Richtig Kohle machen

Bei der Kollegin Braun tobt eine muntere Diskussion über (angemessene ?) Einkommen von Anwälten. Liebe Kolleg(inn)en – lasst das Lamentieren, werdet Politiker – und nehmt Euch ein Beispiel an Herrn Steinbrück (wer war das noch?).

Wie man richtig Kohle macht, schildert das Abgeordnetenwatch-Blog:

Nun gibt es Neues in Sachen Steinbrück. Vor kurzem hat er dem Bundestagspräsidenten weitere Honorar-Vorträge gemeldet, 16 an der Zahl. Insgesamt hat Steinbrück somit seit der Bundestagswahl 2009 29 Privat-Vorträge gehalten und dafür mindestens 199.500 Euro an Honorar erhalten. Es könnte theoretisch aber auch das Doppelte oder das Dreifache sein, so genau weiß das niemand, außer Steinbrück selbst. Denn Bundestagsabgeordnete müssen nicht die genaue Summe nennen, die sie zum Beispiel für einen Vortrag erhalten, sondern es reicht eine ungefähre Angabe. Dafür gibt es im Bundestag ein Stufensystem: Nebeneinkünfte zwischen 1.000 und 3.500 Euro können Abgeordnete gegenüber der Öffentlichkeit hinter der Angabe „Stufe 1? verbergen, für Einkünfte zwischen 3.500 und 7.000 Euro ist es „Stufe 2? und für alle darüber liegenden Bezüge die „Stufe 3?. Steinbrück hat seit September 2009 insgesamt 28 Vorträge für jeweils mehr als 7.000 Euro (Stufe 3) und einen weiteren Vortrag der „Stufe 2? gehalten, macht eine Mindestsumme von 199.500 Euro. Seine Einkünfte aus Vorträgen übersteigen damit sogar das Einkommen der Bundeskanzlerin, die auf ein Amtsgehalt von 189.993,48 Euro kommt.

Darüber hinaus gibt der Ex-Minister unter dem Punkt „Hoffmann & Campe Verlag GmbH, Hamburg, Publizistische Tätigkeit, 2010, Stufe 3″ Einkünfte von mindestens 7.000 Euro an. Dahinter verbirgt sich laut einem Pressebericht der Vorschuss für sein Buch „Unterm Strich“, das in den kommenden Wochen erscheinen soll. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass ein Autor vom Range Steinbrücks mit einem Garantie-Honorar des Verlags in Höhe von etwa einer Viertelmillion Euro rechnen kann. Außerdem ist Steinbrück Aufsichtsratsmitglied der ThyssenKrupp AG. Dieser „überschaubare Job“ (Welt online) wurde in der Vergangenheit mit einem Gehalt zwischen 130.000 und 230.000 Euro pro Aufsichtsratsmitglied vergütet.

So geht das, liebe Kolleg(inn)en! 😉

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Ein Abgeordneter, der nur noch gegen Bezahlung redet …

… wird bei blog.abgeordnetenwatch.de präsentiert. Der Herr war mal Finanzminister, nach acht Monaten als „einfacher Abgeordneter“ sieht seine Bilanz so aus:

· 7 Bürgerfragen auf abgeordnetenwatch.de, 0 Antworten
· bei 6 von 11 wichtigen Abstimmungen gefehlt
· keine einzige Rede im Bundestag gehalten

Aber, keine Angst, der gute Mann muss deshalb nicht darben:

Gleich 13 Mal wurde Steinbrück in den vergangenen Monaten für Vorträge gebucht, u.a. von der französischen Großbank BNP Paribas. Der Minister a.D. plaudert natürlich nicht kostenlos aus dem Nähkästchen. Pro Vortrag streicht Steinbrück mindestens 7.000 Euro ein, seit der Bundestagswahl 2009 summiert sich dies auf fast 100.000 Euro.

No comment, oder?

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