GWE nervt weiter

Die Ein-Mann-„Rechtsanwalts- und Wirtschaftskanzlei“ wird langsam lästig:

Mit einem neuen Serienbrief beklagt der Kollege, innerhalb der gesetzten Frist keine Antwort erhalten zu haben. Das ist so schon nicht richtig, s. hier und hier und hier.

Aber vielleicht ist der Kollege ja nicht so internetaffin. Seine Homepage harrt ja auch noch qualifizierten Inhalts. Vielleicht nimmt ihn seine aufopferungsvolle Tätigkeit für GWE zu sehr in Anspruch?

Zudem hatte ich ihm aber sein Schreiben vom o6.o8.2014 (vgl. hier) schon mit dem handschriftlichen Vermerk „Lächerlich“ per Fax zurückgesandt. Nicht verstanden, Herr Kollege?

Er gibt nun „letztmalig außergerichtlich die Möglichkeit, bis spätestens zum o8.o9.2014 „zu unserem (mal wieder pluralis majestatiis) Schreiben Stellung zu nehmen.“

„Letztmalig außergerichtlich“? Das haben auch schon andere versprochen – und trotzdem geht die Nerverei weiter. 😥

Vielleicht schicke ich ihm per Rückfax den Link zu diesem Beitrag ?

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GWE – die nächste Schlappe vor einem LG?

Die Parteien sind ist dem Urteil des LG Saarbrücken 10 S 185/12 vom o6.o9.2013 natürlich nicht zu entnehmen. Schon der Leitsatz …

Eine Entgeltabrede für die Eintragung in ein Branchenverzeichnis im Internet, mit welcher der Empfänger eines Formularschreibens aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes nicht rechnen musste, kann auch dann als überraschende Klausel im Sinne des § 305c Abs. 1 BGB unwirksam sein, wenn in dem in kleinerer Schrift gehaltenen Fließtext des Formulars mehrfach sprachlich eindeutig darauf hingewiesen wird, dass mit der Unterschriftsleistung ein kostenpflichtiger „Premiumeintrag“ verbunden ist.

… könnte allerdings auf die wohlbekannte Abzockbude namens GWE hindeuten. Wie gesagt, nur eine Vermutung. 😉

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Der GWE-Test – durchgefallen !

Die GWE-Werbung klingt doch nett:

Sie haben keine Zeit, um lange nach dem passenden Produktanbieter zu suchen? Dann sind Sie bei uns goldrichtig! In Sekundenschnelle findet unsere Suchmaschine das richtige Ergebnis zu der von Ihnen gewünschten Branche.

Ach, wirklich? Kollegen sucht man zwar üblicherweise nicht über die GWE. Aber ein Test kann ja nicht schaden. Also: Suche Rechtsanwalt im Umkreis von 5 km um 23966 (PLZ von Wismar).

Fehlanzeige! Und das, obwohl es allein hier in Wismar schon mindestens ca. 50 Anwälte gibt. Man muss den Umkreis schon auf 45 km erweitern, um jedenfalls zwei Lübecker Kollegen zu finden. Ob die ihre Einträge wohl bezahlt haben ? 😉

Insgesamt sollen in der Rubrik „Rechtsanwälte“ allerdings 809 Einträge gelistet sein. Naja, bundesweit sind es laut BRAK-Statistik per o1.o1.2014 ja auch „nur“ 163.690 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Aber genau genommen, betreiben Anwälte ja auch kein Gewerbe. 😉

P.S.: Der neue GWE-Anwalt ist dort nicht gelistet. Vielleicht muss er sich seinen Eintrag erst verdienen?

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Der neue GWE-Anwalt schon wieder

Der neue Anwalt der GWE gibt nicht auf. Offensichtlich gab es aber reichlich Gegenwind wegen unzulässiger Umgehung von Anwälten der „GWE-Opfer“: Jetzt schreibt er (ersichtlich per Serienbrief):

Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen /-innen,

wir (man beachte den pluralis majestatis der Ein-Mann-Wirtschaftskanzlei !) haben Ihr Schreiben erhalten und werden zukünftigen Schriftverkehr in dieser Angelegenheit mit Ihnen führen. …

Nein danke, kein Bedarf!

Es folgen langatmige Ausführungen zu einem angeblich wirksam geschlossenen Vertrag mit der GWE, diverse Fundstellen (angeblich) einschlägiger Urteile, insbesondere das legendäre Urteil des LG D’df. 23 S 316/12, über das schon viel gesagt und noch mehr geschrieben wurde. Dazu noch Zitate aus diesem Urteil nebst Interpretationsversuchen, zu allem Überfluss wird es auch noch in Kopie beigefügt.

Und dann mal wieder ein Vergleichsangebot, dieses Mal über 333,69 € „allein aus kulanz- und prozessökonomischen Gründen“ (wer’s glaubt …). Sollte man dieses (das wievielte eigentlich schon??) allerdings nicht annehmen, wird die GWE „ihre Forderung mit allen rechtlichen Mitteln in voller Höhe durchsetzen“.

Diese Drohung ist allerdings auch nicht die erste. Warten wir’s also ab! 😉 Eine kleine Rechtsprechungsübersicht findet sich hier.

P.S.: Eine sich geradezu aufdrängende Überlegung stellt der Kollege offensichtlich nicht an:

Wenn eine Firma ein doch so seriöses Produkt wohl zumindest Hunderten von Leuten juristisch einwandfrei verkauft hat und diverse Urteile (u.a. das eines LG) die Rechtmäßigkeit der Sache bzw. der Forderung bestätigen – warum sollte sie dann wieder und wieder versuchen, die Kunden in einen Vergleich zu prügeln und hierfür noch reichlich in Kosten für Inkassobuden und Anwälte investieren ??

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Der neue (??) GWE-Anwalt – peinlich

Dass die GWE wieder einen neuen (?) Anwalt (den wievielten eigentlich ?) ins Rennen schickt, um das Volk mit ebenso albernen wie unseriösen Drohungen zu überziehen, ist an vielen Stellen im Netz zu lesen.

Dass dieser allerdings anwaltlich vertretene Mandanten in unzulässiger Umgehung des § 12 BORA direkt anschreibt, fand ich weniger witzig. Auf meinen entsprechenden Hinweis kommt die übliche Entschuldigung – er habe es nicht gewusst. Ooohh ! Daher sei sein Schreiben „keinesfalls als Umgehung des § 12 BORA zu bewerten. (So, so – wie war das noch mit der Unwissenheit, die … ?)

Und jetzt kommt der Gegenschlag: Ein Hinweis auf die „Grundsatzentscheidung des BGH vom o8.o2.2011, VI ZR 311/09″. Demnach liege es „im berechtigten Interesse einer Vertragspartei, wegen einer Forderung unmittelbar in Kontakt mit seinem Vertragspartner zu treten, auch wenn sich ein Vertreter bestellt hat. Dieser Rechtsauffassung schließe sich seine Mandantin ausdrücklich an.

Ach, wirklich? Hat der gute Mann dieses Urteil wirklich gelesen – und wichtiger – auch verstanden? Wohl nicht, der BGH a.a.O.:

Mit Schriftsatz vom 19. März 2008 zeigte ein vom Kläger beauftragter Rechtsanwalt unter Vorlage einer anwaltlichen Vollmacht seine Vertretung gegenüber der Beklagten an. Nachdem ein von der Beklagten beauftragtes Inkassounternehmen unter dem 27. März 2008 dennoch ein Mahnschreiben direkt an den Kläger versandt hatte, forderte dessen Rechtsanwalt die Beklagte mit Schreiben vom 1. April 2008 unter Hinweis auf sein Mandat auf, den Kläger nicht mehr direkt anzuschreiben und ausschließlich mit ihm zu korrespondieren. …

Zu Recht … ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass sich eine Verpflichtung der Beklagten, eine unmittelbare Kontaktaufnahme zum anwaltlich vertretenen Kläger zu unterlassen, weder aus § 172 ZPO noch aus § 12 der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) … ergibt. … § 12 BORA verbietet es zwar einem Rechtsanwalt grundsätzlich, ohne Einwilligung des gegnerischen Rechtsanwalts mit dessen Mandanten unmittelbar Verbindung aufzunehmen oder zu verhandeln. … Trotz dieses Schutzzwecks kommt sie als Anspruchsgrundlage für den Kläger aber nicht in Betracht, weil diese berufsrechtliche Vorschrift nur die beteiligten Rechtsanwälte, nicht jedoch die von ihnen vertretenen Mandanten verpflichtet

Noch einmal kurz für Dummies: § 12 BORA verbietet zwar Inkassobuden keine direkte Kontaktaufnahme, wohl aber Rechtsanwälten – und als solcher ist der Kollege hier an meinen Mandanten herangetreten. Schon deshalb ist diese „Grundsatzentscheidung“ hier schlicht irrelevant. Wer lesen kann … sollte auch verstehen können. 😉

P.S. Dem Vernehmen nach sollen der zuständigen Rechtsanwaltskammer bereits über 50 Beschwerden wegen unzulässiger Umgehung vorliegen. Eine Verteidigung dieser Art und Güte dürfte dort wohl wenig hilfreich sein.

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GWE forever – Hört das denn nie auf?

Die GWE wird langsam lästig:

– Erst die deutsche Direkt Inkasso – gab nach kurzer Korrespondenz auf;
– Dann eine „Kanzlei für Wirtschaftrecht) (RAin M.) – gab nach einem Fax auf;
– Dann wieder die GWE höchstselbst – 12 Seiten Blabla – blieben unbeantwortet;
– Dann noch mal GWE „LG Düsseldorf“, man kennt das ja – ebenfalls unbeantwortet.
– Und noch mal GWE – überreicht das LG-Urteil – ja und?

Jetzt wieder ganz wichtig: Eine „Rechtsanwalts- und Wirtschaftskanzlei“ (tatsächlich wohl ein Ein-Mann-Betrieb), Hohenstaufenring 17, 50674 Köln. Der tolle Titel passt nicht ganz zu der Street-View-Ansicht
dieser Adresse, aber was soll’s. Auf die dort aufgebaute lächerliche Drohkulisse einzugehen, erübrigt sich. Weniger aber die unzulässige Umgehung des § 12 BORA durch direktes Anschreiben des Mandanten.

Eigentlich bin ich ja kein Freund von Kammerbeschwerden, aber …

Mehr dazu auch bei den Kollegen von Internetrecht Freising.

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Die GWE hatte Besuch – von der StA

Die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist seit Jahren gut bekannt für gewerbsmäßige Abzockerei. Dahinter steht offiziell der Geschäftsführer der Sebastian Cyperski, tatsächlich aber wohl die „Sportwagenfreunde Kaltenmeier“. Diese hatten vor ca. zwei Wochen Besuch:

Damals schlugen Beamte der Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit einem Durchsuchungsbefehl auf. Gleichzeitig filzten 100 andere Fahnder weitere 15 Büros, Kanzleien und Wohnungen im Rheinland. Acht Personen verdächtigen die Ermittler inzwischen, mehr als 100.000 Menschen abgezockt und einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe angerichtet zu haben.

Mehr dazu bei SPON und heute Abend bei SPIEGEL TV um 22.25 Uhr auf RTL.

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