Akteneinsicht – Wünsch’ Dir was ?

Bei Verkehrsrecht aktuell wird eine bemerkenswerte Rechtsauffassung des AG Langenfeld (Beschluss 16 OWi 89/12 (b) vom 30. August 2012) publiziert:

… ist festzustellen, dass die vom Verteidiger aufgelisteten Unterlagen nicht standardmäßig in jede Akte gehören. Vielmehr ist es Sache des Verteidigers bereits bei der ersten Beantragung einer Akteneinsicht klarzustellen, was er alles im Einzelnen einzusehen wünscht. So dann ist es Pflicht eines Verteidigers als Organ der Rechtspflege nach einer aus seiner Sicht unvollständigen Akteneinsicht die Objekte exakt zu benennen, die er bei seiner Akteneinsicht vermisst hat. Alles andere ist nicht praktikabel.“

So, so: Ist es demnach „praktikabel“, dem ersten Akteneinsichtsgesuch einen Wunschzettel beizufügen, was man denn gerne hätte? Ist man (als Organ der Rechtspflege, hört, hört!) ggf. auch hierzu schon verpflichtet?? Sind hier dann sämtliche Unterlagen aufzuführen, die eine Akte (möglicherweise) beinhaltet, oder nur die „nicht standardmäßigen???

Fragen über Fragen – oder einfach eine schlicht abwegige ungewöhnliche Rechtsauffassung eines Amtsrichters, der es einem querulatorischen Verteidiger mal so richtig zeigen wollte?

Mehr zum Thema s. auch hier.

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs