Kabel Deutschland – verkohlt Kunden?!

Kabel Deutschland macht rückständige Forderungen geltend – so weit, so gut. Aber:

Man bedient sich einer Inkassobude namens Kohl GmbH & Co. KG – schon schlechter. Eine Ratenzahlungsvereinbarung dieses edlen Instituts unterzeichnet der Mandant nicht. Jetzt tritt ein Kollege auf den Plan – und nun wird’s noch unschöner:

Nicht nur, dass er dreist behauptet, es sei eine Ratenzahlungsvereinbarung abgeschlossen worden und eine u.a. deshalb nochmals um ca. 100.- Teuro erhöhte Forderung präsentiert. In seiner Forderungsaufstellung tauchen einige weitere Phantasiepositionen auf:

· Kontoführungsgebühr – 1,09 €
· Mahnung Kohl – 59,40 €
· Telefongebühr – sage und schreibe 21,60 €
· Gebühr für Ratenzahlungsvereinbarung – 81,00 €
· Kosten Rückscheck – 3,00 €

Dass es auch einen „Rückscheck“ nie gegeben hat, sei nur am Rande erwähnt.

Besonders bemerkenswert ist allerdings, dass der schneidige Kollege selbst einer der Geschäftsführer (und Syndicus) der Kohl GmbH & Co. KG ist. Honi soit …

„Seriöser und zuverlässiger Inkassodienstleister“ – ja, nee, is klar !

P.S. Wie dieses Inkassounwesen bei (relativen) Kleinforderungen von Großfirmen funktioniert, erklärt der Kollege Thomas Hollweck anschaulich auf seiner Homepage:

„Hintergrund ist der, dass das Großunternehmen offene Forderungen in der Regel an ein Inkassounternehmen verkauft. Das Inkassobüro zahlt für jede einzelne Forderung einen relativ geringen Betrag von zehn bis 20 Prozent der Hauptforderung und handelt von diesem Moment an auf eigene Rechnung. Das heißt, das ursprüngliche Großunternehmen hat mit der offenen Forderung überhaupt nichts mehr zu tun. Von nun an muss das Inkassobüro versuchen, Gewinn zu erwirtschaften.“

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Auch Inkassobuden müssen zahlen …

… jedenfalls dann, wenn sie unberechtigt SCHUFA-Einträge gegen (angebliche) Schuldner veranlassen und anwaltlich (erfolgreich) zur sofortigen Löschung aufgefordert werden. Auch ihre „Kompetenz aus mehr als 30 Jahren“ hinderte eine Inkassobude aber offensichtlich (zunächst) an entsprechender Einsicht.

Zunächst erbaten ihre „Hausanwälte“ auf eine entsprechende Zahlungsaufforderung Fristverlängerung, blieben aber untätig. Gegen einen Mahnbescheid legten sie allerdings flugs Widerspruch ein. Während des nachfolgenden Prozesses erkannte die Inkassobude dann zwar einerseits den Anspruch an (wohl in vergeblicher Hoffnung auf die Kostenfolge des § 93 ZPO), zahlte auch fast alles, ließ aber gleichzeitig schriftsätzlich den entsprechenden Anspruch bezweifeln sowie insbesondere dessen Fälligkeit bestreiten – was auch das Gericht nicht verstand.

Ergebnis: Sie wurde zur Zahlung des Restbetrages nebst Kosten des Verfahrens verurteilt. Diesbezüglich war allerdings dann auch noch eine (natürlich kostenpflichtige) Zwangsvollstreckungsandrohung erforderlich – für Inkassobuden als Empfänger wohl schwer verständlich. 😉

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FKH GbR, UGV Inkasso & the rest

Schon komisch:

Erst kommt die eine Inkassobude (UGV Inkasso) und macht meiner Mandantin für eine andere Inkassobude ein „Sonderangebot“ über ein Viertel einer (angeblichen) Forderung – was aber wegen der zwischenzeitlich eingetretenen Verjährung nicht wirklich interessant ist.

Dann versucht es wiederum die erste Inkassobude (FKH GbR aus Heuchelheim), vertreten durch die „„Rechtsanwälte Wehnert & Kollegen“ aus Harthausen mit einem Mahnbescheid. Nach Widerspruch hiergegen schreibt jetzt das Mahngericht:

Der Antragsteller bzw. dessen Prozessbevollmächtigter hat am 11.o4.2011 den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides

insgesamt zurückgenommen.

Das Mahnverfahren ist damit erledigt.

Das Mahnverfahren vielleicht, nicht aber die Kostenfestsetzung gegen die FKH GbR. 😉

P.S. Heuchelheim, Harthausen, schon witzig. Dass ein Rechtsanwalt Wehnert in Harthausen im RA-Register nicht aufzufinden ist, sei nur am Rande erwähnt. Tatsächlich handelt es sich hier im den RA Michael Wehnert aus Mannheim mit der merkwürdigen Kanzleiadresse „N 2 9″. Dieser wiederum hat offensichtlich (nur einen) Kollegen namens Christian von Loefen, der laut RA-Register unter dem (korrekten) Singular „Wehnert und Kollege“ in Harthausen residiert.

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Die Inkassobude aus Heuchelheim

Eine Inkassobude schickt der Mandantin einen Mahnbescheid wegen einer (angeblichen) Hauptforderung der FKH GbR bzw. UGV Inkasso von sage und schreibe16,80 €.

Das mag ja noch angehen, auch das entsprechende Anwaltshonorar nebst Kosten von insgesamt 36,75 €. Dennoch beläuft sich die Gesamtforderung auf 170,49 €, also etwas mehr als das Zehnfache der ursprünglichen Forderung.

Man berechnet nämlich weiterhin:

Mahnkosten 9.- €, Inkassokosten 37,50 €, Anwaltsgebühren für vorgerichtliche Tätigkeit 39,00 €, Kontoführungskosten (!) 20,45 € und schließlich 13,25 % Zinsen 10,99 €.

Dass der größte Teil dieser Kosten nicht erstattungsfähig ist, dürfte der Inkassobude bekannt sein. Aber passenderweise residiert sie ja auch in Heuchelheim. 😉

P.S. Immerhin soll die Forderung ja auch schon einmal 326,25 € betragen haben. Sollte das etwa schlicht dreist gelogen gewesen sein? 😉

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Sonderangebot by FKH GbR / UGV Inkasso ?

Meine Mandantin erhält ein Sonderangebot einer Inkassobude namens „UGV Inkasso“ Auf der ersten Blick ein echtes Schnäppchen:

Sehr geehrte Frau xyz,

wir möchten gemeinsam mit Ihnen diesen Vorgang unbürokratisch beenden. Ihre Schuld beläuft sich per heute auf

€ 326,25

Sie zahlen bis zum 09.11.2010

€ 81,56

Damit ist die Forderung erledigt und Sie haben sich ganz erhebliche Kosten erspart. Unser Angebot gilt nur bis zu obigem Datum (Zahlungseingang bei uns). Es liegt jetzt an Ihnen auf unser letztes Angebot einzugehen. Tun Sie dies nicht, müssen wir leider das gerichtliche Mahnverfahren gegen Sie einleiten lassen mit der Folge, dass Sie ein Vielfaches des obigen Betrages zahlen müssen.

Nur ein Viertel der (angeblichen) Forderung und die Sache ist erledigt? Klingt günstig – wenn man die Betreffzeile überliest:

Forderungssache FKH GbR ./. xyz
Ursprungsgläubiger: ***, Rechnung vom 08.12.2005

Ergo seit dem 31.12.2008, 24.00 Uhr verjährt. Da lassen wird es doch gerne auf das angekündigte gerichtliche Mahnverfahren ankommen. Ob dann allerdings die Mandantin „ein Vielfaches des obigen Betrages zahlen“ muss, darf bezweifelt werden. 😉

Update 15.o4.2011: Es zahl wohl doch eher die Inkassoklitsche. 😉

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Inkassounternehmen – Partner der Wirtschaft?

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) macht Eigenwerbung:

Inkassounternehmen sind Partner der Wirtschaft
Inkasso ist ein Wirtschaftszweig mit großer Tradition. Bereits 1872 öffnete das erste „Auskunfts- und Kontrollbureau“ seine Pforten. Als Partner der Wirtschaft realisieren die Mitgliedsfirmen des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. zahlungsgestörte Forderungen im außergerichtlichen Inkasso. Sie bieten ihren Auftraggebern umfangreiche Beratungsleistungen, die den weiteren positiven Geschäftskontakt mit dem jeweiligen Schuldner sicherstellen sollen. Als erfahrene Dienstleister im Forderungsmanagement helfen sie Unternehmen, ihre Liquidität zu sichern und so im Wettbewerb zu bestehen.

Ach, wirklich?
· 1872 mag ein Bedarf für Inkassobuden bestanden haben, ob das heute wirklich auch noch der Fall ist, erscheint m.E. zweifelhaft – nicht zuletzt aufgrund der großen Zahl niedergelassener Anwälte.
· Inwiefern die Einschaltung einer Inkassobude einem „weiteren positiven Geschäftskontakt mit dem jeweiligen Schuldner“ förderlich sein soll, erschließt sich eher nicht. Ganz im Gegenteil: Will man Forderungen effektiv eintreiben, muss man alle Register ziehen und den Schuldner ggf. auch als echten Gegner und nicht als noch-immer-Geschäftspartner sehen.
· Und schließlich; Umfassende(re) Beratung gibt es auch bei Rechtsanwälten.

Der einzig wirklich bemerkenswerte Unterschied ist also eher der, dass Anwälte einige Inkassomethoden, wie z.B. Anrufe bei Schuldner, ggf. auch ungebetene Hausbesuche etc. pp., eher nicht praktizieren – was durch professionelle Forderungseintreibung aus einer Hand, notfalls bis zur letzten Instanz – aber sicherlich aufgewogen wird, von der zweifelhaften bzw. eingeschränkten Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten einmal ganz abgesehen.

P.S.: Aber der Begriff „zahlungsgestörte Forderungen“ ist wirklich hübsch.

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Geld gibt’s nicht, Herr Rogalski !

Wie bereits berichtet, gibt MegaDownloads seine Abzockversuche nicht auf. Die jetzt tätige Inkassobude namens Collector Forderungsmanagement ist sogar zugelassen, wie eine Kontrolle auf der „Bekanntmachungsplattform für außergerichtliche Rechtsdienstleistungen“ ergab.

So, so, der wohlbekannte Herr Bernd Rogalski hat dort also den Hut auf (bei Bedarf den Namen einmal bei Google eingeben). Interessant immerhin, dass die vorher tätige Proinkasso GmbH noch Inkassokosten von sage und schreibe 68,71 Teuro haben wollte, die Collector GmbH & Co. KG „nur“ noch 46,35 Teuro (dafür aber 10 % Verzugszinsen auf die Hauptforderung). Trotzdem, Geld gibt’s nicht!

Inkasso

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