Das Gewerberegistrat spricht doch mit Anwälten?

Trotz ausdrücklicher Bekundung, nur mit Geprellten Kunden zu korrespondieren, lässt sich die GES Registrat GmbH nun doch herab, mich als Anwalt meines Mandanten anzuschreiben:

Wir kommen zurück auf die vorbezeichnete Angelegenheit. Wie Sie bereits wissen, sind wir der überzeugten Ansicht, dass zwischen uns und Ihrer Mandantschaft ein kostenpflichtiger Vertrag … zustande gekommen ist …

So, so. Und weil man von seiner überzeugten Ansicht auch selbst so überzeugt ist, bietet man jetzt einen Vergleich an: Aufhebung des (angeblichen) Vertragsverhältnisses zum Schnäppchenpreis von nur 400.- Teuro.

Wenn ihre Mandantschaft mit einem solchen Abschluss der Angelegenheit einverstanden ist, bitten wir um kurze Mitteilung.

Na prima, da kann ich mir das Porto ja sparen. 😉

Oder ob mein Mandant hier noch eine „verbindliche Anwaltsauskunft“ hierzu einholen sollte? Sie ist sogar „für GES Registrat Kunden kostenfrei“. Aber nein, mein Mandant ist ja kein Kunde. 😉

P.S. Das ist nun exakt sechs Monate her, auf die angedrohte Klage warten wir immer noch. 😦 Schaumschläger !

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Das „„Gewerberegistrat“ – und die Kreise dahinter

Geschäftsführer der u.a. das „„Gewerberegistrat“ betreibenden GES Registrat GmbH ist ein gewisser Herr Patrick Zilm.

Wie die Kollegen Radziwill pp. berichten, hetzt er Zahlungsverweigerern gern die Hunter Forderungsmanagement GmbH auf den Hals, Geschäftsführer ein gewisser Marcel Meyfarth. Ein „eisenharter“ Laden:

Sollte ein Inkasso-Mahnverfahren erfolglos verlaufen, so wird Ihre offene Forderung an einen unserer Anwälte zur Bearbeitung übergegeben. Dem Schuldner werden daraufhin zwei Schreiben zugestellt, wobei das 2. Anwaltsschreiben die Prüfung und Mitteilung einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Eingehungsbetrugs enthält.

(P.S. Vorstehenden Text mal in Anführungszeichen setzen und bei Google eingeben)

„Übergegeben“ – na ja. Ansonsten böse, böse! Inwieweit die Lockschreiben der GES Registrat GmbH ebenfalls unter § 263 StGB zu subsumieren sein könnten, lassen wir hier mal offen.

Jedenfalls ist Herr Meyfarth auch Geschäftsführer der „“Agentur für Anwaltsvermittlung“, kurz ad.agda, die sich rühmt, für billiges Geld „„Rechtsanwälte zum günstigen Festpreis“ zu vermitteln mit „„bis zu 80 Prozent Ersparnis“.

An dieser Firma soll laut moneyhouse.de wiederum besagter Patrick Zilm beteiligt sein.

Und so schließen sich mindestens ein bis zwei Kreise – wenn ein Schuldner der GES Registrat GmbH seinen Fall „„ad-agda“ übergibt, vielleicht auch noch ein dritter. 😉

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Das Gewerberegistrat mag keine Anwälte

Mein Mandant war leider auch auf das „Gewerberegistrat“ hereingefallen. Die Firma GES Registrat GmbH kopiert bekanntlich die Masche der hinreichend bekannten GWE und versucht, Kunden für ihr Gewerberegister einzuwerben.

Meine Anfechtung (per Einwurf-Einschreiben) hat diese edle Firma immerhin erreicht. Sie teilt meinem Mandanten jetzt ganz wichtig mit:

Vorab möchten wir klarstellen, dass wir auch zukünftig in dieser Angelegenheit nur mit Ihnen korrespondieren werden. Insbesondere auch die Beantwortung eventueller Anwaltsschreiben werden wir nur Ihnen gegenüber vornehmen. Hierzu sind wir berechtigt, wie sich aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom o8.o2.2011 (Az: VI ZR 311/09) ergibt.

Schön – und was soll das?

Es folgt eine Seite äußerst lichtvoller Ausführungen, u.a. zu dem unsäglichen Urteil des LG Düsseldorf 23 S 316/12, das auch die GWE gern für sich in Anspruch nimmt. Zuvor hatte es schon einen Drohbrief mit Hinweis auf das „Forderungsmanagement“ dieser Firma gegeben. Also auch insoweit wie GWE. Ob das „Gewerberegistrat“ wohl auch so viele Anwälte verschleißt? 😉

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