Nass gemacht

Die alte Frage, ob ein Autofahrer haftet, wenn er durch eine Pfütze fährt und Fußgänger einnässt, beschied das LG Itzehoe (1 S 186/10 vom 24.o2.2011) laut juris abschlägig – immerhin in 2. Instanz bei einem Streitwert von sage + schreibe 39,60 Teuro:

Das Landgericht bestätigte die Auffassung des Amtsgerichts, dass die Voraussetzungen für einen Schadensersatzanspruch nicht vorlagen. Den Beklagten treffe kein Verschulden an der behaupteten Verunreinigung der Kleidung, da ein Pkw-Fahrer keinesfalls verpflichtet sei, Wasserlachen auf der Fahrbahn stets nur im Schritttempo zu durchfahren, wenn andernfalls Fußgänger bespritzt werden könnten. Es sei u.a. auf die Unfallgefahr hingewiesen, die durch das Abbremsen oder Langsamfahren für den nachfolgenden Verkehr begründet würde. Aber auch da, wo ein Durchfahren von Wasserlachen in Schrittgeschwindigkeit ohne Gefährdung des übrigen Verkehrs möglich sei, könne dies nicht stets verlangt werden, um ein Bespritzen von Fußgängern auszuschließen. Bei Regen müssten sonst gegebenenfalls ganze Ortschaften oder Städte in Schrittgeschwindigkeit durchfahren werden, um eine Beeinträchtigung des Fußgängerverkehrs auszuschließen, was den Straßenverkehr unzumutbar beeinträchtigen würde. Soweit danach Fußgänger damit rechnen müssten, bespritzt zu werden, könnten sie sich durch geeignete Bekleidung schützen.

Sehr schön begründet. 😉

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