Trottel des Tages

Über den AbzockBlitz-Marathon ist in den letzten Tagen nun wirklich reichlich berichtet worden, aber wohl noch nicht genug. SPON berichtet:

Spitzenreiter war laut Zwischenbilanz ein Fahrer in Reutlingen (Baden-Württemberg), der mit Tempo 238 statt der erlaubten 100 Stundenkilometer unterwegs war. In Brandenburg wurde auf der A2 zwischen Netzen und Lehnin ein Autofahrer mit 219 statt der erlaubten 120 Stundenkilometer gemessen.

138 bzw. 99 km/h zu schnell, jeweils eine Geldbuße vom mindestens 600 Teuro, Fahrverbot von drei Monaten und 2 Punkte – Herzlichen Glückwunsch!

Das Gegenbeispiel findet sich bei auto-service.de:

Im badischen Karlsruhe verwarnten die Verkehrshüter einen Langsamfahrer. Der Verkehrsteilnehmer war auf der B 3 … mit 32 statt erlaubten 100 Stundenkilometern unterwegs. Seine Ausrede war so außergewöhnlich wie seine Geschwindigkeit: Er sei so vom Blitzmarathon eingeschüchtert, dass er ständig nach Radarfallen Ausschau gehalten habe.

Und den Chefdeppen findet man bei FOCUS:

Spitzenreiter war ein Motorradfahrer in kurzen Hosen nähe Rothenburg, der mit seiner Suzuki 238 statt der erlaubten 100 km/h unterwegs war.

Naja, die Saison ist eh’ bald vorbei. :no:

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Raser?

Insbesondere anlässlich des aktuellen AbzockBlitz-Marathons findet sich allenthalben in den Medien das dämliche Wort „Raser“. Dies steht laut Wikipedia „für einen Verkehrsteilnehmer, der eine unangemessen hohe Geschwindigkeit wählt“ – also keineswegs per se für jemanden, der (nur) schneller fährt als erlaubt.

Und überhaupt: Zu Zeiten des allgegenwärtigen „Genderismus“ doch bitte – wenn überhaupt – „Raserinnen und Raser“ oder „Rasende“. Wenn schon, denn schon. 😉

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Blitzer in MeckPomm (und anderswo)

Morgen geht der bundesweite AbzockBlitz-Marathon also wieder los. AutoBild veröffentlicht eine Übersicht der Blitzfallen in den einzelnen Ländern. Drei fehlen dort allerdings: Sachsen-Anhalt, Thüringen und MeckPomm. Was letzteres angeht, hilft der NDR mit einer Liste zum Download.

Mit der Vorab-Veröffentlichung wollen die Innenministerien der Länder klarmachen, dass es beim „Blitzmarathon“ vor allem um die Sicherheit im Straßenverkehr geht, nicht um finanzielle Einnahmen.

So, so: Wer morgen auf der B 106 von Wismar nach Schwerin fährt (oder umgekehrt?), kommt durch die Dörfer Steffin, Dorf Mecklenburg und Karow – und kann auf einer Strecke von knapp zwei Kilometern drei Mal geblitzt werden. Aber so doof ist ja auch keiner, oder?

S. auch bei SPON

Lesenswert auch dieser Artikel zur Sinnhaftigkeit der Blitzerei.

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Der nächste „Blitz-Marathon" droht

Wie SPON berichtet, startet der zweite bundesweite Blitz-Marathon am 18. September. „Beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon sind im vergangenen Jahr 83.000 Temposünder erwischt worden.“

„83.000 Temposünder“ – eine imposante Zahl, oder ? Beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon im vergangenen Jahr waren laut SPON mehr als drei Millionen Autofahrer kontrolliert worden. 83.000 sind nur 2,77 % von 3.000.00. Vergleicht man diese Quote mit der „normaler“ Kontrollen, fällt sie eher niedrig aus. So toll war der Erfolg also nicht – hielt aber „rund 15.000 Polizisten“ von ggf. sinnvolleren Tätigkeiten ab.

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Das „Strecken-Radar" kommt

SPON berichtet:

Niedersachsen testet als erstes Bundesland ein Strecken-Radar, bei dem die Geschwindigkeit von Autofahrern über einen längeren Abschnitt kontrolliert wird. Dabei wird jedes Fahrzeug am Beginn des Abschnitts von hinten fotografiert und die Daten verschlüsselt zwischengespeichert. Am Streckenende wird es erneut erfasst. Mittels Weg-Zeit-Berechnung wird dann die durchschnittliche Geschwindigkeit ermittelt. Ist der Fahrer zu schnell gewesen, wird das Fahrzeug auch von vorne – mit Fahrer und amtlichem Kennzeichen – geblitzt und die Daten in eine Verstoßdatei überführt. In dem Pilotversuch werden die strengen Vorgaben des deutschen Datenschutzes eingehalten, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag in Hannover. Der 18-monatige Test werde im Frühjahr 2015 beginnen.

„Die strengen Vorgaben des deutschen Datenschutzes eingehalten“ – wer’s glaubt. …

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(Be)zeugen oder zahlen?

Während man im Land Brandenburg gerne mal direkt auf Dummenfang geht (gelegentlich auch leider erfolgreich), fährt „unser“ Polizeipräsidium eine subtilere Strategie:

Es geht um eine Geschwindigkeitsüberschreitung von sage und schreiben 6 km/h innerorts. Auf dem Blitzerfoto ist ein PKW schemenhaft zu erkennen, dessen Kennzeichen gut – nur der/die Fahrer(in) nicht, völlig unterbelichtet (das Foto natürlich). 😉

Also gibt es einen „Zeugenfragebogen“: Man möchte gerne wissen, wer den PKW am fraglichen Tage geführt hat. Alternativ kann allerdings auch ein Betrag von 15.- € Verwarngeld angewiesen werden, dann kann man sich die Beantwortung sparen.

Sparen wir uns doch einmal beides! 😉

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Fröhliches Täterraten

Komisch, dass gerade das Land Brandenburg immer wieder dadurch auffällt, auch bei miserablen Fotos Anhörungen an mutmaßliche „Geschwindigkeitsüberschreiter“ zu verschicken.

nobody

Dumm allerdings, wenn diese sich dann auch noch zur Sache äußern – und damit die beste Chance auf eine Verteidigung verschenken. 😉

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