sie in einer Unfallsache die von einem Sachverständigen ermittelten Reparaturkosten massiv unter Hinweis auf angeblich günstigere Werkstätten. Auch hier wird nicht etwa ein Kostenvoranschlag vorgelegt, sondern lediglich eine unspezifizierte Aufstellung von Einzelpreisen. Wie entsprechende Recherchen ergaben, liegen zudem u.a. die von der VHV behaupteten Stundenverrechnungssätze tatsächlich zum Teil deutlich höher. Daher wird das AG Mitte wohl erneut Gelegenheit haben, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen. 😉

Update: Da die VHV nach wie vor völlig uneinsichtig ist, liegen jetzt zwei weitere Klagen beim AG Mitte.

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