Marcus J. – es ist noch nicht vorbei

Dem (bis vor gar nicht langer Zeit hierzulande sehr bekannten) ehemaligen Radiomoderator steht neuer Ärger ins Haus. Wie der NDR berichtet und die Ostseewelle bestätigt, hat die Rostocker Staatsanwaltschaft erneut Anklage gegen Marcus J. erhoben. Ihm werden Bankrott und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Außerdem habe er als Moderator des Privatsenders „Ostseewelle“ mit einem Komplizen zwischen 2008 und 2010 Gewinnspiele manipuliert.

Naja, die Ostseewelle läuft auch ohne ihn ganz gut.

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Marcus J. – Ein schnelles Ende in Sicht?

Wie die OZ und der NDR berichten, soll der ehemalige Radiomoderator für heute Nachmittag ein Geständnis angekündigt haben. Offensichtlich wurde ein „Deal“ dahingehend abgeschlossen, dass er in diesem Falle mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren und zwei Monaten bzw. drei Jahren und sechs Monaten zu rechnen hat. Das Urteil könnte dann noch heute verkündet werden.

Die Ostseewelle wird dann wohl einige Zeit ohne ihn auskommen müssen.

P.S. Wenn es nach mir ginge, gäbe es für das Tragen eines solchen dämlichen Deppendeckels vor Gericht drei Monate extra.

Update 16.00 Uhr: Laut Ostseewelle gab es heute Nachmittag drei Jahre und zwei Monate – und man erklärt die Zusammenarbeit für endgültig beendet.

2. Update 21.o5.2013: Es ist noch nicht vorbei.

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Marcus J. – Jetzt geht’s los

Am 6. November 2012 beginnt also die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen Radiomoderator Marcus J., wie u.a. der Nordkurier berichtet. Angeblich soll er – neben seinem Pflichtverteidiger Norbert Wendorff – auch noch von der Hamburger Kollegin Annette Voges vertreten werden.

Es bleibt abzuwarten, ob die Ostseewelle ihrem einstigen Zugpferd morgen jedenfalls eine kurze Nachrichtennotiz widmet.

P.S. Sie hat.

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Marcus J. – Es bleibt spannend

Wie die OZ berichtet, muss sich Radiomoderator Marcus J. voraussichtlich ab dem 6. November vor dem Landgericht Rostock wegen sexueller Vergehen an einem Kind beziehungsweise einer Jugendlichen verantworten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könne dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von mehr als zehn Jahren drohen, erklärt der Sprecher des Gerichts.

So weit, so schlecht. Und merkwürdig:

„Marcus J.’ Anwalt Norbert Wendorf will sich nicht zur Anklage äußern. Zudem liege ihm bislang keine Ladung für den 6. November vor. Das wäre schon merkwürdig, liegt vielleicht schlicht daran, dass hier wiederum ein Anwaltswechsel stattgefunden hat? Laut meck-pomm-hits „wird Marcus J. von der Hamburger Anwältin Annette Voges vertreten“. Das wäre dann die vierte Kollegin, nachdem jedenfalls Johann Schwenn und Peter M. Diestel nicht mehr mit im Boot sitzen.

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Marcus J. – Nun wird’s ernst!

Wie die OZ berichtet, hat die StA Rostock nun Anklage gegen den Radiomoderator erhoben. Er
soll zwischen 2005 und 2008 ein Mädchen wiederholt sexuell missbraucht haben. Zu Beginn der Taten sei das Mädchen gerade zwölf Jahre alt gewesen.

Laut Nordkurier lehnte sein Anwalt Norbert Wendorff gestern Nachmittag jede Stellungnahme ab. Er habe noch keine Anklage gesehen.

Eine weitere Merkwürdigkeit dieses Verfahrens: Erst wird der Delinquent medienwirksam verhaftet, inklusive entsprechendem Video auf YouTube, dann sickern Haftprüfungstermine durch, dann berichtet die Presse über eine Anklage, die dem Anwalt des Beschuldigten bisher nicht bekannt ist. Finden wir vielleicht als nächstes das Urteil als Vorabdruck in der Blöd-Zeitung? :no:

Apropos Blöd-Zeitung: Diese behauptet, Marcus J. solle ein zwölfjähriges Mädchen fünf Jahr lang missbraucht haben. Dass das offensichtlicher Unsinn ist, dürfte ggf. sogar Lesern dieses Blättchens auffallen.

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Marcus J. bleibt in U-Haft

Die NNN berichten:

Radiomoderator Marcus Japke wird voraussichtlich bis zum möglichen Prozess gegen ihn im Gefängnis Waldeck bleiben. „Wir werden keine Haftbeschwerde mehr einreichen“, kündigte sein Anwalt Norbert Wendorff gestern gegenüber unserer Zeitung an. Der Verteidiger sagte, er sei dennoch nach wie vor von der Unschuld seines Mandanten überzeugt: „In der Hauptverhandlung werden wir die Beweise dafür auf den Tisch legen.“ Der Rostocker Anwalt bezeichnete die Vorwürfe gegen Japke als Ergebnis einer Intrige. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hatte gegenüber unserer Redaktion angekündigt, dass noch im Sommer Anklage gegen den 39-Jährigen erhoben werden soll.

Hm – eine Haftbeschwerde wurde vor vier Wochen zurückgewiesen, jetzt will man die Unschuldsbeweise erst in der Hauptverhandlung präsentieren und bis dahin bleibt der Mandant in U-Haft? So wirklich überzeugend klingt das m.E. nicht – aber man wird sehen.

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Marcus J. – Die Luft wird dünner ?

Heute ist es 48 Tage her, dass der Radiomoderator Marcus J. wegen Verdachts des Kindesmissbrauchs sehr medienwirksam in U-Haft wanderte. Einiges ist seither geschehen: Haftprüfungstermine wurden zwei Mal verschoben, dann wurde der entsprechende Antrag wurde zurückgenommen. Eine Haftbeschwerde blieb erfolglos.

Laut SVZ hat der Kollege Schwenn hat sein Mandat zwischenzeitlich niedergelegt, den Kollegen Peter-Michael Diestel hat der Beschuldigte selbst entlassen. Sein Sender hat die Zusammenarbeit ausgesetzt, betont aber immerhin die Unschuldsvermutung. Keine wirklich guten Aussichten.

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Ist unser Justizapparat ein Sieb?

Bis jetzt hatte ich ja die Angabe der SVZ für übertrieben gehalten, wonach ein für Montag angekündigter Haftprüfungstermin auf Bitten des Anwalts des in U-Haft sitzenden Radiomoderators Marcus J. wegen befürchteten zu großen medialen Interesses verschoben wurde.

Wie sich jetzt zeigt, war die Meldung unvollständig. Die SVZ heute:

Ein Haftprüfungstermin, der vom Ermittlungsrichter für gestern angesetzt worden war, fand nicht statt. „Nachdem der Termin in der Öffentlichkeit bekannt geworden war, haben wir um eine Verlegung auf einen anderen Tag gebeten.“

Erst eine medienwirksame Verhaftung nebst Dokumentation derselben auf YouTube, jetzt wird der Haftprüfungstermin ausgeplaudert. Wo sind wir eigentlich ???

Vielleicht wird der wohlbekannte Kollege Schwenn zu gegebener Zeit ein paar passende Worte finden. :-/

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Marcus J. – die 2.

Der Fall Marcus J. und seine medienwirksame Verhaftung wurden ja wirklich munter diskutiert – auch beim Kollegen Vetter. War er’s, war er’s nicht, traut man es ihm zu oder nicht, war da nicht schon einmal etwas etc. pp. So verständlich solche Spekulationen auch sein mögen, die „Wahrheit“ wird man allenfalls später erfahren – vielleicht auch nie. So oder so bleiben Fragen:

Die letzte Tat soll sich 2006 ereignet haben. Wie bitte will man sechs (!) Jahre später eine so dringende Wiederholungsgefahr begründen, dass man deshalb (!) einen Haftbefehl erlässt und sofort vollstreckt?

Und insbesondere: Wie kann es angehen, dass die bevorstehende Verhaftung so durchsickert, dass sofort Medien zur Stelle sind und das ganze Spektakel auch noch live und in Farbe bei YouTube besichtigt werden kann?

Egal wie die Sache ausgeht: Wetten, dass die offensichtlich im Justizapparat ansässigen „Whistleblower“ für ihre unangebrachte Geschwätzigkeit keinerlei Konsequenzen zu befürchten haben? Oder durften die das vielleicht sogar? Hm, da gibt es doch noch die Richtlinien für das Strafverfahren und das Bußgeldverfahren, kurz RiStBV:

Einführung
Die Richtlinien sind vornehmlich für den Staatsanwalt bestimmt. Einige Hinweise wenden sich aber auch an den Richter. … Die Richtlinien können wegen der Mannigfaltigkeit des Lebens nur Anleitung für den Regelfall geben. Der Staatsanwalt hat daher in jeder Strafsache selbständig und verantwortungsbewusst zu prüfen, welche Maßnahmen geboten sind. Er kann wegen der Besonderheit des Einzelfalles von den Richtlinien abweichen.

Nicht wirklich präzise, oder? Und Polizeibeamte sind hier gar nicht angesprochen. Aber immerhin haben wir da noch die Nr. 23:

Zusammenarbeit mit Presse und Rundfunk
(1) Bei der Unterrichtung der Öffentlichkeit ist mit Presse, Hörfunk und Fernsehen unter Berücksichtigung ihrer besonderen Aufgaben und ihrer Bedeutung für die öffentliche Meinungsbildung zusammenzuarbeiten. Diese Unterrichtung darf weder den Untersuchungszweck gefährden noch dem Ergebnis der Hauptverhandlung vorgreifen; der Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren darf nicht beeinträchtigt werden. Auch ist im Einzelfall zu prüfen, ob das Interesse der Öffentlichkeit an einer vollständigen Berichterstattung gegenüber den Persönlichkeitsrechten des Beschuldigten oder anderer Beteiligter, insbesondere auch des Verletzten, überwiegt. Eine unnötige Bloßstellung dieser Person ist zu vermeiden. Dem allgemeinen Informationsinteresse der Öffentlichkeit wird in der Regel ohne Namensnennung entsprochen werden können. …

Naja, Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren, Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten … Man beachte allerdings eine Feinheit: Der Passus „eine unnötige Bloßstellung dieser Person ist zu vermeiden“ bezieht sich ersichtlich nur auf den „Verletzten“, nicht aber auf Beschuldigte oder andere Beteiligte – sonst hieße es „dieser Personen“.

Nach einer aktuellen Meldung der SVZ ist der für heute angekündigte Haftprüfungstermin auf Bitten des Anwalts des in U-Haft sitzenden Radiomoderators verschoben worden. Er befürchtete ein zu großes mediales Interesse ähnlich wie bei der Verhaftung.

Naja, das dürfte nun doch übertrieben sein. Haftprüfungstermine sind grundsätzlich nicht öffentlich und es sollte doch wohl auch und gerade angesichts des vorherigen Spektakels möglich sein, den Termin ohne Medienbeteiligung durchzuführen.

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Marcus Japke in U-Haft

Der zumindest in MeckPomm sehr bekannte „Obermoderator“ der Ostseewelle Marcus Japke wurde heute morgen offensichtlich vom Mikrofon weg einkassiert und sitzt wegen Verdachts des Kindesmissbrauchs in U-Haft. Dort sind entgegen landläufiger Vorstellung die Streifenanzüge allerdings nicht mehr aktuell. 😉

Update 29.o5.2012, 17.23 Uhr: Und schon ruft eine Medienvertreterin aus Berlin (!) an: Ich würde doch Herrn Japke vertreten (das sei ihr so zugetragen worden) und ob ich etwas zu dem Fall sagen könnte. NEIN, kann (und insbesondere darf) ich nicht, aus mehreren Gründen! Daher werde ich mich auch schon zu der Ausgangsthese nicht äußern. Ts, ts, ts!

Noch’n Update: Pressemitteilung der Ostseewelle:

Ostseewelle HIT-RADIO Mecklenburg-Vorpommern wird die Zusammenarbeit mit dem Moderator ab sofort ruhen lassen.

Alles andere wäre wohl auch technisch schwierig. 😉

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