Kachelmann – die 2.

Nun holt der Wetterfrosch zum Gegenschlag aus, wie u.a. der STERN berichtet:

Wettermoderator Jörg Kachelmann hat nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung vor gut einem Jahr nun seine Ex-Freundin auf Schadenersatz verklagt. Beim Landgericht Frankfurt am Main sei eine Schadenersatzklage eingereicht worden, bestätigte ein Gerichtssprecher einen entsprechenden Bericht der Illustrierten „Bunte“. Kachelmann verlangt demnach 13.352,69 Euro und begründet dies mit den Kosten für Gutachten in dem Prozess gegen ihn. Über die Klage soll dem Gerichtssprecher zufolge am 31. Oktober verhandelt werden.

Ob Chefemanze Alice das Volk auch wieder mit ihrer Stimmungsmache Information über das Geschehen beglückt?

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Kachelmann: Freispruch – so weit, so gut …

Es rauschte heute durch den Medienwald: Der Wetterfrosch ist freigesprochen worden, „die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse“ wie u.a. der Stern und die meisten anderen Medien mitteilten, ferner, dass „Kachelmann für seine Zeit in Untersuchungshaft entschädigt werden wird“.

„Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse“ – ohnehin selbstverständlich bei einem Freispruch. Diese bestehen allerdings nur aus den Kosten, die staatlicherseits angefallen sind, also insbesondere für Gericht, Staatsanwaltschaft und von diesen beauftragte Sachverständige.

Wesentlich interessanter – und gravierender sind da schon die ebenfalls zu erstattenden sog. „notwendigen Auslagen“ des Angeklagten, also insbesondere das Verteidigerhonorar. Das ist zwar grundsätzlich auch erstattungsfähig – allerdings nur in durchschnittlicher Höhe. Der Kollege Schwenn dürfte aber nicht so ganz billig sein – und u.a. dessen Honorar wird Jörg Kachelmann wohl zum überwiegenden Teil selbst zahlen müssen, wie die Süddeutsche gut darstellt.

„Der Zweifelsgrundsatz ist käuflich“ meint der Kollege Vetter – nur nicht für jeden bezahlbar, möchte man hinzufügen. Für ein Pflichtverteidigerhonorar sind Top-Verteidiger wie Kollege Schwenn nicht zu haben – und auch renommierte Sachverständige werden wohl kaum ohne realistische Aussicht auf gute Bezahlung tätig werden.

Und Entschädigung? Für die 132 Tage U-Haft gibt es sage + schreibe 25. – € pro Tag – insgesamt also 3.300.- €. Ein bisschen kommt noch hinzu für die 43 Verhandlungstage, aber auch nicht wirklich lohnend. Allein das Tageshonorar des Kollegen Schwenn dürfte etwas darüber gelegen haben.

Der Kollateralschaden ist dafür immens – und schon lange nicht mehr entschädigungsfähig. Bleibt nur zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage das Urteil akzeptieren.

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Birkenstock wirft das Handtuch

Wie die Radionachrichten sowie n-tv soeben berichten, hat der Verteidiger des Wettermoderators Jörg Kachelmann überraschend sein Mandat niedergelegt.

Der Kölner Anwalt Reinhard Birkenstock bestätigte, er habe der Strafkammer des Landgerichts Mannheim mitgeteilt, „dass ich nicht mehr Verteidiger von Herrn Kachelmann bin“. Fragen zu den Gründen seiner Entscheidung beantwortete Birkenstock nicht. Stattdessen verwies er auf eine Pressemitteilung, wonach er „aus berufsrechtlichen und prozessualen Gründen … zu keiner weiteren Auskunft in dieser Sache mehr zur Verfügung“ stehe.

Laut Blöd-Zeitung sagte Kachelmanns „Medienanwalt“ Professor Ralf Höcker zu BILD.de:

„Es hat einen Anwaltswechsel von Rechtsanwalt Birkenstock zu Rechtsanwalt Johann Schwenn aus Hamburg gegeben. Andrea Combé bleibt weiterhin Verteidigerin von Herrn Kachelmann. Ich vertrete ihn weiterhin medienrechtlich.“

Es bleibt also spannend!

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