Schadensmanagement by DEVK

Der Van des Mandanten hatte einen Heckschaden erlitten, die Haftung des Gegners ist unstreitig. Dessen Versicherung, die DEVK, bietet an, dass der Mandant ein Lackiercenter aufsucht, um dort eine „kostenlose digitale Reparaturkalkulation“ durchführen und den Wagen dann reparieren zu lassen.

Die Werkstatt ist selbstverständlich bestens qualifiziert, der Wagen wird geholt + gebracht etc. pp., dazu sagt die DEVK noch eine „verlängerte Garantie von drei Jahren“ zu. Tolles Angebot – nur „das Lackiercenter xyz gibt“ – nach eigener Werbung schon selbst – „auf alle ausgeführten Arbeiten 5 Jahre Garantie“.

Also nicht wirklich interessant – zumal dem Mandanten hier unproblematisch die Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt zusteht, dazu natürlich vorher ein Gutachten eines Sachverständigen seines Vertrauens.

Das Sachverständigengutachten liegt übrigens zwischenzeitlich vor – kalkulierte Reparaturkosten von 3.145,54 € netto, dazu eine Wertminderung von 450.- €. Ob die „kostenlose digitale Reparaturkalkulation“ wohl auch zu diesem Ergebnis gelangt wäre? Eher wohl nicht, insbesondere, was die Wertminderung betrifft. Und dann muss die DEVK auch noch das Sachverständigenhonorar von 528,84 € zahlen. Schade aber auch! 😉

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs

Schadensmanagement – Nein danke !

Schadensmanagement heißt das (nicht mehr ganz) neue Motto der Kfz-Haftpflichtversicherer: Diese warten nicht mehr – wie früher – ab, bis sich der Geschädigte meldet, sondern gehen auf diesen zu und umarmen ihn derartig, dass er sich nicht mehr bewegen kann.

Dass diese neue Freundschaft mit den Geschädigten nicht aus Liebe zu diesen praktiziert wird, sondern ausschließlich eigenen wirtschaftlichen Interessen dient, dürfte klar sein. Ein schönes Beispiel dafür, welche Konsequenzen zu Lasten des Geschädigten das Schadensmanagement haben kann, präsentiert der Kollege Kasulke im Unfall-Blog.

Es bleibt also dabei: Nach einem Unfall sofort zum Anwalt!